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Thema: Ist Rock 'n' Roll bereits Geschichte?

  1. #1

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    Ist Rock 'n' Roll bereits Geschichte?

    Seit langem führe ich schon diese debatte und wollte eure meinung mal dazu hören. Ist der gute alte rock'n'roll tot? Oder wo verstecken sich die abkömmlinge von "led zeppelin", den "doors" oder jimi hendrix? Sind nicht bands wie "the strokes" oder "dirty pretty thinks" nur der abgeflachte versuch, den "S*x, drugs and rock'n'roll"- gedanken wieder zu beleben?

  2. Nach oben   #2

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    Nein, Rock´n´Roll ist nicht tot! Er lebt in MEINER Band weiter!

    http://one.fsphost.com/Bantam/Gingerbread/Eingang.html


  3. Nach oben   #3

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    Hallo,
    ich würde auch nicht sagen das er Tot ist.

    Aber Musik entwickelt sich auch weiter, deshalb könnte ich mir Vorstellen das diese Spezielle richtung Aussterben wird. Allerdings gibt es ja soviele abwandlungen, das es Eigentlich immer die Art bleiben wird.

    Meine Meinung!

    MfG Kampfsessel

  4. Nach oben   #4

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    Der Rock lebt

    Er ist nicht Tot und wird auch nie sterben

    Es lebe der Rock für immer!
    AC/DC, Toto ... .
    Er wird nicht sterben

    boombass

  5. Nach oben   #5

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    es in in dem sinnt tot, dass es nie wieder etwas vergleichbares gibt. Hendrix hätte und la noch so viel geben können, wer weiß, wie dann die musikwelt aussehen würde.

    (eclipse)

  6. Nach oben   #6

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    Sind nicht diese White Stripes und diese Franz Ferdinant nicht eh reinrassige Rockbands?

  7. Nach oben   #7

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    Das sind sie meiner Meinung nach nicht. Eher der flache versuch, an alte zeiten großer bands an zu knüpfen. sie sind alle sehr gut, ohne frage, aber es ist nichts wirklich neues. Die einzige band, denen ich den titel "neuer rock`n roll" zuschreiben würde, wären maximal die "Strokes". Aber auch diese sind (nach den alben zu urteilen) gewöhnungsbedürftig. aber sie verkörpern eine neue art des rock. So zu sagen, den rock des 21. Jahrhunderts:o

  8. Nach oben   #8
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    The Strokes habe ich auch mal gerne gehört. Eine Zeitlang jedenfalls. Ihr Album "Is This It" mochte ich sogar einmal sehr gerne. Dabei ist eigentlich nichts an diesem Album neu. Ihr Sound könnte auch Ende der 60er-Jahre entsprungen sein. Damals hiess die Band nur nicht The Strokes sondern Iggy And The Stooges oder meinetwegen auch MC5.

    Das kann man für gut heissen oder für weniger gut heissen. Als "Is This It" erschien, gefiel es mir, weil The Strokes irgendwie frech und unbekümmert klangen. Sie atmeten den Geist des Rock 'N' Roll. Ihr Sound war zwar alles andere als neu, aber er hatte schon etwas an sich, dass mir Spass bereitete. Heute habe ich mich allerdings restlos daran satt gehört.

    Überhaupt kann ich solcher Musik nichts mehr Gutes abgewinnen. Völlig egal ob es The Strokes, The Hives, The White Stripes, The Von Bondies, The Datsuns, The Flaming Sideburns, The Burnouts oder The Mooney Suzuki sind, von denen die Musik stammt. Es sind komischerweise alles "The"-Bands, die solchen Garagen-Rock spielen, der so auch aus den 60er-Jahren stammen könnte.

    Von diesen genannten Interpreten habe ich eigentlich nur Alben von The Strokes und von The White Stripes. Die restlichen Interpreten kenne ich von Kollegen, die solcher Musik sehr viel abgewinnen konnten bzw. teilweise immer noch können.

    Ich bin der Meinung, dass die Bands von heute auch nach Möglichkeit wie heute klingen sollen. Die Studio-Möglichkeiten und die Instrumente wurden innerhalb dieser Zeit-Periode ständig weiterentwickelt. Warum darf sich Musik in dieser selben Zeit-Periode nicht weiterentwickeln? Sollte die Musik auf der Stelle stehen bleiben?

    Wenn ich mir 60er-Jahre-Musik anhören möchte, höre ich mir die Original-Interpreten der 60er-Jahre an. Wenn ich Musik der Gegenwart anhören möchte, dann möchte ich eigentlich auch Musik der Gegenwart anhören und keine Musik, die klingt als sei sie aus den 60er-Jahren entsprungen. Meine Meinung.

    Gruss, Bad

  9. Nach oben   #9

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    sehr schön ausgedrückt, Bad.

    Aber wie definierst du Musik von heute? Also wie sollte sich die anhören?

  10. Nach oben   #10

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    schnell kurtz knapp nichtssagend, wie das Leben. ======> popularmusic

    Wer hat den heutzutage noch Lust einen 15minutentrack zu hören?
    Wer hört denn noch Musik, um sich richtig rein zu versetzen und alle emotionen, die diese erzeugt zu spüren?

    (bitte jetzt keine Antwort wie "Ich mach das" usw. So mein ich das nicht)

  11. Nach oben   #11
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    Zitat Zitat von Bad Moon Rising
    Wenn ich mir 60er-Jahre-Musik anhören möchte, höre ich mir die Original-Interpreten der 60er-Jahre an. Wenn ich Musik der Gegenwart anhören möchte, dann möchte ich eigentlich auch Musik der Gegenwart anhören und keine Musik, die klingt als sei sie aus den 60er-Jahren entsprungen. Meine Meinung.

    Gruss, Bad

    Naja jedem das seine, aber da kann ich absolut nicht zustimmen.
    1. Wie Judith schon gefragt hatte, "Wie soll denn dann für dich Musik von heute sein? "Wie soll sie sich anhören?"
    2. Mit den Möglichkeiten von heute (Computer, Nachbearbeitung der Songs, usw.) haben alle die Möglichkeit diegroßartige Musik von früher zu verbessern und irgendwie auch weiter leben zu lassen.
    3. Es ist doch immer schön, wenn man eine soo breite Anzahl an Bands hat, aus denen man wählen kann. Der eine hört eben die Musik aus den 60ern, der andere hört eben die Musik aus dem Jahr 2006, auch wenn die Musik von heute manchmal nur eine Weiterentwicklung (für mich ists eine) ist.

    HF & Prost

  12. Nach oben   #12
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    Zitat Zitat von judith
    Aber wie definierst du Musik von heute? Also wie sollte sich die anhören?
    Erst einmal würde ich noch unterscheiden. Es gibt wohl einige Musik, die wird sich nie verändern, da sie in ihrer Tradition begründet ist. Das wären für mich insbesondere die klassische Musik, der Jazz, der Blues, Country-Music, Folk und Singer/Songwriter. Und das ist auch gut so. Jedenfalls meiner Meinung nach. Diese sechs Musikarten sind ja die Wurzel der populären Musik. Aus ihnen entstanden dann später nach und nach Gospel, Soul, Ska, Reggae, Bluegrass, Rhythm 'N' Blues, Rock 'N' Roll, Beat, Psychodelia, Prog, Hard-Rock, Heavy-Metal und alle anderen Stile.

    Wie soll sich Musik von heute anhören?

    Ich probiere es einmal mit zwei Beispielen zu erklären. Es gibt zwei Gruppen, die seit den 60er-Jahren bis heute im Geschäft sind. Das wären: The Rolling Stones und Deep Purple. The Rolling Stones fingen als Rhythm 'N' Blues-Gruppe an (ja ich weiss heute wird der Begriff mit anderer Musik in Zusammenhang gebracht), öffneten sich aber über all die Jahre ihres Bestehens immer ein wenig dem herschendem Zeitgeist und schnappten das eine oder andere auf, das sie für ihren Sound verwendeten, ohne dabei ihren Grund-Charakter zu verraten oder aufzugeben. So experimentierten sie gegen Ende der 60er-Jahre mit psychodelischen Elementen, bauten einige Country-Elemente in ihrem Sound ein (was nicht gerade typisch für eine britische Band ist), öffneten sich in den 70er-Jahren ein wenig dem Hard-Rock und bedienten sich gar ein wenig der Disco-Music. In den 80er-Jahren wurde verstärkt auch auf Keyboards gesetzt, ohne das dieser Sound überhand nahm, und in den 90er-Jahren klangen sie frischer und moderner als so manche Newcomer-Band. Die Band blieb nie auf der Stelle stehen. Sie entwickelte sich stetig weiter. Sie verriet allerdings dabei nie ihre Ursprünge, die nach wie vor in der Rock-Musik liegen (das bestreitet hoffentlich niemand). Aber sie klangen eben 1963 ganz anders als 1977, 1986 oder 1994. Anders ausgedrückt, hätten sich The Rolling Stones nicht weiter entwickelt und hätten 1994 noch die gleiche Musik (nicht die gleichen Lieder) gespielt als 1963 hätte ich ehrlich gesagt absolut keinen Bock gehabt mir ihre Musik (zumindestens ihre neuere Musik) länger anzuhören.

    Ganz ähnlich ist das auch bei Deep Purple der Fall. Die fingen an als Blues-Rock-Gruppe. Experimentierten danach mit klassischer Musik, mauserten sich dann zu einer der besten Hard-Rock-Bands (zumindest meiner Meinung nach) mit einem progressiven Einschlag, veröffentlichten in den 70er-Jahren reihenweise sehr gute Alben, verpassten sich Anfang der 80er-Jahre einen kleinen Hauch von Heavy-Metal-artigen Sound (ich weiss selbst, dass dies komisch klingt, aber ich weiss es nicht besser auszudrücken), experimentierten in den 90er-Jahren mit Flamenco- bzw. Latin-Elementen und bringen auch heutzutage immer wieder frische Ideen in ihren Sound ein. Ich kenne viele Deep Purple-Anhänger, die praktisch Puristen sind und Deep Purple gerne so hätten wie sie in den 70er-Jahren klangen, zu denen gehöre ich nicht. Ich begrüsse es immer wieder, wenn eine Band, die schon etliche Jahre im Geschäft ist, sich ständig weiterentwickelt ohne sich dabei dem Mainstream anbiedern zu wollen (sprich auf Teufel komm raus Pop-Rock für die Masse zu produzieren).

    Um jetzt zu der Eingangsfrage zurückzukommen. Mir ist immer wichtig, dass bei einer Band, die ich mir gerne anhöre eine musikalische Weiterentwicklung erkennbar ist. Um noch einmal auf The Strokes zurückzukommen, war diese Weiterentwicklung für mich nicht erkennbar. Vieleicht verabschiedete ich mich auch gerade deshalb langsam aber sicher von ihnen. Dazu gibt es immer wieder diese ganzen Mitläufer-Gruppen (ich nenne sie jetzt einfach mal so). Hat eine Band wie The Strokes relativen Erfolg mit ihrer Musik springen immer wieder aberdutzende Bands auf den gleichen Zug. Solche Entwicklungen wiederstreben mir persönlich, denn wenn alle auf den gleichen Zug aufspringen, bleiben andere Züge und damit ein ganzes Stück musikalischer Vielfalt auf der Strecke.

    Allgemein mag ich komplexere Musik, die über den üblichen Rock-Rahmen hinausgeht. Mir gefällt es beispielsweise sehr gut, wenn eine Rock-Gruppe (im weitesten Sinne des Begriffs...will nämlich hier keine Schubladen-Diskussion vom Zaune brechen) auch eher nicht gerade rocktypische Instrumente (beispielsweise Streich-Instrumente, Blas-Instrumente oder Folk-Instrumente) und bzw. oder Elemente anderer Musikstile (Ambiente-Style, Industrial-Style, Sampling-Techniken, Latin-Style, Reggae-Stile, Jazz-Style oder eben andere exotische Stile) in ihre Musik einbaut. Das sorgt in meinen Ohren immer für Abwechslung.

    Ausserdem ist mir wichtig, dass sich eine Rock-Band die Mühe macht albenorientiert und nicht singleorientiert zu arbeiten. Die Rock-Band soll sich meinem Geschmack nach nicht auf eine, zwei oder drei Hits konzentrieren, sondern soll sich lieber Mühe geben, dass das Album letzten Endes als Ganzes absolut hörenswert, abwechslungsreich und jederzeit spannend klingt. Gerade viele dieser oben aufgeführten "The"-Bands verfolgen meiner Meinung nach dieses Ziel nicht. Jedenfalls enthielten die Alben, die ich mir bei anderen schon anhörte, zahlreiche Lückenfüller, um es einmal so auszudrücken.

    Desweiteren mag ich Spannungsbögen und Experimente in der Musik. Warum muss man den gleich einen Ton, der gut klingt, sofort verlassen, wenn man in minutenlang im Idealfall mit einer Vielzahl von Instrumenten und darauf aufbauenden Variationen gebührend feiern kann? Warum muss ein Stück immer wieder im typischen "Strophe-Refrain-Solo-Strophe-Refrain"-Modus aufgebaut sein? Warum muss ein Stück eigentlich immer auf einem 3/4- oder 4/4-Takt aufgebaut sein? Das sind wohlgemerkt alles rhetorische Fragen.

    So weit mal. Melde mich später noch einmal zu Wort.

    Gruss, Bad

  13. Nach oben   #13

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    King Crimson ist auch ein gutes Beispiel.
    Jedes Album beinhaltet auch den damaligen Zeitgeist, und das bis heute. Zwischen ihrem debut album und dem Neusten liegen Welten, aber es sind immer noch die gleichen Musiker.

  14. Nach oben   #14

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    Gut, ich denke, ich verstehe was du meinst.

    Was du über Deep Purple und die Rolling Stones geschrieben hast, fand ich sehr interessant, dennoch denke ich, dass hier hauptsächlich andere Bands erwähnt werden sollten: The Who, The Smiths und eventuell die Beatles.
    Die Beatles haben sich weiter entwickelt, keine frage.
    Von the Smiths kenne ich (leider!) noch fast garnichts, das heißt, ich habe mich bisher noch nicht mit ihnen beschäftigt.

    Aber haben sich the Who (in einem ausgeprägten Maße) weiterentwickelt?

    Denn The Who, The Smiths und die Beatles sind wohl DIE Bands, an denen sich die heutigen Brit Popper / New Waver orientieren (Aus anderen Mündern möge man hören: sie kopieren)

    Diese Frage stellt sich mir nur wegen oft gehörten Sätzen wie: "Nur waren die Bands von früher eben besser."

  15. Nach oben   #15
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    Zitat Zitat von Comeback Kid
    Naja jedem das seine, aber da kann ich absolut nicht zustimmen.
    1. Wie Judith schon gefragt hatte, "Wie soll denn dann für dich Musik von heute sein? "Wie soll sie sich anhören?"
    2. Mit den Möglichkeiten von heute (Computer, Nachbearbeitung der Songs, usw.) haben alle die Möglichkeit diegroßartige Musik von früher zu verbessern und irgendwie auch weiter leben zu lassen.
    3. Es ist doch immer schön, wenn man eine soo breite Anzahl an Bands hat, aus denen man wählen kann. Der eine hört eben die Musik aus den 60ern, der andere hört eben die Musik aus dem Jahr 2006, auch wenn die Musik von heute manchmal nur eine Weiterentwicklung (für mich ists eine) ist.
    Die Frage des Threads lautete ja ursprünglich: Ist der Rock 'N' Roll wirklich schon Geschichte? Und eben deshalb bezog ich mich in meiner Antwort nicht allgemein auf die heutige Musik, sondern ich bezog mich primär auf diese ganzen Garagen-Rock-Bands, die meiner Meinung nach am meisten die Musik präsentieren, die man früher als Rock 'N' Roll bezeichnete. Wobei ich da eben im speziellen noch unterscheide zwischen dem Rock 'N Roll der 50er-Jahre bzw. dem Garagen-Rock, der Ende der 60er-Jahre vor allem in den USA aufkeimte und schon einmal den ursprünglichen Gedanken des urtümlichen Rock 'N' Roll der 50er-Jahre mehr oder weniger wachgeküsste, und dem was man allgemein als Rock versteht (Classic-Rock, Blues-Rock, Hard-Rock).

    Für mich sind eben jene heutigen Garagen-Rock-Bands (The Strokes, The White Stripes und Konsorten) keine Weiterentwicklung. Sie halten den Geist des Rock 'N' Roll am Leben, aber auf solche Bands kann ich eben mittlerweile verzichten, da ich mir dann eber lieber, wenn mir nach solcher Musik sein sollte die ganzen entsprechenden 60er-Jahre-Interpreten, die solche Musik spielten, zu Gemüte führe. Aber wie Du richtig gesagt hast: Jedem das Seine.

    Zitat Zitat von Pressburger
    King Crimson ist auch ein gutes Beispiel.
    Würde ich genauso sehen.

    Gruss, Bad

  16. Nach oben   #16
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    Zitat Zitat von judith
    Was du über Deep Purple und die Rolling Stones geschrieben hast, fand ich sehr interessant, dennoch denke ich, dass hier hauptsächlich andere Bands erwähnt werden sollten: The Who, The Smiths und eventuell die Beatles.
    Ich habe ja Deep Purple und The Rolling Stones nur deswegen erwähnt, weil die beiden Gruppen eben schon seit vier Jahrzehnten im Geschäft sind und ich dadurch gut zum Kern des meines Anliegens zurückkommen konnte: die Weiterentwicklung einer Band.

    Damit wären wir ja auch schon bei Deinem Anliegen:

    Zitat Zitat von judith
    Von the Smiths kenne ich (leider!) noch fast garnichts, das heißt, ich habe mich bisher noch nicht mit ihnen beschäftigt.
    The Smiths packten in einer Zeit zu der Gitarre, als man den ursprünglichen Gitarren-Rock (kein Punk und kein Heavy-Metal) längst für Tod erklärt hat. Zu jener Zeit als The Smiths anfingen gab es ja eigentlich nur New Wave, Punk, Synthie-Pop, Heavy-Metal und AOR (ich nenne das immer Weichspüler-Rock...da es wirklich niemanden stört, wenn diese Musik als Hintergrundbeschallung läuft...ideal auch zum Waschen und Bügeln geeignet). The Smiths und einige andere Bands (etwa auch R.E.M. und The Go-Betweens) griffen also wieder zur Gitarre und machten Musik, die man als Alternative zu den vorherschenden Stilen interpretieren konnte. Vieleicht rührt der Begriff Alternative auch von daher. Keine Ahnung, da bin ich jetzt ehrlich gesagt überfragt.

    The Smiths entwickelten sich jetzt nicht übermässig weiter im herkömmlichen Sinne. Also meiner Meinung nach nicht. Allerdings gab es diese Gruppe ja auch nicht allzu lange. Morrissey schlug ja schon bald eine Solo-Karriere ein. Aber die Gruppe verwendete oft ziemlich unorthodoxe und dennoch irgendwie schon eingängige Gitarren-Riffs, und war vor allem eines: textlich brillant. Morrissey, der ja auch für die Song-Texte von The Smiths verantwortlich war, war (und ist auch heute noch als Solist) ein meiner Meinung nach exzellenter Songwriter.

    Aber The Smiths machten keinen Garagen-Rock wie die Gruppen die Ende der 60er-Jahre vor allem in den USA aktiv waren. Ich würde sie eher als Mitbegründer von Alternative sehen. Mit jenem Verständniss von Alternative wie es später dann vor allem von einigen Gitarren-Britpop-Bands wieder aufgriffen wurde.

    Zitat Zitat von judith
    Aber haben sich the Who (in einem ausgeprägten Maße) weiterentwickelt?
    Ich würde schon sagen, dass sich The Who weiterentwickelt haben. Sie haben angefangen ganz ähnlich wie The Rolling Stones und spielten zu Beginn Rhythm 'N' Blues. Allerdings mit einiger Energie, die man bei The Rolling Stones in ihrer Anfangszeit vergeblich suchte. Man denke nur an den Song "My Generation", eine der bedeutendsten Teenager-Hymnen der Musikgeschichte überhaupt, mit seiner legendären Textzeile "Hope I die before I get old". Ausserdem liessen sich The Who schon früh von anderen Grössen der Musik inspirieren. Etwa von Charlie Parker für ihren Song "Anyway, Anyhow, Anywhere".

    Was allerdings The Who vor allem auszeichnete, neben dem fulminanten Bass-Spiel von John Entwistle und dem unorthodoxen Drumming von Keith Moon, war ihr fast schon visionäres Songwriting von Pete Townshend. Er schrieb 1966 den Song "I'm A Boy". Dieser Song war eine Utopie, die davon ausging, dass in naher Zukunft die Eltern das Geschlecht ihrer Kinder schon vor deren Geburt auswählen konnten. Es ging um die Vorstellung von Wunschkindern. Die Familie, die im Songtext vorkam, wünschte sich vier Mädchen, aber etwas lief schief, denn sie bekamen drei Mädchen und einen Jungen. Zu jener Zeit eine Utopie, aber heute ja durchaus im Bereich des Möglichen.

    "The Who Sell Out" war der Titel des Albums, das Ende 1967 in die Plattenläden kam. Pete Townshend gelang ein ironisches Konzept-Album mit der Absicht, die Werbe-Jingles der Radiowerbung auf die Schippe zu nehmen, das Ganze möglichst bunt, laut und originell mit der Musik von The Who zu verbinden, und so ein Stück Pop-Art nahe am Zeitgeschehen zu schaffen. Die Werbe-Jingles wurden eingesetzt, um das ziemlich provokannte Songmaterial des Albums zu zensieren. "The Who Sell Out" verdeutlichtete, dass die Gruppe auch für feine Strukturen gut war. The Who kamen zu neuen Ausdrucksformen und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer Musik. Etwa der von Speedy Keen, einem Freund von Pete Townshend, geschriebene und im psychedelischen Stil gehaltene Song "Armenia City In The Sky" oder die beiden heiteren Erzählungen in Dialogform "Odorono" und "Tattoo".

    Dann kam im März 1969 "Tommy". Das war zur damaligen Zeit etwas ganz Außergewöhnliches. The Who erzählten die Geschichte eines Jungen mit Namen Tommy, der nach einer traumatischen Erfahrung sein Leben als Autist verbrachte, blind und taubstumm wurde. Seine Mutter unterzog ihn quasi einer Art Gehirnwäsche, nach dem Tommy den Mord an seinem vom Krieg zurückgekehrten Vater durch den Geliebten seiner Mutter beobachtete. Nach Durchleiden eines Martyriums durch verschiedene Wunderheiler, Doktoren, Dr*gen-Königinnen und missbraucht von Verwandten entwickelte Tommy übersinnliche Fähigkeiten und stieg zum Flipper-König auf. Er wurde zum modernen Messias und scharte eine Gemeinde von Gläubigen um sich. Nach seiner Wunderheilung verlor er aber die Zuneigung seiner Anhänger und stand schliesslich geläutert, aber alleine in der Welt. Die Geschichte dieses Konzept-Albums war durchaus komplex. Ausser Peter Townshend wusste wohl keiner der beteiligten Musiker, wovon es handelte oder wohin es letzlich führen sollte bzw. wer die Charaktere waren oder was sie taten. Pete Townshend lieferte eine saubere Arbeit ab. Aufgrund der beschränkten Instrumentierung mussten einige Songs geradezu auf die von ihm gespielte Akustik-Gitarre basieren. Neben "Pinball Wizard" beispielsweise auch "Tommy Can You Hear Me?". Dazu war das Songwriting von Pete Townshend nahezu perfekt, da letztlich Titel wie das scharfe "Acid Queen", das befreiende "I'm Free" oder das finale "We're Not Gonna Take It" für sich alleine standen. Auf der "Overture" war John Entwistle auf dem Waldhorn zu hören und besonders pfiffig war die Idee einer "Underture". Pete Townshend baute "Tommy" zur Rock-Oper auf und seine Inszenierungen lieferten die Vorlage für die Verfilmung des Stoffes durch Ken Russell. 1975 kam "Tommy" in die Kinos. Dabei wirkten Stars wie Jack Nicholson, Ann Margret, Tina Turner, Eric Clapton und Elton John mit. Lou Reizner inszenierte eine Theater-Version, die 1993 am Broadway uraufgeführt wurde.

    Ende 1969 plante Pete Townshend ein Doppel-Album mit dem Titel "Lifehouse". Pete Townshend wollte mit diesem utopischen Konzeptalbum eine Gesellschaft darstellen, deren Leben ausschliesslich in der eigenen Wohnung stattfand und die über ein Informationssystem namens The Grid (ähnlich wie unserem heutigen Internet) an einer virtuellen Parallelwelt teilnahm. Pete Townshend wollte die Geschichte eines Rebellen erzählen, der aus dieser Gesellschaft ausbrach, indem er bei einem echten Konzert echte Kommunikation und damit echte Gefühle und ein spirituelles Erlebnis auslöste. Zudem wollte Pete Townshend das Ganze multimedial aufbereiten, mit einem Film und einer Rock-Oper-Konzert-Reihe. Universal Pictures, die dieses sehr ehrgeizige Projekt finanziell unterstützen wollten, stiegen jedoch sehr schnell wieder aus. Und selbst die Bandkollegen von Pete Townshend kapierten nicht so recht, was es mit dem geplanten "Lifehouse"-Projekt auf sich hatte. Letzten Endes konnte das Doppelalbum "Lifehouse" nie realisiert werden. Am Ende standen neun Songs, die später auf dem Album "Who's Next" verwendet wurden. Übrig blieb außerdem ein ganzer Stapel von fertiggestellten Songfragmenten, die zum Teil erst Jahrzehnte später das Licht der Welt erblickten.

    Und eben jenes Song-Material, das man auf "Who's Next" hören konnte, stellte im Bereich der musikalischen Entwicklung einen weiteren Fortschritt dar. Pete Townshend spielte erstmals in der Geschichte der Band auch Keyboard-Linien ein und wurde dabei unterem durch die Lehren des indischen Philosophen Meher Baba und dem Sound des minimalistischen US-Komponisten Terry Riley inspiriert. Deshalb entstand wohl auch ein Song mit dem Titel "Baba O'Riley", der im Volksmund oft fälschlicherweise als "Teenage Wasteland" bezeichnet wird.

    1973 veröffentlichten The Who mit dem Album "Quadrophenia" ein weiteres Konzept-Epos. Die Geschichte handelte von einem Teenager, der tagsüber einer geregelten Arbeit in einem Büro nachging. Der Teenager sucht einen Ausweg aus seinem langweiligen, aussichtslosen und irgendwie hoffnungslosen Leben und schloss sich einer Gruppe gleichgesinnter Jugendlicher an, die der Mod-Bewegung angehörten. Abends trafen sie sich immer, gingen gemeinsam auf Partys, fuhren mit ihren Motorrollern und nahmen Dr*gen. Die Teenager der Mod-Bewegung lagen im ständigen Streit mit den Rockern, der sehr oft in Massenschlägereien ausartete. Bei einer solchen Massenschlägerei zwischen den beiden Jugendbanden kam der Teenager in einen Gewissenskonflikt, als seine Freunde einen Jugendfreund von ihm zusammenschlugen, der Mitglied der Rocker geworden war. Der Teenager erkannte langsam, dass er als uniformes Mitglied einer Gruppe Jugendlicher, die sich vor allem durch ihre Mode definierten, keineswegs die Individualität und Freiheit fand, die er suchte. Der Teenager arbeitete an sich, machte sich intensiv Gedanken über sein Leben und wurde zum Ende der Geschichte erwachsen. Das Songwriting von Pete Townshend war einmal mehr vom Allerfeinsten. Besonders beeindruckend sind für mich auf "Quadrophenia" der aufgebrachte Song "Real Me", der etwas zynische Song "Punk Meets The Godfather", die beiden schwermütigen Songs "5:15" und "Sea And Sand" sowie der besonders ausdrucksstarke Song "Love, Reign O'er Me". "Quadrophenia" wurde durch den Regisseur Franc Roddam verfilmt und kam 1979 in die Kinos. Inspiriert wurde Franc Roddam durch die Inszenierungen von Pete Townshend, der die Live-Auftritte der Who zu "Quadrophenia" ähnlich wie bei "Tommy" zu Rock-Opern aufbaute.

    Allerdings muss man sagen, dass danach die musikalische Entwicklung von The Who nach und nach ins Stoppen geraten ist. Bedingt wohl durch zwei schwerwiegende Ereignisse. Zum einem starb am 07. September 1978 ihr Drummer Keith Moon (sein Nachfolger Kenny Johnes konnte ihm meiner Meinung nach nie das Wasser reichen) und zum anderen eine Katastrophe, die sich am 03. Dezember 1979 bei einem Konzert von The Who im Riverfront Coliseum in Cincinnati zugetragen hatte. Dort starben elf Besucher bei einem Ansturm auf unbesetzte Plätze. Der traurigste Tag im Leben von Pete Townshend stürzte ihn in eine Krise. Es folgten Alkohol- und Dr*genprobleme. Damit einher ging auch das langsame Ende einer grossartigen Band. Meiner Meinung nach zumindest, denn die Alben, die folgten, fand ich persönlich nicht so toll. Ich fand sie eher durchwachsen.

    Zitat Zitat von judith
    Denn The Who, The Smiths und die Beatles sind wohl DIE Bands, an denen sich die heutigen Brit Popper / New Waver orientieren (Aus anderen Mündern möge man hören: sie kopieren)
    Bezüglich Britpop (zumindestens dem Britpop der ersten Generation (Blur, Oasis, Suede etc.)) bin ich Deiner Meinung. Da zählen sicherlich The Beatles, The Who und The Smiths zu den grössten Einflüssen. Daneben auch noch eine weitere sehr wichtige Band, die man nicht unerwähnt lassen sollte: The Kinks.

    Bezüglich diesen neuen New Wave-Geschichten würde ich allerdings eher Gruppen wie Television, Talking Heads, Joy Division, XTC oder The Cure als grössten Einfluss bezeichnen.

    Allgemein würde ich sagen, dass beide (also sowohl die Britpop-Bands als auch diese neueren New Wave-Bands) sich schon stark an ihren grössten Einflüssen orientieren. Kopieren sicherlich nicht. Aber sie lehnen sich daran an.

    Gruss, Bad

  17. BadMoonRising´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  18. Nach oben   #17

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    Gratulation, es wr wirklich sehr interessand deinen Beitrag zu lesen. Ich muss mir umbedingt ein The Who album besogen

    10 Punke

  19. Nach oben   #18

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    Zu Beginn möchte ich mal kurz für eure Beiträge bedanken(besonnders bei Bad Moon Rising. Man wie alt bist du und was machst du beruflich? Musikhistoriker?)
    Auf jeden Fall alles sehr lehrreich und man hat das gefühl in unserer Casting-TokioHotel-SnoopDog-Musikgesellschaft nicht allein zu sein:o . Ich bin froh, das Bands wie die Stones oder Deep Purple noch Musik machen. Erst letzte Woche war ich in Berlin auf einem the Who Konzert. Obwohl ich wahrscheinlich mit Abstand die jüngste war(21), war es einfach großartig, die Legenden einmal live zu erleben und mit alten 68ern "My Generation" mitzugrölen. Das Problem ist nämlich leider, das man bei diesen Bands nie weiß, ob sie nochmal auf Tour gehen(außer bei den Stones vielleicht).
    Ich selbst(ACHTUNG OUTING!) mag diese neue Brit-Pop-Welle sehr gern. Gerade die Kaiser Chiefs, Artic Monkeys und Dirty Pretty Thinks gehören absolut zu meinen Favoriten. Jedoch haben alle erst ein Album gemacht, deswegen muß ich abwarten. Die Musik aus GB ist meiner Meinung nach das Enkelkind der alten Rock n Roller. Es fehlt jedoch bei jeder dieser (wie ihr es nennt) Garagen-Bands dieser Revolutionäre Gedanke, der The Who und wie sie alle heißen ausgezeichnet hat. Der Unterschied ist die fehlende Rebellion und der Ausbruch aus unserer Moral-Werte-Gesellschaft(fällt jemandem ein besseres Wort dafür ein?). Deswegen werden diese neuen Bands in 30Jahren aus den Köpfen unserer Generation verschwunden sein. Sie stoßen nicht mehr wie damals zum nachdenken an. Sie fordern nicht mehr auf, energisch zu sein und über die Welt und das Leben zu philosophieren. Es ist alles sehr "nett", aber auf keinen Fall mutig oder verspielt. Es fehlt an allen Ecken und Enden an experimentierfreudigkeit und Utopie. Deswegen muß ich ganz klar bekennen, das die Musik von damals auf jeden Fall besser war. Nicht unbedingt die Musik als solche, sondern der Gedanke, der dahinter stand. Oder sieht irgendwer in irgendeiner Band diese Leidenschaft die ich meine?

  20. Nach oben   #19

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    Zu Beginn möchte ich mich mal kurz für eure Beiträge bedanken(besonnders bei Bad Moon Rising. Man wie alt bist du und was machst du beruflich? Musikhistoriker?)
    Auf jeden Fall alles sehr lehrreich und man hat das gefühl in unserer Casting-TokioHotel-SnoopDog-Musikgesellschaft nicht allein zu sein:o . Ich bin froh, das Bands wie die Stones oder Deep Purple noch Musik machen. Erst letzte Woche war ich in Berlin auf einem the Who Konzert. Obwohl ich wahrscheinlich mit Abstand die jüngste war(21), war es einfach großartig, die Legenden einmal live zu erleben und mit alten 68ern "My Generation" mitzugrölen. Das Problem ist nämlich leider, das man bei diesen Bands nie weiß, ob sie nochmal auf Tour gehen(außer bei den Stones vielleicht).
    Ich selbst(ACHTUNG OUTING!) mag diese neue Brit-Pop-Welle sehr gern. Gerade die Kaiser Chiefs, Artic Monkeys und Dirty Pretty Things gehören absolut zu meinen Favoriten. Jedoch haben alle erst ein Album gemacht, deswegen muß ich abwarten. Die Musik aus GB ist meiner Meinung nach das Enkelkind der alten Rock n Roller. Es fehlt jedoch bei jeder dieser (wie ihr es nennt) Garagen-Bands dieser Revolutionäre Gedanke, der The Who und wie sie alle heißen ausgezeichnet hat. Der Unterschied ist die fehlende Rebellion und der Ausbruch aus unserer Moral-Werte-Gesellschaft(fällt jemandem ein besseres Wort dafür ein?). Deswegen werden diese neuen Bands in 30Jahren aus den Köpfen unserer Generation verschwunden sein. Sie stoßen nicht mehr wie damals zum nachdenken an. Sie fordern nicht mehr auf, energisch zu sein und über die Welt und das Leben zu philosophieren. Es ist alles sehr "nett", aber auf keinen Fall mutig oder verspielt. Es fehlt an allen Ecken und Enden an experimentierfreudigkeit und Utopie. Deswegen muß ich ganz klar bekennen, das die Musik von damals auf jeden Fall besser war. Nicht unbedingt die Musik als solche, sondern der Gedanke, der dahinter stand. Oder sieht irgendwer in irgendeiner Band diese Leidenschaft die ich meine?

  21. Nach oben   #20
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    Zitat Zitat von Penny-Lane
    Man wie alt bist du und was machst du beruflich? Musikhistoriker?
    Ich bin wie man meinem Profil auch entnehmen kann 28 Jahre jung und bin gelernter Steuerfachangestellter ohne derzeitige Anstellung.

    Zitat Zitat von Penny-Lane
    Es ist alles sehr "nett", aber auf keinen Fall mutig oder verspielt. Es fehlt an allen Ecken und Enden an experimentierfreudigkeit und Utopie. Deswegen muß ich ganz klar bekennen, das die Musik von damals auf jeden Fall besser war. Nicht unbedingt die Musik als solche, sondern der Gedanke, der dahinter stand. Oder sieht irgendwer in irgendeiner Band diese Leidenschaft die ich meine?
    Auf mich wirken solche aktuelle Bands auch vielfach "nett", wenn ich sie mir das erste Mal anhöre. Aber es zündet da einfach kein Funke. Musikalisch repräsentieren solche Bands (ich zähle sie jetzt nicht nochmal alle auf) zweifelsohne diesen alten Rock 'N' Roll-Gedanken, aber es fehlt der wirkliche Biss. Auf mich wirkte eigentlich nur, wie schon erwähnt, das erste Album von The Strokes noch etwas frech und unbekümmert. War aber, nach dem ich es mir zugegeben ziemlich oft angehört habe, eben "totgehört". Wahrscheinlich weil es diese Experimentierfreudigkeit und Innovation nicht hatte, die ich ihn meinen Ohren brauche, um mich langfristig mit einer Musik zu beschäftigen.

    Um Deine Frage aus meiner Sicht der Dinge zu beantworten: Ich sehe, im Moment jedenfalls, keine solche Band, die sich mit einer solchen Wucht, Energie und auch einer Vision wie die "alte Hasen" an ihre Arbeit macht. Diejenigen, dieser Bands, die den alten Rock 'N' Roll-Geist versuchen aufleben zu lassen, wirken zumindest auf mich wie zahnlose Tiger.

    Am meisten Innovation bzw. Experimentierfreudigkeit (rein musikalisch gesehen) kann ich persönlich von diesen ganzen neueren Bands, die das Ideal des Rock 'N' Roll verkörpern wollen, bei Black Rebel Motorcycle Club wiederfinden, obgleich ich auch nur ihre Debut-Scheibe habe. Ist allerdings auch wieder Musik, an der ich mich schnell satt gehört habe. Doch wenn ich sie mit anderen ähnlich gelagerten Gruppen vergleiche, die ich kenne, komme ich zum Ergebnis, dass ich ihnen wohl noch am ehesten etwas abgewinnen kann (neben dem Debut-Album von The Strokes). Doch den Gedanken von damals repräsentieren sie meiner Meinung nach auch nicht. Nur die Musik.

    Gruss, Bad

  22. Nach oben   #21

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    hmm.. Bad, ich hätte nochmal ne Frage.

    Auf mich wirken die Texte von I'm a boy und z.b. pictures of lilly ziemlich simple. zwar nicht schlecht, aber eben simpel.
    (nicht dass ich etwas gegen the who sagen will!)
    aber glaubst du wirklich, dass sie mit I'm a boy auf die Gentechnik anspielen wollten?
    Ich bin mir da nämlich garnicht so sicher...

  23. Nach oben   #22
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    "I'm A Boy" sollte wohl nicht direkt eine Anspielung auf Gentechnik sein, als vielmehr eine Anspielung auf den Wunschgedanken vieler Eltern das Geschlecht der Kinder schon vor deren Geburt bestimmen zu können. Ich habe zu der Zeit ja nicht selbst gelebt als das Lied entstand, aber ich denke nicht das allzuviele Menschen sich damals schon darüber Gedanken machten bzw. erahnen konnten, dass das in ferner Zukunft (also so ab den 90er-Jahren) durchaus im Bereich des Möglichen wäre. Einen Literatur-Preis hätten The Who damit ohne Zweifel nie gewinnen können, aber wenn man das Lied mit anderen Liedern zur damaligen Zeit vergleicht (The Beatles schrieben zu der Zeit noch Liebeslieder bzw. Lieder über Beziehungen, The Rolling Stones coverten noch überwiegend alte Blues-Nummern usw.) hob es sich schon ab von den anderen Texten anderer Bands. Alleine die Idee, über so etwas einen Song zu schreiben, war schon etwas neues.

    "Pictures Of Lily" ist, muss ich zugeben, vom Text her ein ziemlich banaler Song. Den amerikanischen Radiostationen war der Song gar ein Dorn im Auge, weil er im puristischen Amerika ein Tabu verletzte, denn es wurde das Thema Selbstbefriedigung in dem Song mehr oder weniger direkt thematisiert. Aber das war wiederum der Rebellen-Gedanke von The Who. Damit wollten sie wohl ein Tabu brechen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ein weiterer Song, der ein für die damalige Zeit ungewöhnliches Thema beinhaltete, wäre "Something In The Air". Der Song wurde von Pete Townshend für seinen Freund Speedy Keen (Mastermind der Gruppe Thunderclap Newman) geschrieben. Damit revanchierte sich Pete Townshend dafür, dass Speedy Keen ihm für The Who den Song "Armenia City In The Sky" geschrieben hatte. "Something In The Air" war der erste Hit in der Musikgeschichte, der sich dem Thema Umweltverschmutzung annahm. Viele Jahre später wurde der Song von Tom Petty And The Heartbreakers gecovert ohne allerdings, jedenfalls meiner Meinung nach, an die Klasse des Originals heranzureichen.

    Gruss, Bad

  24. Nach oben   #23

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    x] ich wusste, dass du mich glücklich machen wirst, bad
    danke !

  25. Nach oben   #24
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    Gern geschehen.

    Dennoch bleiben The Who für mich in erster Linie eines: eine klasse Album-Band.

    Ihre Alben "The Who Sell Out", "Tommy", "Who's Next" und "Quadrophenia" halte ich für sehr wichtige Zeitdokumente. Sowohl textlich als auch musikalisch. Und es sind im übrigen Zeitdokumente, die man meiner Meinung nach immer wieder gerne und gut anhören kann. Jedenfalls geht es mir so.

    Gruss, Bad

  26. Nach oben   #25

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    Rock'N'Roll kann niemals Geschichte Sein, denn er wird nie aussterben. Er ist mal lauter, mal leiser, aber es wird immer Menschen geben, die ihn für ihr Leben und der Findung ihrer eigenen Identität brauchen. Hier übrigens ein Auszug aus meinen Lieblingsschauspielerinnen

  27. Nach oben   #26

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    Mal wieder echt ein Kompliment an Bad..besser hätt ichs echt ned ausdrücken können...besonders bei meiner Lieblingsband: The Who; Da diese aber jetzt eh schon fast "zu gut" behandelt wordn sind geh ich mal zu Nummer 2 & 3 meiner Favorites nämlich Led Zeppelin & Pink Floyd:

    Led Zeppelin haben nicht nur einfach so super Songs herrausgebracht wie es heutzutage der Fall ist, denn hier geht es, zumindest in den meisten Fällen, sowieso nur mehr um Geld & Ruhm; Nein Led Zeppelin u.a. haben gezeigt dass Musik DASS ist, womit man Menschen erreichen kann, womit man Gefühle auslösen & ausdrücken kann und dies zeitlos! Denn in welchem Lied von heutigen Interpreten steckt noch diese Magie, diese Mystik & diese charismatisch Ausdruckstärke wie z.b. Stairway To Heaven? Über welchen Song der heutzutage gesungen wird, wird soviel diskutiert, philosophiert und vorallem interpretiert wie dieser? Außerdem wird (zumindest meiner Meinung nach) in den heutigen Texten nicht nur klipp und klar gesagt um was es geht und somit kein Hintergrundgedanke(n) für persönliche Fantasien, Gedanken & Interpretationen gelassen, sondern es wird auch nicht mehr mit Metafern (ich hoffe richtig geschrieben) und ähnlichem gearbeitet...

    Pink Floyd: Haben versucht & es irgendwie auch geschafft so wie keine andere Band zuvor (& warscheindlich auch danach) mit Tönen, Geräuschen & deren Modifikation, kombiniert mit visuellen Effekten & Lichtshows u.a. & tiefsinnigen Texten die Musik als Kunst ansich darzustellen und wirken zu lassen und haben somit nicht nur nachfolgende Bands inspiriert sondern auch gezeichnet und gezeigt wie vielseitig Musik wirkt und einsetzbar ist...

    LG Syd

  28. Nach oben   #27
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    Hast Du sehr schön ausgedrückt Syd.

    Besonders gut finde ich, dass Du das mit den Metaphern bei Led Zeppelin hervorgehoben hast. Denn das vermisse ich auch bei vielen aktuellen Bands, gerade von diesen Garagen-Rock-Bands. Rock-Musik, die sich zum einen aus technischem Können, zum anderen aus melidiösen und emotionalen Elementen sowie aus Texten aufbaut, die Raum geben zur eigenen Interpretation.

    Ich beziehe mich wohlgemerkt nur auf die Garagen-Rock-Bands. Es gibt genügend andere Bands, die sich heutzutage auch noch Mühe machen, solche Musik zu schreiben (sowohl hinsichtlich der Musik selbst als auch bezüglich der Lyrics), aber die findet eben in anderen Kategorien statt. Ich denke da an Bands wie Coheed & Cambria, die über mehrere Alben verteilt eine Weltraumsaga musikalisch bearbeiten, ich denke da an Tool, die sehr interpretationsreiche Texte in ihrer Musik verarbeiten, ich denke da an Pain Of Salvation, deren Alben immer aus einem Konzept besteht und deren Texte man mit ernstzunehmender Literatur vergleichen kann, ich denke da an Riverside, die sich einer Konzept-Reihe widmen oder an Porcupine Tree, deren Texte auch immer sehr viel Raum zur Interpretation lassen oder an Dream Theater, die oft ein Album in Sinne eines Konzept-Charakter entwickeln. Dazu gehören für mich auch Bands wie Dredg und Pineapple Thief, die ebenfalls nie musikalisch auf der Stelle stehen bleiben und ihre Musik auch in Konzepte verpacken. Die Liste könnte ich noch um viele weiterer Bands ergänzen. Ihnen, so unterschiedlich ihre Musik auch ist, ist eines gemein, sie verbinden ihre Musik mit einem Kunstanspruch. Diesen Anspruch findet man bei den Garagen-Rock-Bands nie. Die wollen ihre schnelllebigen, eingängigen Hits an den Mann bringen. Dabei besteht der Rest ihrer Alben meist aus Füllstoff.

    Hinsichtlich der Weiterentwicklung einer Band sollte man bezüglich Led Zeppelin erwähnen, dass es eine Band war, die sich immer wieder daran versucht hat, andere Stile in ihre Musik einzubauen. Sei es Folk, sei es Westcoast, sei es orientalische Musik, sei es Reggae, sei es Funk oder sei es dem wohlgemerkt passenden Einsatz eines Keyboards. Die Gruppe blieb nie auf der Stelle stehen, sondern erfand sich immer wieder auf das Neue und zeigte vor allem auch Charakter als John Bonham, ihr Drummer, verstarb, als sie sich danach auflösten.

    Bezüglich Pink Floyd melde ich mich später noch einmal zu Wort.

    Gruss, Bad

  29. Nach oben   #28

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    Na bitte ich weiß ja warum ich dich als erstes in meine Buddy Liste reinghaut hab Bad...weilst mich verstehst...achja und wegen dem das es heutzutage auch noch Leider nur mehr einige Bands gibt die zumindest versuchen sich ebenfalls in dem Spektrum bewegen wie LZ, PF oder TW...Besonders gut finde ich da "Wolfmother" (wirst sie sicha kennen Bad) die muss ich sagen nicht schlecht versuchen da anzufangen wo die andren aufgehört haben...LG & THX Fürs Kompliment: Syd

    PS: ich hab den letzten Satz absichtlich nicht zu Ende geschrieben da ich 1. noch auf deine Pink Floyd Interpr. warte & 2. Ich grad Abendessn gehn muss looool

  30. Nach oben   #29
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    Die Besonderheit an Pink Floyd bestand darin, dass es eine Gruppe war, die ohne jedwelchen Starkult auskam. Pink Floyd waren keine Band zum Anfassen, denn ihre elektronischen Wunderwerke entstammten einer eher intelektuellen Ebene. Ein Niveau, auf dem es galt, kreative Musik, akustische Effekte und optische Spektakel zu erforschen, die man als Konsument allenfalls respektvoll bestaunen durfte.

    Am Anfang ihrer Karriere spielten sie Blues-Rock. Doch diese Zeit war 1966 vorbei. Unter dem Motto "Spontaneous Underground" standen sie im Marquee Club in London zum ersten Mal auf der Bühne. Inspiriert von amerikanischer Westcoast-Musik, den Trip-Visionen des amerikanischen Dr*genpapstes Timothy Leary und sphärischen Phantasien zerhackten sie Songs von Chuck Berry mit elektronischen Feedback-Techniken und begeisterten damit den Londoner Underground. Im Oktober des gleichen Jahres beteiligte sich die Gruppe in einer Londoner Schule an einem Sound And Light-Workshop, der von Mitgliedern des amerikanischen Timothy Leary-Millbrook Institute geleitet wurde. Hier wuchs die Idee, elektronische Rock-Musik in psychedelischen Tonfragmenten mit Licht- und Diaprojektoren zu vereinen. Es war die Geburt der Multimedia-Show, wenn auch noch in relativ bescheidener Form. Mit der Perfektionierung eben jener Multimedia-Shows sollten Pink Floyd später zu Weltruhm gelangen. Die Band spezialisierte sich künftig auf die visuelle und akustische Umsetzung ihres visionären Rock und nutzte dafür immer neue Technologien. So beispielsweise den sogenannten Azimuth-Coordinator, der einen Rundum-Sound garantierte.

    Pink Floyd erwiesen sich als die zeitgenössische Band schlechthin, die Elemente aus Neuer Musik und Rock zu einem eigenständigen Stil verarbeiteten. Pink Floyd eröffneten der Rock-Musik bis dahin ungeahnte Möglichkeiten. So verblüfften sie 1967 alle Musikfreunde mit ihrem Debut-Album "The Piper At The Gates Of Dawn". Sie setzten mit einer neuartigen Sound-Architektur exotische Akzente, experimentierten mit Geräuschbändern, unkonventionellen Effektgeräten und schwelgten in futuristischen Techno-Phantasien. Und so ganz nebenbei erfanden Pink Floyd mit den beiden Album-Tracks "Interstellar Overdrive" und "Astronomy Domine" den Space-Rock. Mastermind der bizarren Klangmuster war Syd Barrett. Das erste und gleichzeitig letzte Album, auf dem er mitwirkte.

    Zwei Jahre später erschien das Doppel-Album "Ummagumma", das ich als ein Meilenstein der Psychodelia-Musik einstufen würde. Die erste Seite besteht aus Live-Aufnahmen. Von denen sticht besonders das Stück "Careful With That Axe, Eugene" hervor. Das Stück findet seinen Ausdruck in der ansteigenden Spannung, die anschließend in dem unheimlichen Schrei von Roger Waters ihren absoluten Höhepunkt erfährt. Wirklich gänsehauterzeugend! Auf der zweiten Seite werden übliche Hörgewohnheiten auf eine harte Probe gestellt. Jeder der vier Musiker erarbeitete getrennt von den anderen Gruppenmitgliedern ein eigenes Stück. Oder sagen wir besser er entwarf eine Sound-Collage. Letzten Endes kam dabei etwas heraus, das schon abenteuerlustige Ohren voraussetzt. "Sysyphus" lautet der Name des in vier Teile aufgebauten Stückes von Rick Wright. Das Stück ist dem bekanntlich sinnlosen Bestreben des Sysyphus gewidmet, eine vernünftige Arbeit zu verrichten. Illustriert wird das durch einen dunklen, hart klingenden Mellotronriff, der das Eröffnung- und Abschlussthema bildet. Dazwischen gibt es lyrische Pianoparts, die sich dann auf dramatische Weise ins Atonale steigern. Roger Waters steuerte zwei Stücke bei. Zum einen mit "Grantchester Meadows" ein folkiges Stück, das mit den Geräuschen von rauschenden Bächen, Vogelgesang, auffliegenden Rebhühnern, spielenden Kindern und dem Bellen von Füchsen unterlegt wurde. Zum anderen mit "Several Species Of Small Fury Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict" eine aberwitzige Sound-Collage. Hier gibt es nur elektronisch erzeugte Klänge und Geräusche zu hören. Am Anfang schwirrende Fliegen, zirpende Grillen und anderer Insekten. Dazu gesellen sich Horden von singenden Zwergen. Das Stück handelt von einer Schar kleiner Pelztiere, die in eine Höhle gehen, um einem Neandertaler bei einer Rede zuzuhören, der natürlich dann auch noch in schottischem Dialekt spricht. Ein wirklich sehr abgefahrenes Stück! Etwas konventioneller, aber sehr stimmungsvoll, ist das Stück "The Narrow Way" von David Gilmour. Er überzeugt unter anderem mit einem famosen Spiel an der Slide-Gitarre. "The Grand Vizier's Garden Party" ist das Stück von Nick Mason. Darauf bediente er das Schlagzeug und jede Menge anderer Percussion-Experimente, um damit das Geschehen einer Party im Garten klangtechnisch nachzubilden. Dabei gibt es einige Male einige seltsame Stimmen zu hören, die allerdings irgendwie nie wirklich etwas zu sagen haben. Das ganze Stück wird von lyrischen Mellotron-Flöten eröffnet und abgeschlossen.

    1970 kam das Album "Atom Heart Mother". Alleine schon das 24-minütige Titel-Stück "Atom Heart Mother" war eine musikalische Offenbarung und sehr aussergewöhnlich, da es Rock und Klassik in einer sehr filigranen und avantgardistischen Art und Weise miteinander verband.

    1971 veröffentlichten Pink Floyd das Album "Meddle". Mit diesem Album entdeckten Pink Floyd den Art-Rock, mit dem sie heute noch identifiziert werden und der sie berühmt machte. "Meddle" stellte eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber ihren früheren Arbeiten dar. Der Sound ist subtiler geworden und die Eleganz der Stücke deutete schon an was auf den späteren Nachfolger-Alben folgen sollte. Ausgeglichene, fliessende Musik mit deutlichen, durchaus griffigen Strukturen verriet bestes Handwerk. Mit "One Of These Days" und "Echoes" sind zwei Stücke vertreten, die in ihrer ganzen Art und Weise einzigartig sind. Doch es ist vor allem die Mammut-Komposition "Echoes", die haften bleibt. Ein Epos, das mit den Geräuschen eines Echolots beginnt. Dieser Echelot-Klang wurde durch ein Feedback-Effekt mit dem Keyboard erzeugt, der durch Zufall im Studio entstand. Ein Epos, das über die komplette 23-minütige Spielzeit klingt als wäre es direkt in den Tiefen des Ozeans aufgenommen worden. Im Mittelteil sind Walgesänge zu hören, die aus einer sehr speziellen Spielweise von David Gilmour an der Gitarre erzeugt wurden. Damals gab es den Begriff der Trance-Musik noch nicht, ansonsten würde er meiner Meinung nach auf "Echoes" zutreffen.

    1972 drehten Pink Floyd in der antiken Stadt Pompeji am Fusse des Vesuvs einen Konzertfilm, der Geschichte machte. "Live At Pompeji" war ein makelloser 90-minütiger Auftritt, während des Sonnenuntergangs in Pompeji, der nur für die Kameras gemacht wurde. Mit den Einnahmen wurden die Ausgrabungen in der antiken Stadt finanziert.

    Im Frühjahr 1973 erreichten Pink Floyd mit ihrem Album "Dark Side Of The Moon" ein neues Format. Das Album hielt sich von 1973 bis 1988 sage und schreibe 740 Wochen in den US-Album-Charts. "Dark Side Of The Moon" würde ich als ein Meisterstück einer genialen Synthese zwischen Rock-Musik und modernster Elektronik bezeichnen. Mit den beiden Stücken "Money", mit dem berühmten Klirren des Geldes und den Geräuschen der Registrierkassen in der Anfangssequenz, und "Time", mit dem berühmten Ticken der Uhren und dem Klingeln der Wecker in der Anfangssequenz, befinden sich zwei absolute Pink Floyd-Klassiker auf diesem Meister-Album und zugleich einem der besten Konzept-Alben schlechthin. Es geht darum, dass die sinnlose Jagd nach materiellen Dingen uns bei der Suche nach einem erfüllteren Leben behindert. Dass wir aus Zeitmangel, weil wir die Zeit mit vielen nebensächlichen Dingen verschwenden, aus Stress und Hektik, und aus einem reinem Konsum-Verhalten, nicht mehr die wichtigen Dinge des Lebens als wirklich wichtigen Dinge des Lebens anerkennen. Der Zeitmangel, der Stress, die Hektik und unser Konsum-Verhalten blockieren uns, und können uns sogar zum Wahnsinn treiben, da sie unser Leben beherschen können.

    Das Album "Wish You Were Here", das 1975 in die Plattenläden kam, profitierte sehr von dem Megaerfolg des Vorgängeralbums. Auf "Wish You Were Here" befindet sich mit "Shine On You Crazy Diamond" eines der stärksten Pink Floyd-Stücke. Als Pink Floyd dieses Stück 1974 aufnahmen, erhielten sie kurzzeitigen Besuch vom mittlerweile völlig psychotischen Syd Barrett, was offenbar einen prägenden Eindruck bei seinen ehemaligen Band-Kollegen hinterliess. Wie wohl bei keinem anderen Album von Pink Floyd, sieht man einmal von "The Piper At The Gates Of Dawn" ab, schwebte der Geist von Syd Barrett über das Album "Wish You Were Here" und insbesondere dem Stück "Shine On You Crazy Diamond". Das Fehlen ihres einstigen Masterminds sollten Pink Floyd als Inspiration dieses Meister-Stücks nutzen. Wegen seiner oft verrückten musikalischen Ideen sehnte man sich nach ihm ("Wish You Were Here"); dem "Crazy Diamond", wie Syd Barrett aufgrund seiner oft verückten, brillanten musikalischen Ideen auch noch genannt wurde; da die Band zu diesem Zeitpunkt in ein kreatives Loch gefallen war.

    Anfang 1977 wurde das Album "Animals" veröffentlicht. Es sollte menschliche Charakterzüge schonungslos offenlegen, die symbolisch Tieren wie Schweinen, Hunde und Schafen zugeordnet wurden. Mit dem Live-Programm "Animals" beendeten Pink Floyd im April 1977 ihre Tour-Abstinenz. Ihr futuristischer Art-Rock mobilisierte nach wie vor die Massen, die inmitten eines ausgewogenen Klangbildes und fehlerfreier Übertragungstechnik vor allem ein riesiges, 15 Meter langes, pinkfarbenes und aufblasbares Plastikschwein bestaunten. Das Schwein kam in die Presse und in den britischen Verkehrsfunk, da es sich bei den Foto-Aufnahmen für das Artwork des Platten-Covers von der Battersea Power Station in London losriss und vom Wind über den Flughafen London-Heathrow getrieben wurde, was für einige Aufregung bei den zuständigen Fluglotsen führte. Dreißig Kilometer südöstlich von London stürzte das Schwein dann vom Himmel.

    Fast zwei Jahre nach "Animals" überraschten Pink Floyd im Dezember 1979 mit dem monumentalen Werk "The Wall". Das Doppel-Album war so etwas wie ein Konzept-Album oder besser ausgedrückt ein Symbol für die Unmenschlichkeit unserer Gesellschaft und ein Massenspektakel von der Einsamkeit. In sentimentalen und zugleich ironischen Abschnitten erzählte "The Wall" die Leidensgeschichte des Musikers Pink in einer Welt voller Neurosen, paranoidem Verhalten und kontaktarmer Hilflosigkeit. Die Mauer war Sinnbild für Isolation und reaktionärer Macht. Das Album trug die überdeutliche Handschrift von Roger Waters. Bis auf wenige Ausnahmen stammten alle Songs von ihm allein. David Gilmour war vor allem an "Run Like Hell" und "Comfortably Numb" beteiligt, wobei letzterer Song ursprünglich auf seinem Solo-Album "David Gilmour", das 1978 veröffentlicht wurde, erscheinen sollte. Der Regisseur Alan Parker verfilmte "The Wall", der erfolgreich in den Kinos lief. Die Rolle des Pink übernahm dabei Bob Geldof, der Sänger der Boomtown Rats.

    Die Single-Auskopplung "Another Brick In The Wall (Part Two)" avancierte nicht nur zum bis dahin grössten Single-Hit für Pink Floyd, sondern auch zur internationalen Schüler-Hymne. Als südafrikanische Kinder in Soweto ihren Protest gegen die mangelhaften Ausbildungschancen farbiger Schüler mit diesem Song zum Ausdruck brachten, wurde der Song von den südafrikanischen Behörden auf den Index gesetzt. Ärger gab es auch in Großbritannien, denn ausgerechnet der Londoner Schülerchor mit seinen 23 Kindern, den die Gruppe für den Refrain "We don't need no education" ins Studio geholt hatten, gehörten einer Schule mit bekannt niedrigem Bildungsniveau an.

    Pink Floyd beschäftigten sich derweil mit ganz anderen Problemen. Der technische Aufwand zur Bühnenpräsentation von "The Wall" sprengte jeden Rahmen. Eine übliche Tournee war nicht möglich. Die Produktionskosten lagen so hoch, dass sie nur durch mindestens fünf Konzerte an einem Ort gedeckt werden konnten. So traten Pink Floyd jeweils sechs Mal in der Sports Arena in Los Angeles und im Nassau Veterans Memorial Coliseum in Uniondale in New York auf. Die Karten waren innerhalb weniger Stunden vergriffen. Diese Mammut-Show mit 100 Tonnen Technik und 150 Helfern, in deren Mittelpunkt eine rund 50 Meter lange und rund 10 Meter hohe Mauer aus 360 überdimensionalen Styroporsteinen stand, wurde weltweit neunundzwanzigmal von Pink Floyd aufgeführt. Dazu kam noch die Soloveranstaltung von Roger Waters von 1990. "The Wall" ging als der grösste Rock-Coup in die Musikgeschichte ein.

    1983 spielten Pink Floyd nur als Trio das Album "The Final Cut". Das politischste Album von Pink Floyd handelte vom atomaren Holocaust, vom Alltagsterr*r und dem Falkland-Konflikt zwischen Großbritannien und Argentinien. Musikalisch war das Album wenig aufregend, aber gewohnt perfekt aufbereitet und produziert. Unter anderem durch die die technische Neuerung der Holophonics, eine Aufnahme-Methode für den dreidimensionalen Hörgenuss. Das Trio arbeitete sich durch einen zähflüssigen, aber sehr erfolgreichen Soundbrei. Verantwortlich für dieses offiziell als letztes Werk der Gruppe deklarierte Album war Roger Waters. Danach gab es Streit zwischen Roger Waters und den anderen beiden Musikern. Roger Waters verliess Pink Floyd.

    Vier Jahre später erschien dann allerdings wieder ein neues Album von Pink Floyd. Ohne Roger Waters, aber wieder mit Rick Wright, der die Gruppe nach dem "The Wall"-Album im Streit mit Roger Waters verlassen hatte. "A Momentary Lapse Of Reason", so der Titel des Albums, fiel nicht mehr so gut aus. In Relation zu den anderen Pink Flloyd-Alben gesehen. Im gleichen Jahr erschien dann auch das erste Solo-Album von Roger Waters: "Radio K.A.O.S.", ein Konzept-Album. Darauf erzählte Roger Waters die krimiähnliche Geschichte von Billy, der ohne technische Hilfe Funkwellen empfangen und senden konnte. Mit dieser Begabung half er seinem unter Mordverdacht geratenen Bruder Benny. Auf der nachfolgenden Welt-Tournee leistete sich sich Roger Waters den Gag, in den Konzerthallen Telefone zu installieren, über die die Fans ihm auf der Bühne ihre Song-Favoriten nennen konnten, die er dann auf der Bühne spielte.

    Das Trio ignorierte die Drohung von Roger Waters, jedes Konzert unter dem Namen Pink Floyd stoppen zu lassen, und begann im September im kanadischen Ottawa eine Welt-Tournee. Sie endete ein Jahr später in New York, nach 155 Konzerten in 15 Ländern vor ungefähr 10 Millionen Menschen. Unter anderem spielte Pink Floyd in Moskau vor 180.000 Fans. Als Dokumentation dieser Welt-Tournee erschien das Live-Album "Delicate Sound Of Thunder".

    Bis zum Erscheinen ihres nächsten Albums, bestritten Pink Floyd am 22. Juli 1989 nur ein einziges Konzert auf einer riesigen, schwimmenden künstlichen Insel vor dem Markusdom in Venedig. Das Konzert wurde weltweit im Fernsehen übertragen. Roger Waters konterte am 21. Juli 1990 auf dem Potsdamer Platz in Berlin mit einer ambitionierten, aber letztendlich missglückten Wieder-Aufführung von "The Wall" (er sang ziemlich falsch) aus Anlass der deutschen Wiedervereinigung. Die Show mit Stargästen wie Van Morrison, Sinead O'Connor, Bryan Adams, Marianne Faithfull, Joni Mitchell, Cyndi Lauper, Paul Carrack, Snowy White, Thomas Dolby, Ute Lemper und The Scorpions kostete 7,5 Millionen US-Dollar. Das Event wurde von 200.000 Menschen hautnah miterlebt und wurde weltweit live im Fernsehen übertragen. Der Erlös des Konzertes ging an einen Katastrophen-Fond.

    1992 produzierte Roger Waters mit "Amused To Death" ein ziemlich kritisches Album, das bisweilen an das Album "The Final Cut" aus Pink Floyd-Zeiten erinnerte. Roger Waters rechnete mit dem zunehmend verdummenden Fernsehen ab, kritisierte den Golfkrieg, gab ergreifende Mitleidsbekundungen für die Opfer der Regierungsterr*rs in China ab und attackierte den Komponisten Andrew Lloyd Weber. Letzteres wohl, weil er die Melodie von "The Phantom Of The Opera" sich allzu offensichtlich von dem Pink Floyd-Stück "Echoes" abgeschaut hatte.

    1994 kam das Pink Floyd-Album "The Division Bell". Wieder ohne Roger Waters und wieder wie schon das Vorgänger-Album "A Momentary Lapse Of Reason" sehr routiniert ausgefallen. Wobei diese Routine so mancher Newcomer-Band gut zu Gesicht stehen würde. Ein Jahr später erschien das Live-Doppel-Album "Pulse". Das Material umfasste alle bekannten Songs der Gruppe und wurde in einer luxuriös gestalteten Kassette angeboten. Sie enthielt darüberhinaus eine Diskette, die allen PC-Usern die Möglichkeit eröffnete, einen individuellen Pink Floyd-Bildschirmschoner zu kreieren.

    1999 ging Roger Waters, obwohl er seit sieben Jahren kein neues Album mehr veröffentlicht hatte, auf eine ausgedehnte US-Tournee. Nach dem Kritiker und Fans gleichermaßen begeistert waren, kam er auch im Folgejahr wieder in die USA. Im Dezember 2000 erschien von diesen Konzerten das Live-Doppel-Album "In The Flesh".

    Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung äusserte sich Roger Waters in einem Interview, es würde ihn schmerzen, dass seine ehemaligen Band-Kollegen immer noch unter dem Namen Pink Floyd touren und seine Kompositionen spielen. Wenn es eine rechtliche Handhabe gäbe, hätte er das schon lange gestoppt. Weiterhin sagte er: "Wenn die rund um die Welt in Fussball-Stadien Songs spielen, die ich als Protest gegen solche Kommerzialisierung geschrieben habe, fühle ich mich, als hätte ich meine Kinder als Prostituierte verkauft. Aber Pink Floyd wird als Firma geführt, an der jeder von uns 25 Prozent hält. Die anderen drei können mich jederzeit überstimmen. Deshalb gehe ich auch nicht mehr zu den Firmen-Treffen. Es macht einfach keinen Sinn."

    Da den Fans jahrelang eine Live-Version der originalen "The Wall"-Konzerte von Pink Floyd fehlte, kam die schliesslich Mitte 2000 unter dem Titel "Is There Anybody Out There? - The Wall Live - 1980/81" auf den Markt.

    Am 02. Juli 2005 kam es doch noch einmal zu einem Firmentreffen. Es war für viele überaschend, aber der gute Zweck der von Bob Geldof inizierten "Live-8"-Konzerte schweisste Roger Waters, David Gilmour, Nick Mason und Rick Wright wieder zusammen. Sie traten beim "Live-8"-Konzert in London auf und waren dabei einer der Höhepunkte des ereignisreichen Konzerttages. Nach diesem ersten gemeinsamen Auftritt seit über 20 Jahren, kamen einige alte Pink Floyd-Alben erneut in die internationalen Album-Charts. Die Erlöse, die Pink Floyd daraus erzielten, spendeten sie für die von Bob Geldof und Bono (U2) organisierte Hilfe für Afrika.

    Pink Floyd, ohne Zweifel eine besonders innovative Gruppe, die wahrlich Musik-Geschichte geschrieben hat, und die es mir sehr schwer macht zu entscheiden, welches ihrer Alben ich am besten finde, da sie in meinen Ohren nur Qualität abgeliefert haben.

    Gruss, Bad

  31. Nach oben   #30

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    Nicht schlecht Bad aber:

    1.
    Bad Moon Rising:
    Mastermind der bizarren Klangmuster war Syd Barrett. Das erste und gleichzeitig letzte Album, auf dem er mitwirkte.
    Stimmt nicht ganz denn auf "A Saucerful Of Secrets" hat er auch noch mitgewirkt...

    2.
    Bad Moon Rising:
    Auf "Wish You Were Here" befindet sich mit "Shine On You Crazy Diamond" eines der stärksten Pink Floyd-Stücke.
    Nur mal so als Beifügung: Roger Waters & David Gilmour sagten einst bei einem Interview: "Wir würden keine einzige Sekunde, keinen einzigen Ton an diesem Stück verändern. "Shine On You Crazy Diamond" ist dass Beste Stück das Pink Floyd je geschrieben hat, es ist perfekt!"

    3. Hast ein paar Alben vergessen, vl. eh absichtlich!?

    LG Syd

  32. Nach oben   #31
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    Zitat Zitat von Syd Barrett
    Stimmt nicht ganz denn auf "A Saucerful Of Secrets" hat er auch noch mitgewirkt
    Ja. auf dem letzten Stück dieses Albums wirkte er als Sänger und Gitarrist mit: "Jugband Blues". Dieses war auch das einzigste Stück, das er von den sieben Stücken geschrieben hatte. Das lag daran, dass Syd Barrett quasi, während der Aufnahmen des "A Saucerful Of Secrets"-Albums, das 1968 veröffentlicht wurde, gefeuert wurde.

    Das hatte folgende Ursache: Pink Floyd reisten in die Vereinigten Staaten und begannen dort am 03. November 1967 ihren Tourneeauftakt im Winterland Ballroom in San Francisco. Die geplante Tournee durch die USA musste einen Monat zuvor wegen VISA-Problemen abgesagt werden. Die laufende Tournee musste allerdings schon nach einer Woche wieder abgebrochen werden, da sich Syd Barett immer merkwürdiger verhielt. Er weigerte sich in der amerikanischen TV-Musikshow "American Bandstand" den Hit "Arnold Layne" lippensynchron zu singen und als er in der amerikanischen TV-Talkshow "The Pat Boone Show" einige Fragen gestellt bekam, starrte er völlig teilnahmslos einfach vor sich hin und antwortete nicht. Zudem sorgte sein übertriebener LSD-Konsum und die damit verbundene Unzuverlässigkeit für Unruhe innerhalb der Band. Daraufhin übernahm Roger Waters das Kommando bei Pink Floyd und ersetzte Syd Barrett durch seinen Schulfreund David Gilmour.

    Zitat Zitat von Syd Barrett
    Nur mal so als Beifügung: Roger Waters & David Gilmour sagten einst bei einem Interview: "Wir würden keine einzige Sekunde, keinen einzigen Ton an diesem Stück verändern. "Shine On You Crazy Diamond" ist dass Beste Stück das Pink Floyd je geschrieben hat, es ist perfekt!"
    Klar ist es perfekt. Mir persönlich gefällt "Echoes" (als Einzelstück gesehen) nur noch ein wenig besser.

    Meine Top 5-Rangliste meiner persönlichen Pink Floyd-Einzelstücke würde so aussehen:

    1. Echoes
    2. Shine On You Crazy Diamond
    3. Atom Heart Mother
    4. Careful With That Axe, Eugene
    5. Dogs

    Zitat Zitat von Syd Barrett
    Hast ein paar Alben vergessen, vl. eh absichtlich!?
    Ich bin ja eingeschränkt auf eine gewisse Zeichen-Anzahl. Vergessen habe ich die Soundtracks "More" (zu einem gleichnamigen Film von Barbet Schroeder), der 1969 erschienen ist, und "Obscured By Clouds" (zu dem Film "La Vallee" von Barbet Schroeder), der 1972 erschienen ist. "More" beinhaltete viele kurze einfache Stücke, zumeist mit Song-Charakter und ohne grössere subtile Klanglandschaften dargeboten. Wenn man sich den Soundtrack anhört, merkt man schon, dass Pink Floyd ihn relativ zügig eingespielt hatten. Mit "Green Is The Colour" und vor allem "Cymbaline" befinden sich dennoch zwei überragende Songs auf dem Soundtrack. Von "Obscured By Clouds" würde ich ähnliches behaupten. An diesem Soundtrack merkt man überdeutlich, dass Pink Floyd parallel mit den Arbeiten an ihrem Meister-Album "Dark Side Of The Moon" begonnen hatten. Dennoch befinden sich mit "Childhood's End" und "Absolutely Curtains" zwei durchaus sehr tolle Stücke auf dem Soundtrack.

    Meiner Meinung nach reichen die letzten beiden genannten Veröffentlichungen nicht ganz an die Qualität der anderen Pink Floyd-Alben heran. Wohlgemerkt im Pink Floyd-Maßstab gemessen. Sprich viele andere Interpreten wären froh, wenn sie solche zwei Soundtracks jemals auf die Reihe gebracht hätten.

    Daneben gibt es noch den Sampler "Relics", der 1971 veröffentlicht wurde. Hierbei handelt es sich um einen Sampler, der die Single-Veröffentlichungen der Jahre 1967 - 1969 zusammen fasst. Interessant ist er vor allem, weil er die beiden Singles "Arnold Layne" und "See Emily Play" beinhaltet, welche in der Syd Barrett-Phase (vom ehemaligen Mastermind auch geschrieben und gesungen wurden) von Pink Floyd entstanden sind, aber es nie auf ein offizielles Album der Band geschafft hatten. Ausserdem interessant die beiden raren Single-B-Seiten "Julia Dream" (von "It Would Be So Nice") und "Paint Box" (von ""Apples And Oranges").

    Daneben gibt es noch einige Sampler (beispielsweise "A Collection Of Great Dance Songs", "Works", "The Early Singles" oder "Echoes"), die veröffentlicht wurden. Ausserdem auch noch Live-Alben (etwa "London '66-'67").

    Gruss, Bad

  33. Nach oben   #32

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    Passd jetzt kannst sagn es is vollständig *gg*

    Meine Liebligslist von Pink Floyd Ist:

    Cirrus Minor
    Sorrow
    Welcome To The Machine
    A Saucerful Of Secrets
    Set The Controls For The Heart Of The Sun

    LG Syd

  34. Nach oben   #33

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    Oh mann, ihr zwei süßen habt euch gesucht und gefunden. Eure Beiträge zu lesen ist nicht nur witzig und interessant, sondern auch unglaublich lehrreich!
    Ich glaube, zu Pink Floyd ist nicht mehr viel hinzu zu fügen(?). Ich bin da so ziemlich eurer Meinung.
    Wolfmother sind absolut genial. Nicht nur auf Platte, sondern auch live haben es die Jungs absolut drauf. Auch das Album(dessen Namen ich gerade vergessen habe) ist die Jakobskrönung des Rock. Ich hoffe, die Jungs machen weiter so und, was ich noch viel mehr hoffe, das sich andere bands mal ne dicke Scheibe von dieser wirklich "fetten" Band abschneiden. in diesem sinne...
    ...fröhlich bleiben!
    P.S.: wir können auch ohne Spaß Dr*gen haben


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