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Thema: Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland

  1. #1
    Avatar von YellowSocks
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    Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland

    Hi,

    Inzwischen wird heiß debattiert über den neuesten Regierungsbericht:
    Jeder achte Deutsche ist arm.
    Zitat Zitat von Südkurier am 19. Mai 2008
    13 Prozent der Bundesbürger gelten demnach als arm, weitere 13 Prozent würden durch Leistungen wie Kinder- oder Arbeitslosengeld vor dem Abrutschen in die Armut bewahrt.
    Jeder versucht eine Lösung zu finden.
    Die einen sagen zum Beispiel:
    Zitat Zitat von Olaf Scholz
    Wir haben zu niedrige Löhne in Deutschland, und wir brauchen Mindestlöhne.
    Andere Wiederum meinen, Steuersenkungen seien angebracht und der Mindestlohn zerstöre Arbeitsplätze.

    Was meint ihr?

    Meine Meinung:
    Wir brauchen auf der einen Seite Mindestlöhne, weil es nicht sein kann, dass Menschen arbeiten und arbeiten und sie trotzdem arm bleiben. Viele sind ja sogar (siehe Zitat Südkurier) trotzdem noch auf staatlicheHilfe angewiesen.
    Zum anderen ist eine größere Solidarität erforderlich.
    Es war schon immer so, dass der Starke dem Schwachen helfen sollte.
    Deswegen verstehe ich es nicht, warum besonders die Reichen in Deutschland am knausrigsten sind!

    lG,
    Sandro

  2. Nach oben   #2
    Avatar von Positron
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    Bis jetzt finde ich die contra-Mindestlöhne-Argumente nicht wirklich standhaft.
    Einige verweisen auf Tariflöhne, die höher als die angestrebten Mindestlöhne wären, wodurch der Arbeiter im Prinzip eine Lohnerniedrigung hätte. Aber ich verstehe nicht, warum die Gewerkschaft, die vorher eine bestimmte Summe verlangt hat, sich plötzlich - Mindestlohn oder nicht - mit weniger zufrieden geben sollte.
    Die einzige Gefahr ist wahrcsheinlich das Abwandern der Arbeitsplätze, aber das ist absolut keine Berechtigung für niedrige Löhne oder Ausnutzen der Arbeiterschaft.

    Und was mich am meisten stört momentan, sind die steigenden Kosten für Bildung. Deutschland hat nur Humankapital und Know-How und es kann nicht sein, dass Geldmangel diese Ressourcen nun becshneidet. Das ist unwirtschaftlich³.


  3. Nach oben   #3

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    Zum Thema Mindestlohn kann ich nur sagen: Dort wo es funktioniert macht es Sinn aber die Postsparte, da habe ich gehört, dass durch die Mindestlöhne ein paar tausend Stellen wegfallen.

    Und zum Thema Bildung: Nach einem Bericht, den ich gesehen habe, soll jedes Land 1% des Bruttinlandsproduktes für die Bildung ausgeben. Spitzenreiter scheint Schweden zu sein. Die investieren 1,4%. Die Deutschen hinken mit 0,45% ganz schön hinterher.
    So sieht das auch bei den sogenannten Krippenplätzen aus. Die Erzieher, meist Frauen beklagen sich, das sie zu wenige sind und jetzt wurde beschlossen, dass jedes dritte Kind einen Anspruch auf so einen Krippenplatz hat. Leider will man die Anzahl der Erzieher, die jetzt schon viel zu niedrig ist, nicht anheben.
    Eine Erzieherin musste am Wochenende Putzen gehen, damit sie überhaupt über die Runden kommt.

  4. Nach oben   #4
    Avatar von Positron
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    Naja, es kommt natürlich auch immer auf den Beruf an sich an, jedoch bin ich dennoch der Meinung, dass Arbeiter - auch Postangestellte - zumindest soviel verdienen sollten, dass sie damit sich selbst und ihre Familie ernähren können. Bei den steigenden Kosten momentan sind steigende Löhne eigentlich nur die logische Konsequenz.
    Aber meiner Ansicht nach ist auch bereits bewiesen, dass die freie Martwirtschaft Reichtum und Wohlstand nicht gleichberechtigt fördert, wodurch die allgemeine Glückseligkeit und der Weltfriede leider nicht hergestellt werden können. Wer hier noch Optimist ist, ist wahrscheinlich blind. :>

  5. Nach oben   #5

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    Das Problem mit den Mindestlöhnen ist, es gibt sie bereits schon. Es ist vom Gesetz her vorgeschrieben, dass eine Person nicht weniger als, ich dacht-und korrigiert mich, wenn ich falsch liege mit der Zahl- 4,5€ die Stunde verdienen darf. Wenn jemand weniger als das Verdient hat er das Recht zu klagen und wird vor jedem Gericht recht bekommen. Zudem gibt es genügend Anwälte die aus Humanität oder aus Prestige solche Fälle pro-bono übernehmen.
    Zudem ist es so, dass Menschen, mit Kindern oder in Ehen, die solche Gehalte bekommen vom Staat unterstützt werden. Klar, es ist wenig Stütze die ihnen zugesprochen wird, aber im vergleich mit anderen Ländern, wie z.B. die östlichen Länder, Tschechien, Russland, Polen etc. oder Ländern wie den USA Mexico, Brazilien oder Afrika, haben wir es hier ganz gut.

    Ich glaube ein Grund für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich liegt in der Bildung.
    Früher hatte man gute Chancen mit einem Hauptschulabschluss eine Ausbildung zu finden. Heutzutage ist dies noch nicht einmal mit einem Realschulabschluss zu bewälltigen. Der Grund, die Hauütschule ist in den Augen der Deutschen zu einer Restschule geworden. Frei nach dem Motto ist dein Kind zu blöd für eine Realschule, geschweige denn Gymnasium, muss es zum Rest, zu den Dummen, zu den Restschülern, den Hauptschülern.
    Aber dadurch, dass die Hauptschule so schlecht da steht, wird auch die Realschule schlechter. Warum? Eltern machen alles, damit ihre Kinder -die eigentlich auf eine Hauptschule sollten, weil die einfach mit den Anforderungen der Realschulen nicht zurecht kommen- auf der Realschule bleiben, weil die Eltern wissen, dass Kinder von der Haupt. fast keine Chancen haben einen Job zu bekommen. Aber durch die Anwesenheit in einer Realschule verlangsamen diese das Lerntempo der Klassen. Wodurch auch die Realschüler nicht mehr genug lernen können. Das merken ebenfalls die Arbeitgeber und stellen weniger Realschüler ein, aber dafür mehr Gymnasiasten. Also in der Schule fängts schon an.
    Dann kommt der nächste Knackpunkt.
    Arbeitslose, wenig/schlecht verdienende Menschen haben nicht die Möglichkeit sich aktiv am Konsum leben zu beteiligen, zumindest nicht so aktiv, wie die Unternehmen es Brauchen, um mehr Umsatz zu machen--> zu Expandieren--> mehr Arbeitsplätze zu schaffen.
    Dies ist eine negative spirale nach unten und die wird sich weiter drehen.
    Wenn man nun ankommt und von oben herab sagt, es muss einen Mindestlohn geben, stellt sich mir die Frage, wo soll das Geld herkommen? Man kann keinen Unternehmen sagen die sollen einen höheren Mindestlohn einführen, wenn sie selber mit ihrer Existenz kämpfen.
    Man sollte die Unternehmen eher Entlasten, z.B. durch Steuerfreiheiten wodurch sie wieder mehr Geld zur Expansion haben und wodurch auch wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können.

    Wenn dies erreicht wird, kann man sich auch wieder auf die Bildung stürzen, probieren die Hauptschule wieder in ein rechtes Licht zu rücken, die Realschulen und Gymnasien dadurch entlasten und den Jugendlichen wieder mehr Chancen einräumen.
    Wenn dies Geschaffen ist, wird auch automatisch die Kluft zwischen arm und reich sinken. Da wir in Deutschland sowieso kein krasses zwei Klassensystem, wie in den USA haben und auch "arme" Menschen die Möglichkeit haben, nach ihrem Abitur zu studieren.
    Mit anderen Worten auch "arme" können Manager werden.

    Das blöde ist nur, wie will man das so schnell schaffen?
    MfG Jack

  6. Nach oben   #6

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    Zitat Zitat von Jackgibson Beitrag anzeigen
    Der Grund, die Hauütschule ist in den Augen der Deutschen zu einer Restschule geworden.

    SPIEGEL gelesen... :>



    ...aber es stimmt einfach.


    Bei uns in der Umgebung gibts 2 Hauptschulen, da sind so gut wie ausschließlich Kinder aus armen und/oder Einwandererfamilien (die einwandfrei deutsch sprechen, daran liegts nicht).
    Ich glaube, letztes Jahr waren 2 Türken in meiner Stufe aufm Gymnasium (von ca. 100 Schülern). In der Hauptschule dürften es ca. die Hälfte aller Schüler sein, mindestens...

    Die beste Lösung wäre eine Gemeinschaftsschule für alle mit individuelleren Kursangeboten, sodass die guten Schüler gefordert und die Schwachen gefördert werden können, und damit alle Chancen haben, das Abitur zu machen.

    Sonst gilt schnell die Regel: Einmal Hauptschule, immer Hauptschule.
    Oder die Kinder gehen garnicht erst aufs Gymnasium, weil die Eltern der Meinung sind, ne Ausbildung reicht doch. Oder studieren sei zu teuer (wie wahr.).

    Und nach 4 Jahren über die Zukunft eines Kindes zu urteilen, das ist viel zu früh..

  7. Nach oben   #7

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    Hallo Metallicamaus,

    Habs leider nicht aus dem Spiegel, das war mal Diskussionsstoff in meinem alten SoWi Kurs Aber es kann sein, dass unsere Lehrerinn damals einen Artikel darüber gelesen hat.
    Wir hatten keinen Türken bei uns in der Stufe. Bei 113 Abiturienten ist das wirklich krass.

    Du hast vollkommen recht, nach vier Jahren ist es wirklich viel zu früh um über den restlichen Verlauf der Schulbahn und somit auch mehr oder weniger übers restliche Leben zu entscheiden.
    In den Niederlanden geht man-glaub ich- bis zur 7. Klasse in eine Art Grundschule. In den anderen Ländern der EU sieht es nicht anders aus.
    Jedoch stell ich mir da auch die Frage, ob es, wenn man begabte Kinder über einen langen Zeitraum mit weniger begabten Kindern zusammensteckt, nicht auch negative Folgen für die begabteren Kinder mit sich bringt.
    Eine Gruppe ist nur so stark wie das schwächste Glied. Mit anderen Worten, man kann den begabteren Kindern nicht das Wissen vermitteln, oder sie nicht dementsprechend fördern, wie es für sie am besten sein würde.
    Oder wenn man es von der anderen Seite betrachtet. Wenn die weniger begabten Kinder überfordert werden bringt das auch viele Probleme mit sich.

    (Jedes Kind hat eine Begabung, ich beziehe das hier nur auf die Fähigkeit des schulischen Lernens)

    Bestes Beispiel für diese These bieten die USA. Alle Kinder gehen auf die selbe Schulform bis zum High School Abschluss. Danach trennen sich die Wege. Viele kommen da nicht mit und viele sind Unterfordert. Was sich deutlich im Bildungsniveau der USA abzeichnet. (lassen wir Pisa mal außenvor )

    Ich denke, eine mögliche Lösung wäre eine "Zwischenschule", eine Schule oder ein Förderungsprogramm, welches nach der Grundschule geschaltet werden würde, was auch in den Einrichtungen der Grundschule stattfinden könnte, wo die Schüler individueller gefördert werden könnten, damit sogar Schüler, die sich anfangs schwerer tun mit dem Lernen, später die Möglichkeit haben Gymnasien oder Gesamtschule zu besuchen.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt in unserem Bildungssystem ist die integration. Damit meine ich nicht, dass es muslimischen Personen gestattet werden sollte Kopftücher zu tragen, ich bin der strikten Meinung, das Religion nichts in öffentlichen Einrichtungen zu suchen hat, aus dem einfachen Grund, Religion führt zu schnell zu Konflikten und die sind in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen fehl am Platz. Religions Unterricht sollte Angeboten werden, ohne Frage, aber Konfessions übergreifend, damit die Schüler die Religion des jeweils anderen besser verstehen kann.
    Mit Integration meine ich, dass sowohl von Seiten der Deutschen wie auch der Ausländer(bin selber auch einer) mehr aufeinander eingegangen werden muss und sich keiner von beiden Seiten dem anderen gegenüber abkapselt.
    Leider geschieht dies meistens nur bei Menschen aus gehobeneren Kreisen.

    Wie ist deine Meinung dazu?

    Liebe Grüße

  8. Nach oben   #8

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    Zitat Zitat von Jackgibson Beitrag anzeigen
    Hallo Metallicamaus,

    Habs leider nicht aus dem Spiegel, das war mal Diskussionsstoff in meinem alten SoWi Kurs Aber es kann sein, dass unsere Lehrerinn damals einen Artikel darüber gelesen hat.
    Wahrscheinlich, weil das Wort "Restschule" da auch verwendet wurde :>

    [QUOTE=Jackgibson;67249]
    Jedoch stell ich mir da auch die Frage, ob es, wenn man begabte Kinder über einen langen Zeitraum mit weniger begabten Kindern zusammensteckt, nicht auch negative Folgen für die begabteren Kinder mit sich bringt.
    /QUOTE]

    Unser Vorschlag war ja, dass man diese Förderkurse für schwache UND Forderkurse für gute Kinder anbietet... ich glaube, es gibt auch auf manchen Gesamtschulen "Gymi-Kurse" :>



    Mit der Integration hast du natürlich recht, wir hängen ziemlich hintendran.
    Mir ist auch aufgefallen, dass in anderen Ländern viel mehr Wert auf Integration gelegt wird und dass es auch von Seiten der "Nicht-Ausländer" (mir fehlt grad das passende Wort, bin müde) viel mehr gefördert wird..
    hier in Norwegen, wo ich gradn Auslandsaufenthalt mache, zB, gibt es kostenlose Sprachkurse, für die überall auf x verschiedenen Sprachen Werbung hängt usw. ...

  9. Nach oben   #9

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    Das mit den Sprachkursen finde ich eine gute Sache. Es ist wichtig jedem Menschen das Gefühl zu geben, dass er gewollt ist. Aber genau so wie wir den Mitmenschen entgegenkommen, sollten sie auch uns entgegen kommen. Und dazu finde ich, gehört auch, dass die Ausländer an unseren Schulen in den Pausen nicht in ihrer Sprache, sondern in unserer Sprache sprechen. Weil alle Integrationsangebote von außen bringen nichts, wenn die betroffenen sich auch keine Mühe geben auf uns zu zu kommen.
    Ich hatte auch Mitschüler aus meinem Mutterland und ich habe auch ganz normal auf Deutsch mit denen gesprochen, damit wir uns nicht von den anderen Abkapseln.

    Es ist alles ein Wechselspiel aus geben und nehmen.

    Liebe Grüße


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