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Thema: TICKETPREISE : ab wann beginnt der Wucher ?!

  1. #1

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    TICKETPREISE : ab wann beginnt der Wucher ?!

    Guten Tag,

    ... auf einem großen Flohmarkt sprach ich am Sonntag mit einem Plattenhändler über Live-Konzerte. Dabei wies er mich darauf hin, dass bspw. bei "Max Raabe und seinem Palastorchester" inzw. ein Preisniveau von durchschnittlich 250 € pro Ticket üblen wären. Das konnte ich zunächst nicht glauben ! - Es ist aber durchaus möglich, dass einige berühmte Künstler Live-ACTS nur noch für die gehobene Mittelschicht anbieten. Wie realistisch ist diese Einschätzung ? - Im Prinzip ist das ja abhängig vom jeweiligen Management des Künstlers ! ...

  2. Nach oben   #2
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    Zitat Zitat von Helmes63 Beitrag anzeigen
    ... auf einem großen Flohmarkt sprach ich am Sonntag mit einem Plattenhändler über Live-Konzerte. Dabei wies er mich darauf hin, dass bspw. bei "Max Raabe und seinem Palastorchester" inzw. ein Preisniveau von durchschnittlich 250 € pro Ticket üblen wären. Das konnte ich zunächst nicht glauben ! - Es ist aber durchaus möglich, dass einige berühmte Künstler Live-ACTS nur noch für die gehobene Mittelschicht anbieten. Wie realistisch ist diese Einschätzung ? - Im Prinzip ist das ja abhängig vom jeweiligen Management des Künstlers ! ...
    Nö, wieso sollte es ...?
    Also zunächst mal: Max Raabe mit Orchesterbegleitung sind normalerweise schon für deutlich weniger zu haben, pauschal würd' ich mal je nach Umgebung und Platzwahl zwischen 40 und 80 Euro ansetzen, was völlig in Ordnung ist, wenn man davon ausgeht, dass erstens mehr Personen auf der Bühne stehen und zweitens auch einiges an Aufwand betrieben werden muß, damit Beleuchtung und Ton in Ordnung sind, das macht nicht der hauseigene Herbert als Nebenjob. Normalerweise.

    Und was Konzerte angeht, da gibt es normalerweise das Triumvirat, das zusammenwirken muß: a) Künstler, b) Besitzer der Veranstaltungsstätte, c) Veranstalter. Die Preisgestaltung obliegt IMMER dem Veranstalter. Es kann sein, dass zwei oder sogar drei dieser Baustelle eine einzige Person sind, dann bucht halt der Künstler eine Gaststätte, um darin einen eigenen Auftritt zu absolvieren, der Besitzer eines Hotels bucht eine Kapelle für einen hausinternen Tanzabend, oder der Besitzer einer Disco präsentiert am Wochenende seine Fähigkeiten als DJ. Ab einer gewissen Größenordnung ist aber das Szenario recht weit verbreitet, dass alle drei Aufgaben in getrennten Händen liegen, dann bucht der Veranstalter einen entsprechenden Raum und auch den Künstler dazu, verkauft dann die Karten und macht ordentlich Reibach. Zumindest will ich das für ihn hoffen. Der Manager und der Location-Besitzer können vielleicht höchstens irgendwas in den Vertrag mit dem Veranstalter reinschreiben, was die Höchstgrenze der Ticketpreise betrifft, aber das wird so gut wie gar nicht gemacht.

    Gruß
    Skywise


  3. Nach oben   #3

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    Ticketpreise

    Hallo erstmal,

    Also ich bin ziemlich viel unterwegs und bin der Meinung das Bands wenn sie sich Mühe geben Ticketpreise fair halten können.
    Da ich viel im Punk/ Punkrock / Rock bereich unterwegs bin erlebe ich alles.

    Von wir spielen für den Hut bis wir nehmen 120 Euro für ein Ticket.

    Meine Regel ist bei Guten Bands ist die Oberste grenze 55 Euro. Da ich es nicht einsehe für einen Abend mehr als für manches Festival zu bezahlen.

    Biespiel für Tickets:

    Die Toten Hosen kosten meist 45-50 Euro.
    Volbeat nimmt da ca 70 Euro.
    Broilers sind zwischen 35-40 Euro angesiedelt.
    Helene Fischer nimmt 100-120 Euro.
    Cryssis nimmt ca 10Euro ( mit Vom von den Hosen, Tom schneider von Fehlfarben,...)

    Deswegen setze ich mir da selbst nen Limit.

    Gruß Daniel

  4. Nach oben   #4

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    Die Notwendigkeit zur Differenzierung

    Ich denke, dass man sicherlich erst einmal definieren müsste, ab wann der Wucher anfängt.
    > leider fehlen mir diesbezüglich die Erfahrungswerte.
    > als noch nicht Konzert-Besucher könnte ich sicherlich bei einem herausragenden Star mit Vorprogramm 80 € akzeptieren. Erst recht wenn er nur an ausgesuchten Stätten in Deutschland unterwegs ist.

    Ein Ticketpreis von 150 € finde ich bei Alt-Stars wie Vicky Leandros bspw. für etwas happig * bei der Kelly-Family wegen des entstandenen Hypes und der Aktualität ehr angemessen.

  5. Nach oben   #5
    Avatar von KriestiK
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    Ich sehe es nicht so, dass das das Ding des Managers ist. Bei Preisen handelt es sich einfach um Angebot und Nachfrage. Wenn es genügend Leute gibt, die für eine Max Raabe Karte 250 Euro zahlen, warum sollten die Karten dann nur 50 Euro kosten?

  6. Nach oben   #6
    Avatar von Murmel
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    Zitat Zitat von Helmes63 Beitrag anzeigen
    [...]Es ist aber durchaus möglich, dass einige berühmte Künstler Live-ACTS nur noch für die gehobene Mittelschicht anbieten. Wie realistisch ist diese Einschätzung? Im Prinzip ist das ja abhängig vom jeweiligen Management des Künstlers.
    Wenn Du einen Manager hast der Dich in diesem Klientel/Preissegment unterbringen kann, dann
    - hat er seinen Job gemacht. Ob das gut ist liegt bei Dir.
    - bietest Du Kurzweil nach dem Geschmack entsprechend zahlungkräfter Besucher an (Du bist nur Kulisse, und das bitte nicht zu laut).
    - passt Dein Act in die entsprechenden Location. (Elbphi/CCH oder doch eher Markthalle/Club?)

    Realistisch? Ja klar - jeder will schliesslich Geld verdienen.
    Mir ist jedenfalls noch nie eine Band, ein Künstler, ein Act begegnet der nicht irgendwann das Preisniveau anzuheben versucht hätte. Selbst Hardcore Anarcho independent Punk street Freiheitskämpfer werden, ab dem sie ein "Bandkonto" benötigen, sagen wir... gemäßigter

    Kann man gesellschaftskritisch drüber wehklagen, klar.

    Aber hey, lass doch den Kommerziellen ihren Profit - und halte Dich stattdessen eben an independent oder lokale Musiker und unterstütze die mit nem netten Abend im Club mit 5€ Eintritt und Stempel auf der Hand.
    Die sind eh tausend mal geiler! Und Du nimmst Deine Freundin auf was Nachhaltiges mit.

    Mir ist wärend des Antwortens ein netter Vergleich aufgefallen.
    Deine bevorzugte Musik mag das vlt nicht sein, aber darum geht es auch nicht:

    Nimm mal zB Sleaford Mods Live aufm Straßenfest (als freier Mensch voll auf Vodka und Koks) -> https://www.youtube.com/watch?v=-Njw...=RDubFhOPLDaKw
    und vergleiche das mit diesem endspeinlichen (stocknüchternem) Kindergeburtstag Kommerz Gig vor irgendwelchen Juppies denen es ihr Leben lang so gut ging dass sie die Musik überhaupt gar nicht verstehen können und sie eher als "exotische Überraschung" sehen. (beide Videos kritisch betrachten, aufs Publikum achten). -> https://www.youtube.com/watch?v=4NqqE-XHixQ

    Was uns zum eigentlichen Punkt bringt: wo ist die Schmerzgrenze erreicht?
    Zweitere Klientel bringt volle Kassen.

    Dass Preise allgemein immer teurer werden (egal ob Unterhaltung, Ernährung oder Bildung), nennt sich "Güterelitarisierung" und ist der Auswuchs hemmungslos liberaler Marktwirtschaft.
    Lieber wenige Zuschauer die viel Geld zahlen für ein privates Kammerkonzert, als ein Stadion voller "H4 Schmarotzer"...
    Wer diesen Weg gehen will, bitte. Man MUSS aber nicht. Denn der Trick beim Kommerz ist: man kann ihn auch einfach ignorieren
    Geändert von Murmel (24.03.2018 um 23:36 Uhr)

  7. Nach oben   #7
    Avatar von KriestiK
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    Es ist wie mit Levi´s oder Jeans mit namenlosem Hersteller. Je bekannter eine Jeans oder eine Band ist und je mehr Interessenten es aus diesem Grund dafür gibt, desto teuer ist die Jeans oder die Band.

  8. Nach oben   #8

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    Hinweis - Gegenposition

    Das kann man natürlich so sagen, aber das bedeutet konkret doch folgendes : Fans mit kleinem Geldbeutel (Niedriglohnsektor) sollen sich halt eine CD kaufen und damit weitgehend zufrieden sein. Diese Strategie wird keineswegs von jedem Management in Deutschland geteilt.

  9. Nach oben   #9
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    @Helmes63:
    Nun ja, wieso? Also, bei den etwas namhafteren Interpreten isses doch völlig wumpe, was das Management denkt, weil - die Tonträgerverkäufe sind in den allermeisten Fällen ohnehin im Keller, vieles, gerade für die Niedriglohngruppe, bewegt sich im Streaming-Segment, meint: da verdient man nix dran. Downloads - wozu, wenn man streamen kann? Physische Tonträger sind mittlerweile eher noch was für Hängengebliebene oder Nerds. Oder für den kleinen Stamm von Personen, der entweder kein Handy besitzt oder es nicht vollumfänglich nutzen kann bzw. darf (Forschungsbereiche o. ä.). CD-Verkäufe sind höchtens noch für die kleineren Künstler interessant, deren Material man oft genug nicht bei Streamingdiensten findet und die auf ihren Konzerten ein paar Euro mehr verdienen wollen bzw. deren Fans sehr wohl bewußt ist, dass da jemand vor ihnen musiziert, den man mit dem Kauf eines Tonträgers persönlich unterstützen kann.
    Wenn Eintrittspreise festgelegt werden, dann ist das nichts Anderes als ein "hier spielen wir, der Veranstalter sagt, wir seien dieses Eintrittsgeld wert - kommt her und überzeugt euch! Wenn nicht, dann - sorry, vielleicht ein anderes Mal". Voller Saal bedeutet dann: alles richtig gemacht, gute Schätzung. Leerer Saal meint: ups! Was Anderes spielt da wahrscheinlich meistens nicht rein.

    Gruß
    Skywise

  10. Nach oben   #10

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    Contra-Argumentation

    Das ist aber sehr kurzsinnig gedacht. Ein Künstler der eine treue Fangemeinde wert schätzt dürfte ein derartiger Vorwurf doch nicht kalt lassen, auch wenn Wucher ein relativer Begriff ist. Allerdings haben die Verbraucherverbände diesen schwammigen Begriff schon einmal definiert und deshalb ist das keine einfache Worthülse ; auch das Wort Armut ist sozialökonomisch definiert worden.

  11. Nach oben   #11
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    Zitat Zitat von Helmes63 Beitrag anzeigen
    Das ist aber sehr kurzsinnig gedacht. Ein Künstler der eine treue Fangemeinde wert schätzt dürfte ein derartiger Vorwurf doch nicht kalt lassen, auch wenn Wucher ein relativer Begriff ist.
    Der Künstler steht heutzutage vor dem großen Problem, dass ein Umbruch stattgefunden hat. Waren früher Tonträger auf dem Markt, die gut angenommen wurden, dann waren die Konzerte mehr oder weniger ein Zubrot. Es gibt einige Künstler, die sich in der Vergangenheit erlauben konnten, selten bis gar nicht aufzutreten, weil die Umsatzzahlen bei den Tonträgern, die Einsatzzeiten im Radio/TV/Film so gut waren oder gegebenenfalls (d. h. wenn sie selbst nicht nur Interpret, sondern auch Urheber waren) die Aufträge/musikalischen Projekte links und rechts der eigenen Karriere oder die Einnahmen durch Lizenzierung von Coverversionen so gut flossen, dass man sich diesen Luxus erlauben konnte. Konzerte waren Teil der Promo oder wurden aus Lust und Laune gegeben. Mittlerweile läuft es halt umgekehrt, dass die Alben im Grunde nur einen ideellen Mehrwert darstellen, kaum noch Umsätze, geschweige denn Gewinne generieren. Die Konzerte werden zu einer immer wichtigeren Einnahmequelle. Da man dort nun wiederum nichts mehr zu verschenken hat, muß man sich zweimal überlegen, ob man dem Veranstalter irgendwelche Pflichten auferlegt wie einen Höchstpreis bei den Tickets, denn dieser Mensch wird trotzdem versuchen, auf seinen Schnitt zu kommen, also muß er am anderen Ende sparen, nämlich der Gage des Künstlers. Unter diesen Umständen ist es für den Künstler schon schwieriger, Wucher vorzubeugen, denn letzten Endes geht es von seinem Konto ab, und an der Stelle sind wir bei dem Problem des Showbusiness und dem schönen Schein: viele von denen, die da im Scheinwerferlicht stehen, kämpfen auch damit, irgendwie über die Runden kommen zu müssen, da überlegt man es sich zweimal, ob man einer Kürzung zustimmt. Oder ob man gegenüber dem Veranstalter darauf besteht, dass die Kürzungen woanders vorgenommen werden müssen, was aber reichlich dämlich wäre, denn Probleme im Anschluß mit Versicherungen oder der Sicherheit des Publikums sprechen sich auch rum.

    Gruß
    Skywise

  12. Nach oben   #12

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    Gegenargumentation

    Das heißt konkret, es gibt auch nicht über die GEMA eine entsprechende Einnahme-Option für Musik-Streamings im Internet oder bei YOUTUBE (Video-Clips). Das wäre aber eine Notwendigkeit, bei der offenkundig die GEMA hätte längst tätig werden müssen. Die Künstler scheinen hier offenkundig immer noch keine Einwirkmöglichkeit zu haben. Das ist für mich schwerlich nachvollziehbar.

  13. Nach oben   #13
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    Zitat Zitat von Helmes63 Beitrag anzeigen
    Das heißt konkret, es gibt auch nicht über die GEMA eine entsprechende Einnahme-Option für Musik-Streamings im Internet oder bei YOUTUBE (Video-Clips).
    Also, eine Einnahmemöglichkeit gibt es schon, aber die Geschichte ist halt nicht sonderlich ertragreich.
    Die Band Grizzly Bear hat angegeben, für 10.000 Streams ihrer Titel von Spotify 10 Dollar erhalten zu haben. In dem Zusammenhang wichtig ist, dass Grizzly Bear für ihr Material größtenteils selbst verantwortlich ist; käme das Material von Außenstehenden, wäre der Betrag niedriger ausgefallen.
    Die Firma Spotify hat (nicht in dem Zusammenhang, aber halt pauschal) angegeben, pro Stream 0,6 bis 0,84 Cent zu zahlen. Ich glaube nicht, dass Spotify in dieser Hinsicht gelogen hat. Ich gehe eher davon aus, dass auf dem Weg von Spotify zum Künstler noch "ordentlich" was für andere Leute abgeschöpft wird, beispielsweise für Label/Produzent. Auch kein Vorwurf in diese Richtung, erstens wäre das ja auch nicht wirklich viel, zweitens wollen die ja auch leben. Rechtlich ist das auch alles in Ordnung, aber es ist bei weitem nicht dazu geeignet, die rückläufigen Umsatzzahlen für Tonträger in irgendeiner Form auch nur annähernd abzupuffern. Ich kann mir vorstellen, dass man schon so ein paar Probleme hat, wenn man sich bewußt ist, dass ein Titel über 1 Mio Streams verzeichnet, jeder auf der Straße dieses Lied trällert - und man nach der Überweisung aufatmet nach dem Motto "Hey, 1000 Dollar, über die nächste Monatsmiete brauch' ich mir keine Gedanken zu machen".

    Gruß
    Skywise

  14. Nach oben   #14

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    Generation CD * Senioren bleiben konventionell

    Wenn die Band SANTIANO eine "goldene" bzw. "platine Schallplatte" bekommt bezieht sich das aber immer noch auf den Verkauf von CD-Tonträgern. Das bedeutet doch wohl konkret, dass einige gefragte Bands und Künstler von den schweren Folgen der Streaming-Dienste nachhaltig und weitgehend verschont bleiben. Das ist aus meiner Sicht durchaus zu beachten.

    Künstler die weitgehend von älteren Senioren (Käuferpotential bis 17 Millionen Konsumenten) verehrt werden wie bspw. Hansi Hinterseer ect. machen sich somit wohl über derartige Probleme keine Gedanken, zumal wenn Sie noch ein 2. Standbein haben - bspw. als Tourismus-Botschafter für Tirol bspw.

  15. Nach oben   #15
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    Zitat Zitat von Helmes63 Beitrag anzeigen
    Wenn die Band SANTIANO eine "goldene" bzw. "platine Schallplatte" bekommt bezieht sich das aber immer noch auf den Verkauf von CD-Tonträgern.
    Alben - ja. Singles - dort werden seit einiger Zeit auch Streams berücksichtigt. Nach gewissen Regeln natürlich, damit nicht jeder Abruf einer Hörprobe als Durchlauf gewertet wird.

    Das bedeutet doch wohl konkret, dass einige gefragte Bands und Künstler von den schweren Folgen der Streaming-Dienste nachhaltig und weitgehend verschont bleiben.
    Hm. Also - schon, aber Goldene Schallplatte ist nicht Goldene Schallplatte. Da hat man vor 15 Jahren die erforderliche Anzahl gehörig nach unten korrigiert (von 250.000 Exemplaren auf 100.000 Exemplare), damit man überhaupt noch was zu verleihen hatte.
    Santiano blieb übrigens auch niemals verschont, denn die haben sich ja erst in der Durststrecke gegründet. Würde mich aber nicht wirklich wundern, wenn Jetzt-Santiano-Mitglied Andreas Fahnert mit seinem "Werner - Das muß kesseln!"-Soundtrack und der Single 1996 mehr Einheiten abgesetzt hätte als mit einem mit Gold verzierten Santiano-Album.

    Künstler die weitgehend von älteren Senioren (Käuferpotential bis 17 Millionen Konsumenten) verehrt werden wie bspw. Hansi Hinterseer ect. machen sich somit wohl über derartige Probleme keine Gedanken, zumal wenn Sie noch ein 2. Standbein haben - bspw. als Tourismus-Botschafter für Tirol bspw.
    Na ja, auch solche Fans sterben weg.
    Ich weiß grundsätzlich nicht, wie gut oder wie schlecht es um die einzelnen Musiker bestellt ist, aber Du solltest noch berücksichtigen, dass von den ... was weiß ich - 15 Euro für ein Album auch nicht so irre viel beim Künstler hängenbleibt, bei Hansi Hinterseer noch weniger als bei Santiano, da Hinterseer meines Wissens gar nicht oder nur selten selbst für sein Material verantwortlich zeichnet. Oft ist ein zweites Standbein also durchaus nötig. Bei Hansi Hinterseer vielleicht nicht unbedingt, aber - weiß man's?

    Gruß
    Skywise

  16. Nach oben   #16

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    eine etwas andere Sichtweise

    Santiano hat angeblich ein Alleinstellungsmerkmal und gilt als Paradeband für den sog. Shanty-Rock. Die Erfahrung zeigt aber, dass es irgendwann durchaus auch Nachahmer geben wird. Das muss aber nichts heißen schließlich hat Santiano noch nicht ihren Zenit überschritten.

    Darüber hinaus müssen Solo-Touren von einzelnen Künstlern nicht automatisch den Anfang vom Ende einer Band bedeuten. Hier jedenfalls kann ich mir das nicht vorstellen.

    Wenn der Live.Stream-Markt mal ökonomisch erschlossen worden ist dürfte eigentlich kein Künstler mehr Angst haben finanziell baden zu gehen, es sei denn er kann so schlecht mit Geld umgehen wie Matthias Reim ect.

  17. Nach oben   #17
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    Zitat Zitat von Helmes63 Beitrag anzeigen
    Santiano hat angeblich ein Alleinstellungsmerkmal und gilt als Paradeband für den sog. Shanty-Rock. Die Erfahrung zeigt aber, dass es irgendwann durchaus auch Nachahmer geben wird.
    Nicht so. Santiano sind die Nachahmer. Wenn sie beispielsweise Material von Knut Kiesewetter ("Fresenhof") interpretieren, zeigen sie ihre Wurzeln. Achim Reichel war 1976 der Vordenker mit seinem "Shanty Alb'm" und der entsprechenden Tour plus dem Nachfolger "Klabautermann", wobei auch aus der Hamburger Szene der 70er Jahre direkt bereits zuvor das eine oder andere Shanty "verjatzt" oder verrockt wurde (Bock Rock, "La Paloma oh nee"), dann noch Torfrock mit ihren Wikinger-Werken ... Diese Entwicklung ging zwar im Zusammenhang mit dem Aufschwung der Neuen Deutschen Welle einerseits (wobei es da auch noch "Hey Matrosen" als "Shanty im Geiste" gab ...) und des volkstümlichen Schlagers andererseits in den 80ern ziemlich unter. Das Shanty wurde dann über verschlungene Pfade wiederentdeckt, Nobody Knows haben von Folkrock-und-Polka-Seite mal in die Richtung was gemacht, Mr. Hurley und die Pulveraffen natürlich mit der übermütig-punkigen Attitüde, ... Santiago mögen einem als erstes in den Sinn kommen, wenn von verrocktem Shanty die Rede ist, "Alleinstellungsmerkmal" geht aber anders. Kein Vorwurf in Richtung Band übrigens.

    Wenn der Live.Stream-Markt mal ökonomisch erschlossen worden ist dürfte eigentlich kein Künstler mehr Angst haben finanziell baden zu gehen, es sei denn er kann so schlecht mit Geld umgehen wie Matthias Reim ect.
    Wenn. Ist die Frage, ob das als notwendig angesehen wird. Und wer die ersten Schritte dahingehend unternimmt.

    Gruß
    Skywise

  18. Nach oben   #18

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    E-Commerce-Entwicklung beim Video- und Musik-Streaming

    Eine faire wirtschaftliche Erschließung des Live-Streamings kann doch eigentlich nur von der GEMA ausgehen. Eine Vereinbarung zw. GEMA und dem BV der Dt. Musikindustrie scheint aber bisher nie zustande gekommen zu sein. Ich nehme an, dass hier die Interessen absolut entgegen gesetzt sind. Das ist bedauerlich für die Künstler.

  19. Nach oben   #19
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    Zitat Zitat von Helmes63 Beitrag anzeigen
    Eine faire wirtschaftliche Erschließung des Live-Streamings kann doch eigentlich nur von der GEMA ausgehen. Eine Vereinbarung zw. GEMA und dem BV der Dt. Musikindustrie scheint aber bisher nie zustande gekommen zu sein.
    Der BV ist dafür auch nicht zuständig. Die GEMA muß sich mit jedem einzelnen Musiknutzer einigen, also mit Spotify, Tidal, Napster & Co. - dort existieren auch bereits Verträge. Was man wahrscheinlich unter derselben Prämisse sehen darf wie etwa seinerzeit die Einigungen mit Discos. Als "Disco" noch ein irre neues Konzept war, hat die GEMA den Veranstaltungsstätten Sonderkonditionen eingeräumt, gewissermaßen als "Einstiegserleichterung".

    Gruß
    Skywise


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