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Thema: Warum klingt alles was mit Popmusik zu tun hat seit Langem so grausam?

  1. #1

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    Warum klingt alles was mit Popmusik zu tun hat seit Langem so grausam?

    Gehts nur mir so, oder sind da noch Andere, die ein Problem mit neuer Popmusik und allen Subgenres haben?

    Wenn ich das Radio anmache wird mir schlecht, im Fernsehen ist es genauso, ausserhalb der Kulturwellen und Alternativradios krieg ich einfach miese Laune, Dauerrotation, nerviger Sound und dummes Gelabere. Mittlerweile gleichen sich die Popwellen wie ein Ei dem Anderen, egal wo man hinfährt und wie der Sender heißt, man fragt sich schon teilweise, wie so viele Sender wo überall der gleiche Schrott kommt nebeneinander existieren können, ohne pleite zu gehen. Aber je kommerzieller es ausgerichtet ist umso nerviger wirds dann auch und vor Allem immer lauter, auf Sound wird nicht geachtet, nur auf ein Sounding, dass mit gutem Klang nix mehr zu tun hat, obwohl UKW Funk eigentlich gut klingen kann und Digitalradio ja sowieso...

    Die Lautheit der Radiosender ist aber nur das eine Problem, denn ein Großteil moderner Musikproduktionen wird schon beim Mastering so in die Enge gezwängt, dass keine Dynamik mehr übrig ist. Die Pegelanzeige ist dann immer schön am Anschlag. Bei alten Sachen muss dann der Lautstärkeregler halt etwas höher gestellt werden, aber dafür klingen sie schön Druckvoll und dynamisch und nicht wie eine Soße, allerdings werden auch viele alte Sachen mittlerweile zum 10. Mal geremastert und in der Lautheit angeglichen, wodurch viel ihrer ursprünglichen Qualität verloren geht.

    Auch finde ich das Sounddesign moderner Musik unglaublich einfältig und eintönig. Bis in die End 90er haben sich stetig neue Genres entwickelt und der Sound hat sich bis zum Eurodance und auch kurz danach noch immer wieder verändert. Seit Ende der 90er gibts zwar immer wieder neue Genrenamen aber vom Sound her nicht wirklich eine neue Art von Musik. So hieß Crossover plötzlich NuMetal und dann gingen da so Sachen wie Screamo oder Emocore hervor, die sich eigentlich nicht wirklich davon unterscheiden, höchstens aufgrund ihrer Texte, aber da bin ich nicht so bewandert...

    Es ist aber auch egal, welches Genre ich durchforste, ich finde zwar noch Musik die mir gefällt, aber Nichts, was mich so anspricht, wie Musik es bei Musik der Fall ist, die meist älter ist als ich selbst. Ich kenne keine neuen Titel, die mich so begeistern wie Classic Rock, oder 80er Wave/Pop/Rock/NDW usw... ich habe nen Haufen Platten, Cassetten, Tonbänder, einen simfy Account, mp3 und CD Sammlung... ich kenne wirklich sehr viel Musik und muss durch die Arbeit, wo den ganzen Tag das Radio dudelt auch Vieles unfreiwillig hören, was mir nicht gefällt.

    Auch ausserhalb des Mainstreams hat sich so eine Seichtheit eingeschlichen, die ich nicht verstehe. Früher war Indie individuell, heute ist Indie eine mehr oder weniger festgelegte Musikrichtung, weil Indiesänger einen typischen Singstil haben und die Bands sich bis auf ein paar Ausnahmen auch untereinander stark ähneln. Vor einigen Jahren war Indie Rock total in und grenzte an Alternativrock an, dann hat sich da so ein 80s Revival eingeschlichen, seitdem machen Bands wie die Editors plötzlich Musik, die elektronisch ist und stark an Depeche Mode oder New Order in den 80ern erinnert. Auf diesen Zug sind nahezu Alle bekannteren Indiebands aufgestiegen und so ist es mit ungefähr Allem.

    Und der Sound ist grundsätzlich laut und flach. Selbst wenn mir ein Popsong von der Melodie und den Harmonien zusagt, bin ich eigentlich immer unzufrieden mit dem Sounddesign. Als Fireflies von Owl City kam, dachte ich "Was für ne schöne Harmonie" aber diese hässliche Computerstimme, die Dynamikkompression, die so übertrieben ist, dass das Lied total verzerrt und undeutlich klingt und das gesamte billige Arrangement haben es für mich fast unerträglich gemacht, das Lied zu mögen. Genau so ist es derzeit mit Payphone von Maroon 5, Melodie ist gut, die verwendeten Sounds und das Mixing und das hässliche Autotune in der Stimme klingt für mich abartig Scheiße.

    Ich stell mir dann in solchen Fällen immer vor, wie toll das Lied klingen könnte, wenn es beispielsweise Mitte der 80er oder Ende der 70er veröffentlicht worden wäre. Auch Coverversionen von alten Stücken im modernen Gewand empfinde ich eigentlich immer als eine Beleidigung dem Original gegenüber, während auch in den 70er und 80er Jahren viel gecovert wurde und mir diese Versionen oft mehr zusagen als das Original. So geht es mir z.B. mit Everlasting Love von Sandra oder You keep me hanging on von Kim Wilde.

    Dass die ganze Gesellschaft so gelenkt wird und einfach immer allen Scheiß gut findet, der ihr einsuggeriert wird macht mich unglaublich wütend. Ich merke das an meiner Mutter, die hört immer ihr hässliches FFH und wenn sie am Anfang ein Lied doof findet braucht das nur ein paar Tage zu dudeln und dann ist sie so manipuliert, dass sie sagt "Am Anfang fand ichs blöd, aber mittlerweile gefällts mir richtig gut...", das zeigt mir, dass es nicht wichtig ist, was die in die Dauerrotation ballern, wenn man den Leuten das nur lang genug vorsetzt mögen sie es so und so...

    Aber das merkt man ja auch an Modetrends, wie diesen riesigen Nerd Brillen. Also die 80er vorbei waren, wollte keiner mehr so große Brillen haben, dann trägt die irgendein Designer oder Star und auf einmal sind sie wieder Ultrahip, alle tragen sie, es sieht super beschissen aus und trotzdem finden es Alle gut bis zum nächsten Trend und wenn sie dann in 10 Jahren alte Fotos sehen geht's "Oh Gott, warum hab ich das nur getragen...". Oder als dieses bekloppte Fliegerlied von Tim Toupet ein Hit war, da war es völlig ok, dass Ü30 Leute in der Disco einen Kindertanz aufgeführt haben und es war auch völlig legitim das gut zu finden und zu hören, weils ja Alle gehört haben. Käme ich jetzt mit einem gut gemachten Partyschlager aus den 70er oder 80er Jahren würden mich viele Leute dafür auslachen, weils out ist und nicht im Trend und ich wäre dann für die Masse peinlich und komisch.

    Und all diese Trends und diese Musik werden in ein paar Jahren vergessen sein und alle werden sagen "Oh Gott, was haben wir da für n Schrott gehört... und Lady Gaga interessiert dann keinen mehr...", aber Sachen wie die Beatles, die Rolling Stones, Kansas, Journey und große Teile der Musik der 80er werden nie in Vergessenheit geraten, weil Etwas was wirklich gut ist keinen Trend braucht. Ein Popsong der vor 50 Jahren gut war, ist jetzt immernoch gut, weil Musik kein Verfallsdatum hat, wenn sie gut ist. Dennoch legen viele Leute alles was nicht neu ist ab und sagen "Was? Son Scheiß hab ich vor 10 Jahren gehört, aber doch jetzt nicht mehr...", als wäre es ein veralteter Computer oder Sowas. Es wird dann belächelt, wenn man lieber den Oldiesender hört, mit Kommentaren wie "Sowas hört meine Oma...", obwohl die alten Sachen meistens viel fetziger sind, als die neuen Charthits.

    Aber es passen sich auch einfach Alle an. Ich habe gestern die erste Nena Platte gehört, die ist eigentlich durchgehend gut und wenn man darauf folgenden Platten anhört, kann man hören, dass sich der Sound stetig verändert, aber trotzdem nicht der Stil. Man hört dennoch immer wieder was ganz Neues, was sich von Vorgängeralben unterscheidet. Seit bereits über 10 Jahren macht Nena die selbe Einschlafscheiße, die mit den alten Alben nix mehr zu tun hat, die hatten Pepp, tolle Arrangements und haben teilweise richtig gerockt und jetzt?! Nur noch seichter Brei. Und so ist es mit einem Großteil der neuen Musik.

    Ich bin jetzt 26 und viele meiner Altersgenossen und vor Allem noch jüngere, die eher weniger mit Musik aufgewachsen sind, die älter ist als sie selbst, weil sie schon in Zeiten von Youtube und Jugenddudelsendern heranwuchsen können mit alten Sachen nix anfangen, weil es für sie einfach nicht gut klingt. Sie sind den Neuartigen Sound der letzten 12 bis 13 Jahre gewöhnt und haben anscheinend Gehör dafür gefunden aber dadurch auch eine starke Intoleranz gegen wirklich gute Sachen entwickelt. Es muss doch Alles sehr schnelllebig sein, damit man es verwerfen kann, daraus resultiert auch das Zappverhalten am mp3 Player. Man kann sich ja schnell mal 1000 Titel ziehen und dann wird halt jeder Titel nach ein paar Sekunden vorgezappt, weils so schnell langweilig wird und man an echtem Hören sowieso kein Interesse mehr hat. Vielleicht haben Leute die Musik auch einfach intensiver gelebt und mehr zugehört, als man noch vom Radio auf Cassette aufnehmen musste und Schallplatten oder CDs gekauft hat. Für mich ist die Aufnahme eines Mixtapes ein Ritual, das mir Zeit gibt mich mit der Musik auseinanderzusetzen, viele nehmen die sich heute nicht mehr und benutzen sie nur noch als Rauschteppich, wenn man auch Alles kostenlos ziehen kann ist der Respekt davor auch völlig weg, weil das Alles ja auch nur noch in virtueller Form besteht und man nicht mehr den Bezug wie zu einem Tonträger herstellt, die auch feste Reihenfolgen haben.

    Bin ich krank, oder was ist mit mir los, dass ich das Alles so empfinde? Liegt das an mir, oder ist die Welt tatsächlich so biegsam und meinungslos, dass es keinen interessiert was da passiert? Ich freue mich auf eure Antworten...

    LG, Tobi

  2. Nach oben   #2

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    Deine Gedanken sind für mich völlig normal. Auch ich habe mich irgendwann dem Mainstream abgewandt und bin andere Wege gegangen. Die meisten radiostationen und fernsehen kann man ja nun wirklich nicht mehr aushalen..Ich pflichte dir bei, dass viele 60er bis 80er sachen absolute evergreens sind. Ich denke die 2000er haben wenig zeitlose Hits, obwohl ich doch glaube, dass wer jetzt jung ist, auch diese Lady Gaga und Bieber songs später schätzen wird, weil diese mit Erinnerungen verknüpft sind.


  3. Nach oben   #3

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    Das mag sein, aber ich habe an ältere Sachen vor meiner Kindheit oder sogar vor meiner Geburt größere Erinnerungen, als an tatsächliche Hits aus der Zeit. Es gibt bis Anfang der 2000er viele Mainstream Sachen, die ich noch als gut empfinde, vor allem aus dem Hip Hop Bereich, aber die Sachen haben mir auch zu dem Zeitpunkt schon gefallen. Auch die Eurodance Phase zwischen 1993 und 96 sagt mir zu. Die Musik ist zwar ziemlich hirnlos, aber macht halt irgendwie Spass und es sind sogar einige Klassiker daraus hervorgegangen, obwohl das damals schon sehr schnelllebig war, vielleicht hast du recht, natürlich sind das auch Erinnerungen an meine Kindheit und meine frühe Jungend, aber insgesamt wird die Musik zunehmend uninteressanter desto neuer sie wird. Wenn ich mir Compilations wie Bravo Hits angucke, ist irgendwann ab Vol. 14 oder 15 fast nur noch Schrott zu finden, während auf denen davor mehrere Lieder drauf sind, die mur zusagen.

    Das Jahr 1997 habe ich so als Grenze in Erinnerung. 1996 ist der Eurodance gestorben, langsam kam die Deutsch Hip Hop Welle auf. Freundeskreis hatten erste Hits, z.B. mit A-N-N-A. Die Musik in Richtung Techno wurde langsamer, die Rave und Hardcore Einflüsse verschwanden völlig und es ging eher in Richtung House, tanzbar, zwischen 128 und maximal 160 BPM, so wie Discofox, die Musik hatte aber irgendwie nicht mehr so viel Charme, wie die elektronischen Sachen die Jahre davor.

    Trance war auch sehr beliebt, 1997/98 haben dann viele Eurodance und Rave Projekte eher kommerziellen Vocal Trance gemacht, Dune feat. Vanessa z.B. Keep the Secret. Dann kamen so Sachen auf wie Eiffel 65 oder Wamdue Project, was ich eher als lahm empfinde. Für die knalligen Eurodance Ohrwürmer die Jahre davor war das kein guter Ersatz. Ausserdem kam massig R'n'B, Sowas wie Young Denay oder Papa Bear und Nana, das fand ich schon damals lahm.

    Auch mit Crossover und dem daraus resultierenden Nu Metal konnte ich zwar mehr anfangen, als mit dem langweiligen Chartpop, aber es hat mich nie so vom Hocker gerissen, vereinzelte Ausnahmen gab und gibt es natürlich nach wie vor in jedem Genre, aber auch wenn ich mir die Cassetten oder MiniDiscs, die ich zu der Zeit vom Radio aufgenommen habe angucke, dann überwiegt die Anzahl der älteren Titel. Ich habe mir dann nen Plattenspieler besorgt und die Wühlkisten in Plattenläden durchwühlt, mir alte Sampler gekauft und jede Menge gute Musik entdeckt. Ich hab mir Platten schenken lassen, zu Weihnachten und zum Geburtstag gabs Gutscheine für CDs, da hab ich dann aber eher Compilations mit 80er Hits oder NDW Musik für gekauft.

    Im Fernsehen und im Radio habe ich immer wieder Dokus, Features und Specials über die DDR verfolgt und festgestellt, dass es auch da wunderschöne, andersartige Musik gab als die aus dem Westen, schöne Schlager und eigenwillige Rockmusik, ich habe dann auch angefangen mir Ostmusik auf CD Samplern zu beschaffen und dann auch die ersten AMIGA Schallplatten von den einzelnen Künstlern, die mir gut gefielen.

    Und die "Oldies" sind noch lange nicht aufgebraucht. Ich entdecke vor Allem durch das Internet und diverse Special Interest Radio Sendungen wieder "neue alte" Sachen, die ich noch nicht kenne.

    Egal, in welchen Genres ich mich auf die Suche mache, der Anteil neuerer Songs, die mir gefallen ist verschwindend gering und das gilt nicht nur für den Mainstream und das liegt wie gesagt teilweise nicht mal an den Melodien, sondern an den Arrangements und am Sounddesign. Fast 100% der Neuaufnahmen alter Songs empfinde ich schlicht als Beleidigung für die Ohren, oder lang nicht so gut wie das Original.

    Auch Musik die ähnlich klingt wie die alten Sachen klingen nach längerem Hören irgendwie immer flach oder langweilig und irgendwie hört man auch, dass es halt neu ist. Irgendwas macht, dass mir das dann nicht gefällt, oder nicht so gut, wie was Altes.

    Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass ein Computer es extrem erleichtert Musik zu machen. Als die ersten Sequenzer und Sampler kamen, war es wesentlich aufwändiger, elektronische Instrumente miteinander zu verknüpfen und die Leute waren scheinbar auch viel expermientierfreudiger, was die Sounds angeht. Heute hätte man Zugriff auf alle Sounds, die es jemals gab indem man klassische Synthesizer mit dem PC emuliert, stattdessen, werden aber immer nur die gleichen billigen vorgefertigten verwendet.

    Im Schlager hat man bis in die 80er Jahre viel mit Orchestern gemacht, mit dicken Arrangements und Notensätzen. Was sich da im Hintergrund bei Trinkliedern wie Roberto Blanco's "Am Tag als es kein Benzin mehr gab" abspielt - obwohl es eigentlich nur ein billiges Trinklied ist - ist schlichtweg der Wahnsinn. Ein totaler Aufwand. Was das auch für ne Zeit gekostet haben muss, die Instrumente allein schon abzumischen. Dagegen stinkt das was man heute als Schlager betitelt ziemlich ab und auch fast jeder moderne Popsong kann dagegen einpacken...

    Naja, was will man machen, ich bin dazu verdammt in der Vergangenheit zu leben ^^. Aber es ist schön, von heute aus Zugriff auf all die tollen Songs, die schon entstanden sind zu haben.

    LG, Tobi

  4. Nach oben   #4

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    Hi

    Mir geht es auch recht ähnlich. Ich bin jetzt 18, also noch mal fast 10 Jahre jünger als du, Tobi. Ich höre liebendgern Platten aus den 80ern und früher. Zu meinen Lieblingsliedern gehören defintitiv Sachen wie "Hit the Road Jack" was viele als "richtig alt" bezeichnen. Wenn ich Gleichaltrigen sagen würde, dass ich genauso auch Janis Joplin & Co immer mal wieder, also eigentlich Musik der Hippie-Bewegung, höre würde ich nur schief angeschaut werden. Das verrückte ist nur, dass es meiner Mutter vor 30 Jahren schon ähnlich ging. Sie empfand die Musik der 60er Jahre als viel besser als "der neumodische Mist". Natürlich hat sie auch Musik der 70er und 80er gehört, aber auch mehr in die Richtung Rock und Metal. Das hat sie mir eigentlich mit gegeben, denn ich höre diese Musik auch viel lieber als Lady Gaga.
    Außerdem hatte ich eine Zeit in der ich ziemlich viel Michael Jackson gehört habe. Ich finde es ja eigentlich Wahnsinn, dass Lady Gaga und Michael Jackson oft genug in einem Atemzug im Bezug auf Pop genannt wird.
    Klar verbinde ich, wie du vorhin schon gesagt hast, einige Songs der 90er und der (vor allem) frühen 2000er mit Erinnerungen. Sachen wie der "Ketchup-Song" ist ja eigentlich grauenhaft, aber trotzdem werde ich mich ewig daran erinnern und gute/lustige/schöne Momente damit verbinden.
    Meine Mutter hört ständig Radio, wenn sie zu Hause ist und dreht dann immer Österreichs Kommerz-Sender Nummer (genannt Ö3) auf. Gut finde ich zwar, dass ab und an auch wieder ein Oldie eingeworfen wird, aber das meiste besteht aus Lady Gaga, Rihanna &Co, was ich auf Dauer nicht aushalte. Ich verstehe, um ehrlich zu sein, nicht ganz, wie sie das aushält, da sie ja selber den 80er/90er Mainstream auch eher gemieden hat, der defintiv näher an dem Kommerzzeug dran ist, als die Musik, die wir Haufenweise als CDs im Regal stehen haben.
    Ich muss aber auch sagen, dass ich immer wieder das eine oder andere Lied in den Charts finde, das ich eigentlich nicht schlecht finde, das wird dann aber recht bald vom Radio "totgespielt", bis man davon nur noch genervt ist.
    Wie die meisten anderen in meinem Alter gehe ich auch ab und an mal gern feiern, da finde ich dann die Musik die da gespielt wird erträglich, bis zu einem gewissen Grad, abder auf Dauer würde ich sie nicht aushalten.
    Zu der Sache mit dem Downloaden. Ich persönlich gehe lieber in ein Geschäft, kaufe mir eine CD, leg sie in den Player ein und hör mir die dann auch an. Da schauen mich sogar meine besten Freunde manchmal schief an, dass ich lieber eine CD in den Händen halte als am Computerbildschirm ein kleines Kästchen zu sehen und fertig. Natürlich lade ich mir die CDs meist auch auf den PC und später auf mein Handy, weils einfach praktisch für unterwegs ist.
    Plattenspieler haben wir, leider, keinen mehr, denn den hat mein Vater vor ein paar Jahren auf den Flohmarkt gegeben mit den Worten "den Schmarn braucht ja keiner steht eh nur im Weg rum". Damals war ich noch kleiner und mir war das eigentlich relativ egal, bzw. habs nicht so mitbekommen. Ich finds echt schade, aber jetzt kann ich es leider nicht mehr ändern.

    Lg Alice

  5. Nach oben   #5

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    Du kannst aber für wenig Geld einen gebrauchten guten Plattenspieler kaufen. Ich habe einen Technics SL 1210. Seit er nicht mehr gebaut wird, wird er immer teurer. Trotzdem ist das Gerät, das meist als DJ Plattenfräse abgestempelt wird besser, als Alles was man für teuer Geld kaufen kann und sich heute High End schimpft. Bis auf Prestige ist das nämlich nichts und bei einem guten Laufwerk - das unhörbar ist - einem guten Tonarm und nem anständig dazu passenden System kannste wunderbar Platten hören. Kleinere Technics aus den späten 70er und 80er Jahren bekommst du bereits für unter 80 Euro bei ebay und hast einen hervorragenden Plattenspieler. Um etwas gleichwertiges neu zu bekommen müsste man schon tief in die Tasche greifen. Auch andere Hersteller haben gleichwertige Geräte gebaut, die heute günstig zu kriegen sind.

    Die Platte ist klanglich auch einfach begrenzt. Viele sehen in der geringeren Auflösung, dem geringen Dynamikumfang und der begrenzten Übersprechdämpfung, dem Grundrauschen, dem Knacken und den unvermeidlichen Gleichlaufschwankungen durch niemals 100%ig mittige Zentrierlöcher und Unebenheiten auf der Platte, da kann man noch so ein gutes Laufwerk haben, ganz weg bekommt man das nie, man kann nur dafür sorgen, dass es nicht noch mehr wird. Dazu kommt dann noch, dass der Frequenzumfang sich zur Innenrille verringert, weil die Geschwindigkeit, die der Tonarm zurück legt am Äusseren Rand der Platte größer ist als zur Mitte hin, in der Innenrille kommt die Platte deshalb gerade mal bis 12,5 kHz, das ist ziemlich mies.

    Aufgrund dieser Begrenzungen müssen Masters für Platten sorgfältig abgemischt werden, wenn es gut klingen soll. Die leisesten Stellen sollten nicht allzu leise sein, sonst werden sie vom Rauschteppich überdeckt, die Höhen müssen beschnitten werden, sonst zischt es. Stereoeffekte dürfen keine Phasenumkehrungen enthalten, sonst kann es ganz eklig werden. Ein bestimmter Maximalpegel darf nicht überschritten werden, deshalb klingen viele Platten tatsächlich subjektiv besser, als ihre Remasters auf CD. Da wurde einfach sorgfältiger abgemischt. Es geht aber auch andersrum, Viele Platten seit den 80ern klingen bescheiden, zischen bei scharfen S Lauten und klingen undeutlich, weil man die CD pushen wollte und die Platte deshalb mutwillig vernachlässigte. Ab etwa 1991 sind viele Sachen in Deutschland gar nicht mehr auf Platte erschienen, die Renaissance der Platte kam dann so gegen 2001, viele Alben erschienen wieder auf Schallplatte und der Trend geht weiter.

    Bei digitalen Medien hat man soundmäßig keine hörbaren Einschränkungen, man kann die Höhen aufdrehen wie man will und den Sound verändern wie man mag. Solang der Maximalpegel nicht überschritten wird, geht da Alles ohne Eigenklang oder Verfärbungen durch. Da leiert nix, da rauscht nix, da knackt nix, es sei denn es wird da so reingemischt. Selbst die besten analogen Studiotonbandmaschinen sind den digitalen Medien unterlegen. Man kann mit einem 30 Euro DVD Player besser Musik hören, als mit einem Plattenspieler für 40.000 Euro, wenn man ihn an gute Boxen und einen einigermaßen brauchbaren Verstärker anschliesst.

    Mit einem guten Cassettendeck oder einer Bandmaschine kann man höherwertige Aufnahmen machen, als auf einer Schallplatte. Trotzdem wurde die Cassette von der High End Lobby immer abgestossen und auch die teuren Cassettendecks für mehrere 1000 DM waren nie so im Vordergrund, wie ein guter Plattenspieler. Ich kann mit meinem AKAI Cassettendeck, das Anfang der 90er in der 1000 Mark Klasse lag Aufnahmen machen, die vom Original kaum zu unterscheiden sind. Das Rauschen hält sich vor allem mit Dolby Rauschunterdrückung in Grenzen, mit Dolby C ist es auch bei erhöhten Lautstärken nur bei absoluter Stille hörbar. Es gab noch effektivere Rauschunterdrücker wie Dolby S oder dbx, da ist dann tatsächlich auch bei höchster Lautstärke und absoluter Stille auf dem Band kein Rauschen mehr wahrnehmbar, solche Aufnahmen können sehr sehr gut klingen. Die meisten Leute, denen ich sage ich nehme noch Cassetten auf belächeln das total.

    Die Allgemeinheit denkt nämlich, Cassetten leiern, machen Bandsalat, rauschen und klingen dumpf, ausserdem hört man oft die Aufnahme die vorher drauf war durch und ständig gibt es Aussetzer. Wenn man die billigsten Aldi Cassettenrecorder und 3 Tasten Walkmans benutzt hat, dann weiß man auch nie, wie gut eine Cassette klingen kann. Viele Leute haben auch billige Recorder gehabt und teure Cassetten gekauft, dadurch sind die Aufnahmen dann eher schlechter geworden, denn die billigen Geräte waren gar nicht darauf ausgelegt, die teuren Cassetten anständig bespielen zu können.

    Ich benutze nur gute Cassetten, gute Cassettendecks, gute Walkmans, gute Autoradios und Ghettoblaster von denen ich weiß, dass die Laufwerke gut sind, dann bleibt die Qualität der Bänder auch erhalten. Ich habe Cassetten aus den späten 60ern, die immer gepflegt wurden, die klingen noch sehr gut, natürlich waren die technischen Daten der Bänder und Recorder noch nicht so hoch, aber sie haben nicht hörbar am Standard der damaligen Zeit verloren. Sie sind also sehr sehr langlebig. Mir sind auch schon Cassetten in Wassereimer gefallen, trocknen lassen, ging wieder.

    Viele gebrannte CDs haben sich nach wenigen Jahren aufgelöst oder waren einfach nicht mehr lesbar. Im Auto sind CDs das unpraktischste Medium überhaupt. Cassetten können auch mal runterfallen oder ohne Hülle herumliegen, ohne dass sie kaputt sind. Ich habe schon mal 2 Cassettenspulen auf der Straße gefunden, als ich von der Schule heimkam, da sind schon zig Autos drüber gefahren, das Gehäuse war kaputt und in alle Einzelteile zersprungen, das Band in der Mitte gerissen. Ich habe - weil es mich interessiert hat - das Band aufgesammelt, es zusammengeklebt und in ein Gehäuse gesetzt. Es war trotz dieser heftigen Qualen immernoch problemlos abspielbar und die Qualität war dabei gar nicht mal so schlecht, wie man vielleicht vermuten würde.

    Dennoch klingt natürlich die CD und Alles was darüber steht (DVD, BluRay, HDDVD, SACD, DAT) perfekt, wenn man ihr Potenzial ausnutzt, während das kein analoges Medium kann. Leider wird das Potenzial aber in den wenigsten Fällen so richtig ausgenutzt und daran ist nicht das Medium Schuld. Bei den High End Freaks ist auch mp3 verpöhnt, weil man ja die Komprimierung hört. Bei guter Bitrate tut man das aber nicht. Viele machen Tests und behaupten dann ganz klar den Unterschied zu hören, sie lassen sich aber durch Psychoakustik verleiten indem sie bewusst das mp3 und das CD Stück hören. In Blindtests gab es keine eindeutigen Ergebnisse, was so viel bedeutet, dass ein Großteil der Menscheit in Wahrheit ab Bitraten oberhalb 160 kbps nicht mal einen geringen Unterschied zum Original wahrnehmen kann. Selbst bei 128 kbps, bei einem gut gerippten mp3 ist der hörbare Verlust geringer, als bei einer Kopie auf ein analoges Medium.

    Neuere Codecs wie z.B. FLAC, AAC, AAC+ oder OGG, sind bei geringeren Bitraten noch effektiver als mp3, nur nicht so weit verbreitet. Bei mp3 ähnlichen Bitraten ist der Verlust noch weniger hörbar. Noch dazu ist die digitale Auflösung der Aufzeichnung im Studio viel höher als je zuvor, was ebenfalls nicht hörbar ist, aber messtechnisch nachweisbar. Schon die Auflösung CD, ist doppelt so hoch als die, die das Gehör wahrnehmen kann. Wenn man die unterschiedlichen Lautstärkepegel der CD in Stufen einteilt sind das 32.000, man müsste die Lautstärke um mehrere 100 dieser Stufen erhöhen oder verringern um überhaupt einen hörbaren Unterschied wahrnehmen zu können. Neuere Medien haben eine Vielzahl an Pegelstufen mehr, was eigentlich völlig unnötig wäre. Währenddessen hat ein analoges professionelles Studiotonbandgerät etwa 10.000 Pegelstufen, obwohl Analogtechnik eigentlich stufenlos ist, aber wenn es Stufen gäbe, wären es 10.000, so grob ist selbst das teuerste Tonbandgerät im Vergleich zu digitalen Medien und das ist völlig ausreichend für gute Aufnahmen. Cassetten oder Schallplatten haben noch viel viel weniger.

    Bei einer CD ist der Lautstärkeunterschied zwischen dem leisesten Punkt und dem lautesten so hoch (bis zu 100 dB), dass bei voller Ausnutzung dieses Umfangs der Hörer bei zwischen leisen und lauten Passagen ständig nur am Lautstärkeregler drehen würde, man könnte sie so abmischen, dass die leisesten Töne von der Lautstärke der Umgebung übertönt würden, bei SACD und BluRay Disc ist der Dynamikumfang dennoch auf 120 dB erhöht worden. Cassetten oder Schallplatten würden auch bei einer CD die leisesten Stellen gar nicht mehr darstellen können, sie würden längst im Rauschteppich untergehen.

    In den Medien wird propagiert, dass SACD besser als CD und BluRay Disc besser als die DVD klingt. Messtechnisch ist das so, hörbar ist es aber nicht. Ledliglich wird der Filmsound für DVD und der für BluRay anders abgemischt, damit die Leute die teurere BluRay kaufen, ebenso ist es bei der SACD (Super Audio CD), eine SACD ist wesentlich teurer als eine normale CDs. Sie hat eine doppelte Beschichtung. Die eine enthält die normalen CD Informationen, damit sie kompatibel zu normalen CD und DVD Spielern ist und die andere die SACD Fragmente. Die High End Leute kaufen sich dann für teuer Geld einen CD Spieler, der auch SACDs abspielt, aber sonst nix und denken dann, es klänge deshalb besser, weil die Auflösung wesentlich höher ist. Im Endeffekt könnte man zumindest vom Höreindruck her eine Aufnahme der gleichen Qualität auch per mp3 oder normaler CD erreichen. Glauben wird das aber kein verblendeter, denn er hat ja die normale CD Version auf seiner SACD mit drauf und kann jederzeit beweisen, dass die schlechter klingt.

    Trotzdem, eine CD schiebt man rein und sie verschwindet im Player, mp3s liegen halt aufm PC oder aufm Handy so rum. Ich finde, die Ästhetik geht dadurch total verloren. Ein schöner Plattenspieler, eine gute Bandmaschine oder ein Cassettendeck schaffen ein unvergleichbares Flair, es fühlt sich einfach ganz anders an damit Musik zu hören, auch wenn der Sound nicht ganz so gut ist, die Geräte sind schön und es erzeugt auch ein Gefühl in mir mit dem ich mich irgendwie besser identifizieren kann. Wenn ich mir Cassetten oder Bänder aufnehme hole ich die Musik auch von Simfy, meiner Festplatte oder CD, aber hören tue ich sie dann vom Tape, denn das habe ich immer dabei, oder ich schaue meiner Bandmaschine zu, wie sich die riesigen Spulen drehen, dabei kann ich richtig geniessen, den Rechner mache ich dann aus, der Lüfter ist so furchtbar laut und wesentlich stressiger als jedes Bandrauschen und meine Bandmaschine bewegt sich trotz ihrer großen 3 Motoren beinah lautlos, was das Ganze noch viel faszinierender macht, das ist liebevolle Ingenieurskunst die noch mit richtig viel Aufwand entwickelt wurde. Sowas bringt dann 25 kg auf die Wage, mit Metallverkleidung und einer wahnsinnig edlen, zeitlosen Optik. Natürlich sind die Geräte aus heutiger Sicht Dinosaurier, aber sie haben ein zeitloses Design, dass man immernoch als modern bezeichnen kann. Auch ist es einfach viel schöner, eine Platte in der Hand zu halten und sich das Cover anzugucken oder dem Plattenspieler einfach beim drehen zu zu sehen. Es ist halt auch einfach viel erstaunlicher, wie gut diese Technik klingen kann, wenn man das richtige Equipment hat und wie viel trotz der begrenzten Möglichkeiten und Technischen Daten damit überhaupt geht, das erfüllt mich wesentlich mehr, als eine CD oder mp3, wovon ich weiß, dass es halt perfektioniert ist.

    Die Möglichkeiten sind also größer als je zuvor, dennoch werden moderne Musikstücke derart beschnitten, dass sie beschissen klingen, hauptsache laut. Für die Allgemeinheit, die ihre Musik eh bei youtube in beschissener Qualität saugt ist das egal, aber Jemandem der wirklich zuhört nicht, Loudness War eben. Ich habe Aufnahmen aus den 50er Jahren, wo die Tonbandgerätetechnik noch nicht so weit war, die einen angenehmeren besseren Klang haben, als moderne Aufnahmen, weil sie sorgfältig abgemischt sind und deshalb hervorragend klingen, obwohl die Gerätschaften noch nicht halb so gut waren, wie heutige.

    Es is schon praktisch, dass man all seine Musik auf einem Handy in bester Qualität überall mit hin schleppen kann, aber trotzdem gefällt mir der Gedanke nicht, das Alles so minimiert zu haben. Ich fühle mich mit meinem Walkman lieber, als mit jedem mp3 Player. Ein mp3 Player fühlt sich für mich nicht gut an und wenn dann würde ich einen separaten mp3 Player einem integrierten in nem Handy vorziehen, weil ich zum Musikhören einfach meinen eigenen Mikrokosmos brauche und Ästhetik, Design und Gefühl sind mir dabei ganz wichtig.

    Viele meiner Freunde kamen durch mich auf die Idee, einen Plattenspieler anzuschaffen oder auch ein Cassettendeck, das ist dann ne Zeit lang benutzt worden und dann haben sich mp3 Handy und PC wieder durchgesetzt. Wenn man das immer so als "Retroobjekt" betrachtet und das Medium an sich nicht ernst nimmt, weils ja völlig überholt ist, macht die Benutzung auch keinen Sinn und da merkt man dann auch, dass das Alles so Phasen, wo sich die Leute dann eher was vormachen um sich zu profilieren und um anders zu sein, bis sie sich aus Faulheit dann doch beugen und ein Iphone kaufen.

    Einer dieser Kumpels hat ewig behauptet er brauche keinen Computer und auch kein Internet. Er hat Computer verteufelt wo er nur konnte und wollte nicht einer dieser PC Junkies sein. Genau so hat er es mit dem Fernsehen gehalten. Er hatte zwar einen Fernseher aber weder Kabel noch Sat Anschluss. Eine Stereoanlage wollte er aber. Ich hab ihm dann was zusammengesucht, HiFi Receiver, Plattenspieler, Tapedeck und dazu nen Billig DVD Player und schon hatte er Alles was er brauchte. Dazu noch nen Walkman.

    Sein Vater hat sich dann ein Notebook gekauft, worauf hin er das Alte bekam, das noch funktioniert. Der Vermieter hat ne Schüssel gekauft und ihm nen Anschluss in die Wohnung gelegt. Seitdem sitzt er den ganzen Tag vorm PC und sieht fern, will jetzt sogar einen LCD Fernseher kaufen. Daran merke ich irgendwie, dass er sich die ganze Zeit was vorgelogen hat. Nur weil ich ne Antenne habe muss ich ja noch lang Nichts daran anschliessen. Vorher hatte er schon ne Zeit DVB-T, hat und konnte dann die öffentlich-rechtlichen empfangen. Als er Sat bekam hat er sich darüber aufgeregt, wie fürchterlich das Privatfernsehen sei, guckt jetzt aber öfter, weil es ja unausweichlich ist, weil eben viele gute Serien und Spielfilme auch auf den Privaten laufen. Natürlich hat er jetzt auch massig mp3s auf der Festplatte und einen mp3 Player gekauft. Der Walkman ist "Schööööön retro...", Vor einiger Zeit hat er noch behauptet er wolle gar keinen mp3 Player, mittlerweile meint er aber er bräuchte auch Internet, denn er käme schliesslich nicht mehr daran vorbei.

    Platten kauft er noch ab und an. Cassetten aufnehmen tut er nicht mehr.

    Die Gesellschaft ist da irgendwie wie Gummi beeinflussbar. Vielleicht ist das auch son Protest von mir, gegen das Alles. Aber vielleicht hat das für mich auch eine Symbolik und etwas, woran ich mich festhalten kann, weil es verlässlich ist und einfach schon immer da war. Die Cassette begleitet mich mein ganzes Leben lang. Obwohl sie vom Aussterben bedroht ist, liegen in fast jedem Supermarkt noch massig Bänder rum, ich freue mich immer, wenn ich so ein Päckchen sehe. Sie ist für mich wie ein alter Freund, der immer zuverlässig war. Jedesmal, wenn ich mitbekomme, dass auch die Produktion dieser oder jener Sorte eingestellt wurde trifft es mich wie ein Schlag ins Gesicht. Tut irgendwie weh, dass die Masse das wirklich nur noch belächelt und total respektlos behandelt und nicht mal mehr Kinder wissen, wie es ist Hörspielcassetten oder Rolf Zuckowski zu hören - und das nicht erst seit gestern.

    Die BBC hat mal ein Experiment gemacht, schon vor Jahren. Ein 13 jähriger Junge musste seinen mp3 Player eine Woche lang gegen einen Sony Walkman 1 aus den 80ern von seinem Vater tauschen. Der Junge meinte, dass er lange brauchte um zu begreifen, dass man die Cassette umdrehen muss und dass der Schalter "Normal/Metal" keine Klangregelung ist, sondern dass es mehrere Bandtypen gibt, die man umschalten muss. Finde ich ziemlich deprimierend.

    Aber insgesamt scheint sich keiner mehr großartig mit der Vergangenheit zu beschäftigen, das geht irgendwie in Alle Bereiche. Viele wissen gar nix über die DDR oder den zweiten Weltkrieg. Genau so ist es mit Musik, die meisten kennen nicht mal die Beatles oder ABBA. Alte Musik wird belächelt, wurde sie schon, als ich in der Schule war. Ich war immer das Gespött der ganzen Klasse mit meinen 80er Sachen und Oldies. Es hat aber auch keiner wirklich hingehört, es war halt scheiße, weil man es nicht kannte und alt war und das ja "meine Oma hört...". Die Bildung der RTL II Generation ist jedenfalls ziemlich mies.

    Hit the Road Jack ist ein guter Song, aber für mich auch etwas totgenudelt. Und die 60er mag ich auch gern, aber nicht unbedingt die ganzen Hits. Das hab ich Alles schon zu oft im Radio gehört. Es müssen nicht immer die Beatles, die Stones oder die Monkees sein, davon bin ich einfach übersättigt und da war auch die Musik in den 60ern schon zu vielfältig. Auch wenn das Alles tolle Gruppen waren, als es darauf zu reduzieren.

    Ich weiß nicht, ob ich in den 80ern die 80er Scheiße gefunden hätte. Ich denke auch, dass mir Vieles zur Eurodance Zeit zugesagt hätte, auch wenn ich älter gewesen wäre. Und die Leute die ihre Jugend in den 80ern verbracht haben mögen die Musik ja jetzt auch größtenteils noch, während ich die Musik meiner Jugend schon als sie neu war nicht leiden konnte, weil sie einfach zu schlecht war, obwohl das immernoch besser is, als das was im Moment in den Charts ist.

    Ohne die 80er würde ich auf jeden Fall was vermissen, Alles was nach den 90ern kam ist austausch und vernachlässigbar, die 60er waren halt noch sehr akustisch, bis auf E Gitarren und Flanger Effekte oder Ping Pong Stereo gab es da noch nicht viel. Die ersten Synthesizer wurden eher dezent eingesetzt und die elektronische Musik der 70er ist halt größtenteils doch sehr esotherisch oder ausgeflippt, man kann da meistens kaum von "Musik" sondern eher von Kunst sprechen. Mit so Klangexperimenten wie Amon Düül oder auch Tangerine Dream kann ich nicht wirklich was anfangen, auch Jean Michael Jarre oder Kraftwerk gehören nicht zu meinen Lieblingsgruppen. Dafür bieten die 70er schöne Schlager, seichte orchestral angehauchte Popsongs und jede Menge gute gute Rockmusik.

    Naja, Ö3 kann ich über Internet hören und die machen so ungefähr das Selbe, wie jeder Dudelsender hier. Superhits auf Dauerschleife aus den letzten 3 Jahrzehnten und überwiegend neue Chartsongs. In Deutschland ist das etwas anders. Die ARD hat in jedem Bundesland ein regionales Drittes Programm und dazu mindestens 4 Radioprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten. In Hessen haben wir hr1 (überwiegend ältere Popmusik von den 60ern bis heute), hr2 (Kultur, Klassik, Wortsendungen, Jazz, Hörspiele, Features, etc...), hr3 (Dudelradio a la Ö3), hr4 (Schlager, Volksmusik, Evergreens für die typischen Opis und Omis), youFM (Jugendwelle, noch schlimmer als hr3, war früher als hr XXL mal ziemlich kultiviert und ein wenig alternativer, musste sich dann aber aus Quotenmangel dem privaten Konkurrenten aus der FFH Schmiede "planet radio" anpassen, seitdem kann man mit Wiederholungen der Chart Titel alle 2 Stunden rechnen, während die Wiederholungszeit bei hr3 etwa bei 6 bis 8 Stunden liegt), dann noch hr info (Nachrichtenradio), dazu die Privaten Hitradio FFH (ähnlich wie hr3, nur noch niveauloser, mit mehr Wiederholungen, nervigeren Jingles, aggressiverem Soundprocessing und dummschwätzenden gekünstelten Moderatoren, während hr3 wenigstens sympatische Moderatoren hat), planet radio (schon weiter oben genannt, Jugendradio, ebenfalls Playlist Wiederholungen unter 2 Stunden), harmony.fm (privates Pedant zu hr1, allerdings mit starker Rotation der "besten Hits für Hessen), dazu gibts dann noch das Freie Radio Kassel, das ist der Bürgerfunk, da kommen viele gute Sendungen, weil der Sender halt keinen kommerziellen Hintergrund hat und das alles Hobbyradiomacher sind, aber viele spielen da trotzdem die typischen Hits, die auf den anderen Sendern genau so laufen. Oft kommen auch Sendungen, die sich eher mit expermienteller Musik beschäftigen. Das ist also nichts, was man als Tagesbegleiter an der Arbeit, oder nebenbei hören könnte.

    Es ist halt traurig, dass die ganzen ARD Anstalten - die man ja nun auch alle deutschlandweit empfangen kann, dadurch dass jeder Sat oder Kabelempfang oder eben Internet hat - alle so vereinheitlicht sind, dass es egal ist, welchen Sender man von denen einschaltet. Die sind so durchformatiert, dass es keinen Sinn machen würde, Sender aus Anderen Bundesländern einzuschalten, weil da das Gleiche läuft, wie auf den hessischen Anstalten, ebenso ist es mit den Privaten. Ein paar Ausnahmen gibts. Der Rundfunk Berlin Brandenburg hat ein ziemlich glattes alternativ angehauchtes Radio "Nur für Erwachsene", nämlich radioeins, das klingt schon anders, als die anderen Standard Popsender. Dann gibts noch den Privatsender FluxFM auch aus Berlin, so wie das ziemlich alternative Jugendradio vom Bayerischen Rundfunk "ON3radio", nur sind die mir schon wieder zu alternativ, das hör ich mal für 2 Stunden, hab dann ein paar gute Songs gehört, die ich noch nicht kannte, aber auf Dauer ist mir das zu einseitig, weil auch das Alles durchformatiert ist. Auf Dauer ist ein Sender wirklich nur abwechslungsreich, wenn er alle Genres berücksichtigt, wenn da nur Indie und Alternative läuft, dann ist es ja ähnlich wie der Dudelfunk, man spielt nur das, was ins Format passt, das nervt dann mit der Zeit, auch wenn diese Sender fast frei von Heavy Rotation sind.

    Da zeigt sich mir aber wieder, dass jede Gruppierung intolerant anderen Gruppierungen gegenüber ist und denen immer nur das in den Kram passt, wo sie sich zugehörig fühlen, wodurch jede Subkultur eigentlich wieder nur eine kleinere Masse ist, die sich von der großen Masse abheben will, im Endeffekt aber das Gleiche tut wie die große Masse. Früher war es sowohl im Radio, als auch im Fernsehen aber möglich für jeden Geschmack was zu spielen.

    Das Jugendradio DT64 aus der ehemaligen DDR ist ein gutes Beispiel. Tagsüber war die Musik schon kommerzieller ausgerichtet aber da lief dann Alles queerbeet und auch nicht immer nur die Neusten Hits. Gegen Abend ab 7 Uhr wurden Randgruppen bedient. In den Tagesprogrammen hatte die Musik aber jeden Tag eine andere Farbe, weil die Moderatoren auch für das was gespielt wurde verantwortlich waren und da gings dann auch ein Bisschen nach dem persönlichen Geschmack, was aber nicht negativ war. Ausserdem wurde auch viel Musik aus der DDR und Westdeutschland gespielt und da auch nicht immer nur das Gleiche. Ausserdem liefen da auch viele ältere Titel und es gab Oldiesendungen. Als der Sender nach der Wiedervereinigung abgeschaltet werden sollte gab es sogar Menschenketten und mehrere 100.000ende Jugendliche in der ganzen Ex DDR und Teilen Westdeutschlands wo der Sender auch zu empfangen war gingen auf die Straße und protestierten, weil sie die Kommerz Sender, die die BRD auf den ehemaligen DT64 Frequenzen aufgeschaltet hatte nicht hören wollten. Heute würde niemand dagegen protestieren, den Untergang von einem Sender wie DT64 würden nur wenige registrieren, weil die Massen schon längst weggeschaltet hätten, von ganz allein, weil die kommerziellen Sender das was Alle hören wollen auf Dauerschleife dudeln.

    Damals hatte DT64 über 2.000.000 Hörer am Tag. Der Sender blieb erhalten, wurde vom damals neuen MDR übernommen und hieß dann fortan MDR Sputnik. Von DT64 ist aber heute nicht mehr viel übrig. Auch Sputnik ist zum Dudelsender verkommen, zumindest tagsüber. Und da frag ich mich hat die Ostjugend protestiert, weil ihnen die Wiedervereinigung in der Form nicht in den Kram gepasst hat, weil schon kurz danach alle desillusioniert waren, vor allem im tieferen Osten und in den Randgebieten und man ihnen mit dem Radiosender auch noch ein Stück Identität genommen hat und im Prinzip gings gar nicht um die Musik oder war zu dem Zeitpunkt wirklich noch ein kulturelleres Bewusstsein und eine Wertschätzung für ein gutes Programm - auch bei den Westdeutschen vorhanden?

    Ich hab irgendwie das Gefühl, dass einfach die Masse immer größer und aber auch proportional dazu gehirnamputierter und blinder wird und sich durch das Web 2.0 und das Fernsehen und Radio führen lässt. Wodurch immer alles mehr zum Einheitsbrei reduziert wird und verkommt. Die Oberflächlichkeit der Amis hat hier ja schon lang Einzug gehalten, aber es wird immer krasser...

    Boah wasn Roman...

    LG, Tobi

  6. Nach oben   #6
    Avatar von wus
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    Zitat Zitat von DOSORDIE Beitrag anzeigen
    ...und muss durch die Arbeit, wo den ganzen Tag das Radio dudelt auch Vieles unfreiwillig hören, was mir nicht gefällt.
    LG, Tobi
    Wer den ganzen Tag Radio hören MUSS und womöglich nicht mal umschalten kann ist allerdings arm dran... ich höre gern Radio, hoffe immer noch gute Musik zu hören die ich noch nicht kenne und vereinzelt gibt's das auch, aber meistens schalte ich schon nach kurzer Zeit auf eine andere Station um und dann (oder auch gleich) aus weil es auf Dauer einfach nervt.

    Du bist 26, das heißt Songs aus den 80ern oder noch ältere sind für Dich neu (relativ, nach meinem Maßstab). Klar wurden damals Songs gemacht von denen viele jetzt Klassiker sind ... das scheint aber nur so, denn (fast) nur die Klassiker sind übrig geblieben. Fast jedes Album bestand doch gerade mal aus einem einzigen wirklich guten Song, der Rest war Füllmaterial für die Tonne, und zusätzlich gab's Unmengen an Alben wo nicht ein einziger guter Song drauf war. Also mich hat Radio damals noch mehr genervt als heute. Heute gibt's wenigstens ein paar interessante Spartensender, damals gab's nur staatliche Radiostationen wo Pop oder gar Rock als Teufelszeug angesehen und als Negermusik abgekanzelt wurde.

    Ich bin jetzt 56 und habe die Pop und Rockmusik seit 1969 miterlebt und auch gesammelt. Und wie Du bin ich der Meinung dass damals ne Menge guter Musik gemacht wurde. Aber trotzdem - oder vielleicht auch gerade deswegen - bin ich auch immer auf der Suche nach Neuem, und wenn ich was neues gefunden habe was mir gefällt, dann hör ich mir das natürlich an. Die alten Sachen verblassen dann - zwar nur ganz langsam, aber über längere Zeit dann doch. Manche die ich zu oft gehört habe sind auch totgenudelt, wie für Dich Hit The Road Jack.

    Früher hörte ich Beatles, Rolling Stones, The Who, dann Deep Purple, Led Zeppelin und Pink Floyd. Obwohl ich vieles davon nach wie vor klasse finde hör ich mir das aber nur noch sehr selten an. Und schon damals fingen findige Produzenten oder Toningenieure an die Musik so laut wie möglich klingen zu lassen. So war z.B. Martin Birch dafür bekannt die Tapes gnadenlos zu übersteuern - und zwar keineswegs nur die Gitarrentracks, denn für Gitarren gab's auch damals schon eigene Verzerrer - und trug so zum eigenen Sound von Deep Purple bei. Später beim Grunge wurde das ja fast zum Prinzip erhoben.

    Pop und Rock sind emotional, und lauter = emotionaler. Und im Radio kommt noch der Reichweitenaspekt dazu - laute (voll ausgesteuerte) Sender werden auch am Rand ihres Sendegebiets noch einigermaßen gehört, leise Musik geht da zunehmend im Rauschen unter.

    Außer ein paar Freaks wie uns interessiert die meisten Leute die Technik kaum. Vermutlich muss man traurigerweise sogar sagen: die meisten Leute interessieren sich gar nicht ernsthaft für die Musik. Sie wollen einfach nur ein bisschen Animation, viele halten Stille nicht gut aus. Die Dynamikeinengung ist irgendwo auch ein Zugeständnis an die Hörgewohnheiten: die meisten hören Musik - speziell wenn sie aus dem Radio kommt - doch nur im Hintergrund. Deftige Dynamiksprünge wie sie bei Live-Musik gängig sind und die dann auch tatsächlich viel lebendiger klingen lassen bedeuten dann dass man leise Stellen kaum noch hört oder man bei lauten zurückdrehen muss.

    Zitat Zitat von DOSORDIE Beitrag anzeigen
    Ich hab irgendwie das Gefühl, dass einfach die Masse immer größer und aber auch proportional dazu gehirnamputierter und blinder wird und sich durch das Web 2.0 und das Fernsehen und Radio führen lässt. Wodurch immer alles mehr zum Einheitsbrei reduziert wird und verkommt. Die Oberflächlichkeit der Amis hat hier ja schon lang Einzug gehalten, aber es wird immer krasser...
    Stimmt, das ist das Grundübel. Wir müssen Geld verdienen, da bleibt keine Zeit vielleicht mal über echte Werte, Nachhaltigkeit oder gar über Moral nachzudenken. Geschweige denn über Musik

  7. Nach oben   #7

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    Naja. Da gibts aber grundlegende Unterschiede.

    Grunge kommt aus dem Digitalzeitalter. Digital Mastering gibt es bereits seit Ende der 70er. Sony hat dann die ersten PCM Prozessoren mit dem Betamax Recorder SL-C9 in Verbindung verkauft. Das Prinzip wurde dann zum DAT weiterentwickelt. Viele Platten ab Anfang der 80er sind also schon digital gemastert. Digital gibt es einen höchsten Punkt, den man nicht übersteuern darf, analog ergibt sich eine weiche Verzerrung, die je nach Übersteuerungsgrad, Bandmaterial und Bandmaschine auch einen Effekt ähnlich Kompressoren haben kann übersteuert man ein digitales Medium, dann hört sich das ziemlich grauenvoll an, so als wäre da was kaputt. Wenn man ein Band nur leicht übersteuert ergibt sich so ein rougher Sound, das kann bei bestimmter Musik sogar ganz angenehm klingen, man muss also einen Limiter einsetzen um auf keinen Fall die 0 dB VU zu überschreiten, sonst werden die Spitzen derbe abgeschnitten, mit Kompressor werden sie nach unten gedrückt und Alles schön flach gehalten.

    Ein Deep Purple Master aus den frühen 70er Jahren ist analog übersteuert und vielleicht auch mit Kompressoren bearbeitet, die damals aber noch nicht so heftig eingesetzt wurden, wie bei der übertriebenen Dynamikkompression heute.

    Ich finde nicht, dass man das so sagen kann. Es gab in den 80ern und die Jahrzehnte davor jede Menge Songs, die nicht im Radio laufen und für mich trotzdem Klassiker sind, auch wenn sie keiner kennt. Ich habe so viele Alben, wo mehr als ein Song gut ist, auch wenn ich insgesamt eh kein Album Mensch bin. Natürlich ist irgendwann jeder Song überhört, aber verblassen tut das Alles für mich nicht. Ich weiß, dass ich in 20 Jahren nicht Lady Gaga nachtrauern werde, aber trotzdem noch Platten höre, die jetzt schon 20 oder 30 Jahre oder noch älter sind und so richtig neu sind für mich meistens eher alte Platten, wo ich dann sage "Sowas habe ich noch nie gehört.". Mit den alten Alben von Mylene Farmer ging es mir so. Das L'autre Album von 1991 hat mich beinah unterkühlt, es hat geschmerzt und bei 30 Grad im Schatten mitten im Sommer dachte ich ich fange an zu frieren, als ich das in 2005 oder 2006 zum ersten Mal gehört habe.

    Aber solche Momente habe ich oft und das selten mit neuer Musik. In meiner Kindheit bin ich mit den üblichen Samplern von Ariola und Co aufgewachsen, Die Superhitparade 83 präsentiert von Dieter Thomas Heck und son Zeug halt, die Titel darauf höre ich immernoch gern und die werden für mich auch nie alt oder verblassen, ich höre halt jetzt nur öfter Anderes und eben selten das Gleiche.

    Im Gegensatz dazu verblasst für mich musikalisch eher ein großer Teil der Zeit, den ich miterlebt habe, nämlich in etwa die letzten 10 Jahre. Denn viele Platten die ich gekauft habe interessieren mich jetzt einfach nicht mehr, auch wenn ich sie zu der Zeit hoch und runter gespielt habe, während ich die Sachen, die ich zu der Zeit entdeckt habe, die aber nicht neu waren größtenteils noch gern höre.

    Durch diese Lautheit verschwindet ein Teil der Soundästhetik - das hatten wir ja schon - aber auch aus irgend nem anderen Grund, haben die früher viel schöner abgemischt, bessere Sounds benutzt und extrem mit Effektierungen im Hallbereich rumexperimentiert, und so Reverse Effekten in den Voices, dazu Harmonizer, wie z.B. bei der Münchener Freiheit, die für mich jetzt auch totlangweilig klingt, der Sound in den 80ern war einzigartig, die Maxi Versionen sind teilweise so großartig, z.B. "Es gibt kein nächstes mal", die Drums hauen so rein, das kommt einfach sowas von geil, wie die Drums dann so rückwärts laufen und lauter so Effekte da reinknallen, ich weiß gar nich wie man das hinbekommt, dass es sich so anhört. Ich höre sowas und denke mir "So Muss das klingen." und anders wärs einfach nicht so toll. Da krieg ich richtig Herzklopfen und freu mich einfach, wie geil das ist. Ich habe kürzlich Passion Play von D.I.A. entdeckt und zwar in der Extended Version. Der Song ist von 1984 und wäre ohne diese Soundästhetik, durch die edlen Drum Sounds und Effekte völlig uninterssant, aber was da mit den ganzen Synths und E-Drums passiert is der absolute Hammer. Wenn ich mir das von David Guetta vorstelle, wäre es völlig uninteressant, das würde einfach nur wie billiger Dreck klingen.

    Kürzlich lief auf zdf.kultur ein Robyn Konzert, da lief grad Hang wit Me, als ich reingezappt hab. Hat natürlich absolut 80s Ästhetik, aber man hört trotzdem, dass es neu ist. Ich hab mich sofort in das Stück verliebt und mag es immernoch wahnsinnig gern, es ist von 2010, aber trotzdem ist das Mixing nicht gelungen, es klingt muffig, dumpf und unsauber, das ist schade, denn die Drums sind schön punchig, und werden auch nicht zu platt gedrückt - trotzdem, ein sehr schönes Lied. So mogeln sich immer wieder Songs durch, die auch bleiben, aber es sind lang nicht so viele, wie die aus den Jahrzehnten davor.

    Mit Leuten wie Grönemeyer oder Wolf Maahn gehts mir ähnlich, die hatten ihre Dicksten Alben kurz nach der NDW und vor den 90ern. Bei Wolf Maahn gefällt mir Irgendwo in Deutschland und das Kleine Helden Album am Besten, ich habe mir Alben aus der Zeit danach und auch davor angehört und fühlte mich gelangweilt oder war mit dem Sound irgendwie nicht so richtig einverstanden. Bei Grönemeyer mag ich am Liebsten Sprünge und Ö, die sind einfach so wunderbar DX7 und klanglich so richtig Power... Luxus hab ich auch, mag ich aber nich sooooo, geht aber noch, dann kommt Chaos, die ist wieder ganz okay aber dann wirds doof. Und so gehts mir eigentlich mit Allen Künstlern, die damals schon Musik gemacht haben... oder fast Allen.

    Kommt ein neues Stück raus, denke ich immer, wär das in ner Anderen Epoche rausgekommen, würde es auch einfach besser klingen und gut sein, aber so wie es ist, ist es scheiße und deshalb gefällt es mir nicht.

    Mit dem Radio ist es so ne Sache. Ich kann im Moment heimlich Internetradio an der Arbeit hören und hab auch Zugriff auf meinen Simfy Account oder Youtube. Ich habe heute Radio R.SA aus Sachsen gehört, ich fand das eigentlich ganz angenehm, davor radioeins aus Berlin vom RBB und das war mir dann schon wieder zu anstrengend, weil da entweder so seichtes Intelektuellen Singer Songwriter Gedudel kommt oder so total alternativer Indie Kram. Ich hab dann auf on3 Radio gewechselt, was ich eigentlich immer ziemlich gern höre, aber auch das war mir zum Arbeiten zu anstrengend und diese Extreme stören mich im Radio total.

    Es gibt Sender, die gehen in den Rockbereich, wie Radio BOB, es gibt diese "Hey wir sind so alternativ und spielen deshalb nur intelektuelle und als "hochwertige Popmusik" bezeichnete Sachen" Radios, so wie radioeins halt "NUR FÜR ERWACHSENE. Es gibt Oldie und Schlagerwellen, wie NDR1 NDS, oder reine "ältere Zielgruppe" Wellen, wie hr1, dann gibts den Dudelfunk, Jugendradio, Vollprogramme und kulturell ausgerichtete Sender, so wie die absoluten Rentnerwellen wie hr4 aber es gibt nix dazwischen. Was bei R.SA nicht läuft, läuft bei Radio BOB (gleiche Holding, selbes Konzept, nur Andere Musik), aber es gibt keinen Sender, wo sowohl das Eine als auch das Andere läuft, stattdessen dudelt auf Allen Sendern früher oder später immer wieder das Selbe, weil die meisten Menschen gar keine Abwechslung wollen.

    R.SA dauerhaft ist dann größtenteils doch nur seichter Pop, auch wenns immer wieder Überraschungen gibt, Radio BOB ist eben das Gleiche in grün nur mit Anderen Genres und so ist es mit Allen Sendern. Es gibt gute Radiosendungen auf den unterschiedlichsten Programmen und ich höre zuhause auch gern und konzentriert Radio, aber selbst in den Weiten des Internets, habe ich noch keinen Sender gefunden, der so ist, wie ich mir das eigentlich wünsche, da gibts dann auch wieder nur Genre Radios und welche wos Hunderte von gibt und die sich dann doch gleichen.

    Naja ich geh mal schlafen.

    LG, Tobi

  8. Nach oben   #8

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    Ja, sag mal, Dosordie/Tobi,

    Du rotierst ja förmlich!
    Deine Beiträge sind klasse, allgemein das Engagement hier, nur doch 'n bischen arg viel zu lesen, wobei das nicht stören soll, es geht schließlich um Inhalt und Aussage und das muß ausformuliert sein (Jetzt weiß ich endlich mal, wie es ist, wenn man das Forum mit seinen Beiträgen regelrecht erschlägt...)

    Ursprünglich wollte ich Dich inspirieren, einfach mal ein paar Aspekte anders zu sehen, denn ich kann zwar Deine Kritik verstehen, dennoch verwundert es mich, wie vernichtend Dein Urteil ist, denn mir geht es eher so, dass ich, auch in den 80ern verhaftet, mich wundere, wie viel der heutigen Radiopopmusik mir immer noch gefällt, ich also noch lange nicht gezwungen bin, auf Rentnersender umzuschalten! Doch nachdem ich dieses Thema hier beim zweiten Mal in Ruhe und fertig gelesen habe, vermute ich, dass eine gute Antwort auf Deine Frage, was nur mit Dir los ist, dass Du Alles so empfindest, doch etwas schwieriger wird.

    ---

    Zumindest hat es mir Mühe gekostet, Formulierungen zu finden, die nicht allzu sehr nach Spinnerei aussehen, aber, nun ja: Vielleicht bist Du zu gut für Musik! Ich staunte ja nicht schlecht über Dein technisches Fachwissen, 12,5kHz-Grenzwert, 100dB-Bereich, Dynamikkompression, gemasterter Lautstärkepegel und was weiß ich noch, Wahnsinn, da wird mir ja schwindelig, ich dachte, es geht um Musik! Doch hinter dieser flapsigen Bemerkung verbirgt sich vielleicht das Problem: Durch Dein Wissen um die musiktechnische Handwerkskunst bis in die 80er Jahre hinein hat sich daraus ein, berechtigtes(!), Idealbild herausgebildet. Das Dumme ist nur, dass die weiterschreitende Zeit es nicht zuläßt, dass solide Dinge auch schön bleiben, nein, sie müssen stets effizienter werden, wodurch die einstige Ästetik kontinuierlich glattgebügelt wird. Dies zusammen und eventuell noch kombiniert mit außergewöhnlichen akustischen Fähigkeiten Deinerseits bewirkt, dass Du Musik gar nicht richtig hörst, sondern hauptsächlich die (enttäuschende) Technik, die dahinter steht! (Wie gesagt, vielleicht 'n bissle gschpinnert...)

    Doch möglicherweise gäbe es eine viel banalere Erklärung: Du sagst, Dein Wendepunkt liegt im Jahr 1997.
    Könnte es sein, dass es sich mit dem Zeitpunkt deckt, als Du vollständig berufstätig geworden bist? Dann läge das Problem für mich darin, dass es ganz einfach die auferzwungene, ständige Dauerberieselung ist, die Dir die Musik vergällt! Weil es einfach nicht mehr möglich ist, Musik richig zu HÖREN: Noch bevor du das Lied für Dich entdecken konntest, ist es schon abgenudelt. Somit bleiben für Dich nur die Schallplatten aus der Kruschtelkiste.

    Oder liegt das Problem doch woanders und ist das gleiche, was mich schon seit Jahren stört:
    Für mein Empfinden gibt es viel zu viele Lieder, die so inkonsequent sind, wenn ich das mal so sagen darf. Zum Beispiel Owl Citys "Fireflies", das Du erwähntest: Strophe und Refrain passen einfach nicht zusammen! Ich schimpfe mich selbst einen Synthiepopper, die Musik kann für mich also gar nicht künstlich und elektrisch genug sein. Deswegen gefällt mir daran eigentlich nur die Strophen, die so schön synthetisch sind, piepsig, trocken, funkelnd und klingelnd, mit leichten Breakbeatanklängen, doch der Refrain besteht aus Britpoprockgeschrammel! Ich weiß nicht, wäre es nicht gegangen, diese schöne akustische Atmosphäre der Strophen in die Refrains überfließen zu lassen und klangtechnisch prachtvoll auszubauen, anstatt mit einer gänzlich unpassenden Klangfarbe, die diese Atmosphäre (zer-)stört, loszupoltern?

    ---

    Mit der Qualität der Radiosender, da gebe ich Dir recht, eigentlich, denn ich habe das Glück, nicht Musik hören zu müssen und ich höre schon seit Jahren als einzige Radiosendung die Hitparade freitags auf Bayern3. Nur das, was ich von sonstigen Bayern3-Programm zufällig noch mitbekomme, ich glaube, da muß ich Dir recht geben. Dennoch mahne ich Dir, nicht zu übersehen: Ein schlechtes Sendeprogramm macht gute Musik nicht schlecht, sondern sie kommt nur nicht zur Geltung!
    Bei Deiner Radiokritik habe ich jedoch noch ein paar Sachen vermißt: Es ist schon viel zu selbstverständlich, auch für mich, dass die Moderatoren vorne und hinten in die Lieder reinquatschen!
    Doch was für mich noch viel viel schändlicher ist, schon fast skandalös:
    Seit ein paar Jahren werden die Musikstücke geschnitten, mal fehlen hier ein paar Takte, mal da ein Überleitung, mal dort ein halber Refrain oder Strophe! Was wird das eigentlich, wenn's fertig wird? Was soll denn der Mist? Ich finde das eine bodenlose Frechheit, so etwas dem Hörer vorzusetzen! Warum regt sich darüber eigentlich keiner auf? An welcher Stelle hier im Musikforum kann man sich darüber so richtig aufregen, wo kann man die notwendige Revolution anzetteln? Ich weiß nicht, das ist doch Urheberrechtsverletzung!
    ...Oder steckt die Musikbranche da voll drin, weil durch die Kürzung pro Stunde ein Lied mehr gespielt werden kann und somit mehr Künstler Gema-Tantiemen einstreichen können? He, wo simma denn?
    DAS, diese (unberechtigte) Verstümmelung der Musik, das ist wirklich verachtenswert niveaulos! DADURCH kommt es für mich eigentlich nicht mehr in Frage, jemals noch einmal das Radio anzumachen!
    -Doch offensichtlich hört das außer mir keiner, weil es der mp3-durchzappen-Mentalität der heutigen Zeit entspricht...?

    ---------------------

    Tja, Dosordie und Wus, wie kann man diesen stil- und wertelosen Zeitgeist konstruktiv angreifen?
    Dosordie, die Beschreibung Deiner Art, Musik zu hören, in Ruhe und ohne Ablenkung, das Drehen der Schallplatten oder Bandspulen beobachtend, das ist noch edler, als ich es selbst mache, auf jeden Fall aber bin ich nicht allein!
    Wus, Ihre bittere und doch so gnadenlos realistische Einschätzung, dass wegen des Geldverdienens keine Zeit ist für Werte, Moral, Musik, wenigstens einer, der noch dieses traurige und auch gefährliche Dilemma sehen kann! Dennoch sehe ich es noch düsterer: Sowohl das Fernsehen, das immer dämlicher wird, als auch das Radio, das immer seichter wird, dahinter steckt System! Ich vermute, ein paar Geostrategen wissen genau, wie man die Menschheit betäuben kann! Um unbemerkt ihre ...erschreckenden... Pläne umzusetzen...
    Aber eines glaube ich doch nicht ganz:
    Keine Zeit? Stimmt doch gar nicht! Die Leute haben erstaunlich viel Zeit! Um stundenlang das Internet nach den billigsten Schnäppchen zu durchforsten! Oder sich lang und breit über die dämlichsten Youtubevideos auszutauschen! Oder regelmäßig diese blödsinnigen Fernsehsendungen anzusehen! Und welche Unmassen an DVDs gekauft oder ausgeliehen werden! Und die Kneipen und Diskotheken sind regelmäßig voll, und deren Besucher noch mehr!

    Ach, Ihr beiden, diese edle Lebenskunst, Musik nicht als Hintergrundgeräusch zu mißbrauchen, sondern die Stille als Wohltat und die Musik als Bereicherung! Diese kostbare Lebensphilosophie, wie könnte man sie mit Leben füllen und gerade den ruhelosen, jungen Menschen vorleben, dass diese Art zu leben vielleicht doch die lebenswertere ist?

    ---

    Und tanzen! (ich mein klassisch, Paartanz)
    Warum ist eigentlich das Tanzen so verpönt, warum wird es eigentlich so verpönt, von den Tanzschulen selbst: Da wird zwar bei entsprechenden Veranstaltungen Popmusik gespielt, aber bisweilen auch extra weichgespülte, seichte Versionen (wenn ich mich nicht verhört habe), schon fast Britney Spears in einer Schlagerversion, ich dachte, ich hör nicht recht! Warum verweigern es so viele Tanzschulen ihrem gerade jungen Publikum, auf ihre Lieblingsmusik zu tanzen und lassen sie anstelle dessen auf vorgefertigte Tanzmusik tanzen! Das ist wirklich popelig! Natürlich kommt mit Popmusik Tango, Samba oder ähnliches zu kurz, aber Foxtrott, Quickstep, Diskofox, Chachacha, Rumba, das geht doch durchgehend auf Popmusik, und nur diese Musik gefällt ihnen!
    Ebenso kann ich es nicht verstehen, warum Tanzmusik immer in fröhlichem Dur sein muß! Man kann sehr wohl auch in Moll tanzen, und das ist für mich wesentlich erstrebenswerter, weil richtig gute Musik meistens in Moll ist! Ein Chachacha auf Glasperlenspiels "Nie vergessen", ein Quickstep auf Depeche Modes "Enjoy the silence", ein schwingender Foxtrott (Slowfox) auf Rihannas "What's my name", ein leidenschaftlicher Rumba auf "Lila Wolken" (Marteria, Yasha, Miss Platnum) oder Depeche Modes "Pressure", ein rasanter Diskofox auf "Can't hold us" (Macklemore, Ryan Lewis, Ray Dalton) undundundundund! Ich bekomme Bauchweh, wenn ich daran denke, was die Jugend verpaßt; verpassen muß, weil's verpönt wird!

    Musik ist doch Leidenschaft, und mit Tanzen wird gesunde Extase daraus! Wie kann man das mit Leben füllen? Natürlich kann man auch einfach auf der Tanzfläche rumzappeln, hab ich auch schon gemacht und ist einfach irre! Aber trotzdem, wie kann man diese Nachhaltigkeit vorleben? Gerade der Jugend?

    ---------------------

    Tja, Dosordie,
    ich glaube, nicht die Musik ist grausam oder das Radioprogramm, sondern die Zeit, der Zeitgeist! Vielleicht ist das Dein Problem? Weswegen Du Dich in der Vergangenheit gefangen fühlst?


    Viele Grüße,

    Traumwaldschrat

    (#1)

  9. Nach oben   #9
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    Zitat Zitat von DOSORDIE Beitrag anzeigen
    Bin ich krank, oder was ist mit mir los, dass ich das Alles so empfinde?
    Du bist nicht krank, Du wirst älter <fg>

    Es wird alles schnellebiger, beliebiger und banaler.
    Deine Ansicht, dass es heute keine qualitativ gute Musik mehr gibt, teile ich nicht. Es ist aber sehr viel schwerer, diese aus der viel grösseren Masse herauszupicken.

    Im übrigen sind die meissten meiner Bekannten meines Alters (könnte Dein Vater sein) kaum bereit, sich auf neue Musik einzulassen - die hören heute immer noch das, was sie in ihrer Jugend gehört haben. So wird es der heutigen Jugend später auch gehen, jedenfalls einem grossen Teil davon. Wahrscheinlich denken sie dann, sie seien noch jung, und vergessen die Probleme mit der Prostata.

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    Bei Deiner Radiokritik habe ich jedoch noch ein paar Sachen vermißt: Es ist schon viel zu selbstverständlich, auch für mich, dass die Moderatoren vorne und hinten in die Lieder reinquatschen!
    *Das* stört mich eigentlich nicht so sehr, meistens stört mich eher das *was*.
    Ohne die Moderatorenzunft an sich abwatschen zu wollen, das wäre unfair, aber bei vielen Moderatoren habe ich gerade tagsüber das Gefühl, dass die überhaupt nicht interessiert, was überhaupt bei denen läuft. Ein paar schaffen's vielleicht noch, Titel und Interpret abzulesen, aber Hintergrundinformationen oder so sind Mangelware, ebenso auch das Feingefühl für eine vernünftige Mischung. Will sagen: ich brauch' keine vier Autotune-schwangere Lieder hintereinander. Das Trauerspiel der Musik findet jedenfalls in den "Moderationen" seine Fortsetzung. Wird höchstens noch übertroffen durch das rücksichtslose Reinschreddern eines Senderjingles, der einem verrät, warum man den Sender überhaupt hört (kleine Verneigung vor Volker Pispers, der den letzten Teilsatz sinngemäß vorformuliert hat).

    Doch was für mich noch viel viel schändlicher ist, schon fast skandalös:
    Seit ein paar Jahren werden die Musikstücke geschnitten, mal fehlen hier ein paar Takte, mal da ein Überleitung, mal dort ein halber Refrain oder Strophe! Was wird das eigentlich, wenn's fertig wird? Was soll denn der Mist? Ich finde das eine bodenlose Frechheit, so etwas dem Hörer vorzusetzen! Warum regt sich darüber eigentlich keiner auf? An welcher Stelle hier im Musikforum kann man sich darüber so richtig aufregen, wo kann man die notwendige Revolution anzetteln? Ich weiß nicht, das ist doch Urheberrechtsverletzung!
    Wer sagt denn, dass die Masse beim Radio wirklich aktiv zuhört? Den meisten Radiohörern fällt doch nicht mal auf, dass die größeren Sender ihren 08/15-Musikbestand (also dem fernab von speziell produzierten Sendungen wie Dokumentationen oder Hörspielen sowie "Special Interest"-Sendungen, wie sie wohl auf Neudeutsch heißen) im Laufe der letzten Jahre radikal runtergefahren haben; da gibt's vielleicht von einem namhafteren Interpreten noch drei Titel, die irgendwo im Archiv vor sich hinschlummern, und die werden im schönen Wechsel fleißig runtergedudelt. Ruft man dann bei diesen Sendern an und möchte über's Radio den Hund zu Hause oder Tante Else in der Ausnüchterungszelle grüßen, kann man sich einen Interpreten aussuchen (bitte nicht zu exotisch!) und bekommt dann diese drei Titel vorgelesen, auf dass einer davon ausgewählt und seiner erneuten Nutzung im Rundfunk zugeführt werde. Das nennt sich dann im Fachjargon "Hörerwunsch".
    Zum Thema: das "Abkürzen" eines Songs dient wahrscheinlich eher der schnelleren Bedienung der Stammhörer. Die wollen schnell den Refrain haben, damit sie das Lied mental abfeiern können. Und wenn's ihnen nicht gefällt, isses schneller rum, insofern profitieren viele Leute von dieser kleinen manipulativen Maßnahme. Gut, eigentlich fast alle außer dem Musikliebhaber, der das Stück exakt so serviert bekommen möchte wie er es seit Jahr und Tag gewohnt ist. Aber der hat ja das Stück auch zu Hause und kann es bei Bedarf in voller Länge konsumieren. Für solche Korinthenkacker ist das Radioprogramm weder gedacht noch gemacht, jedenfalls *dieses* nicht.

    ...Oder steckt die Musikbranche da voll drin, weil durch die Kürzung pro Stunde ein Lied mehr gespielt werden kann und somit mehr Künstler Gema-Tantiemen einstreichen können? He, wo simma denn?
    Könn' die ja in den meisten Fällen nicht, wenn's ums Radio geht, weil die großen Sender Rahmenverträge mit der GEMA haben, nach denen es im Prinzip erst mal egal ist, was wann wie oft gespielt wird. Zumindest war's bis letztes Jahr so, kann sein, dass sich da in der nächsten Zeit was ändert.

    Dennoch sehe ich es noch düsterer: Sowohl das Fernsehen, das immer dämlicher wird, als auch das Radio, das immer seichter wird, dahinter steckt System! Ich vermute, ein paar Geostrategen wissen genau, wie man die Menschheit betäuben kann! Um unbemerkt ihre ...erschreckenden... Pläne umzusetzen...
    Och, das würde ich so nicht sagen ...
    Aber die meisten Marketingstrategen wissen schon recht genau, wo sie ansetzen müssen, wenn sie möglichst viele Leute einfangen wollen: beim kleinsten gemeinsamen Nenner. Wenn man Unterschichtenprogramm macht, erreicht man eine ganze Menge Leute - die Dummen sowieso, die Mittelgescheiten werden damit auch nicht überfordert und die Gebildeten schalten auch hin und wieder mal rein, um sich berieseln zu lassen und/oder sich insgeheim als was Besseres zu fühlen.
    Schlimm finde ich dagegen sowohl beim Fernsehen als auch beim Radio der öffentlich/rechtlichen, dass diese eigentlich unabhängig von Einschaltquoten agieren können, dürfen und sollen. Das tun sie auch an sehr vielen Stellen, gar keine Frage, aber trotzdem kopieren sie zur günstigsten Zeit die schlimmsten Eigenarten der privaten Sender. Wahrscheinlich auch aufgrund des politischen Drucks, was ich insofern als zynisch ansehe, als die öffentlich/rechtlichen Sender meiner Meinung nach unabhängig von der Politik agieren müßten. Ist aber wahrscheinlich auch ein rahmensprengendes Thema ...

    Gruß
    Skywise

  11. Nach oben   #11

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    Die öffentlich-rechtlichen Sender könnten es besser!

    Genau das, Skywise,

    könnte ich vermuten, ist das System!
    Die Vergangenheit hat es doch gezeigt: In den 80er Jahren wurde der Rundfunkmarkt liberalisiert, was bedeutete, dass nun auch private Radio- und Fernsehanstalten senden durften. Verkauft wurde dies mit dem Argument, dass so ein belebender Wettbewerb entstünde, der die Qualität anhebe. Doch genau das Gegenteil ist passiert, die Privaten haben keinen Pfifferling auf Qualität gegeben und die Öffentlich-rechtlichen haben, noch bevor die Privaten überhaupt an den Start gingen, das Niveau gleich mal um Welten nach unten geschraubt, um bei diesem Wettbewerb auch ja mithalten zu können.
    Der (vielleicht erwünschte?) Nebeneffekt dieser Entwicklung ist, dass man nun nicht mehr einfach radiohören kann, oder zumindest die entsprechende Sendung einschalten kann, um etwas Hintergründiges über Musik zu erfahren, sondern man muß suchen, in Magazinen und Zeitschriften, auf Börsen und Flohmärkten und ganz besonders im Internet, das die Suche ja nicht perfektioniert hat, sondern lediglich ausgeweitet, denn dank dieser pfiffigen "Das könnte Sie auch interessieren"-Funktion kommt man blitzschnell vom Hundertsten ins Tausenste und findet auf einmal Dinge, die einen nie interessiert haben, verliert sich dann buchstäblich im Internet und versemmelt Stunden, Tage, Wochen mit Suchen! Verlorene Zeit, die dann logischerweise nicht mehr übrig ist, sich zu informieren, was es mit der Gentechnik in der Landwirtschaft wirklich auf sich hat, welche Ziele hinter der Euro-/Schuldenkrise stecken könnten, ob das Gerede um den Klimawandel doch nur eine Gewinnmaximierungsmasche ist und und und. DAS ist vielleicht das System! Dieses bischen "möglichst viele Leute einfangen", um dadurch den größten Marktanteil zu erreichen, das sind eventuell "peanuts" im Vergleich zu den Dimensionen, die möglicherweise unerkannt im Hintergrund ablaufen und vor lauter Suchen nicht annähernd durchschaut werden, geschweige denn überhaupt beachtet.
    Aber Du hast recht, ist wahrscheinlich ein rahmensprengendes Thema...

    --------------

    Was ist denn eigentlich Autotune, nie gehört?

    --------------

    Das, was Du zum Schneiden der Musik sagst, entspricht ja eigentlich meinen schlimmsten Vermutungen, nur wenn Du es mir so bestätigst, nimmt es mir jeden Mut, neben der Bayern3-Hitparade, die sich da immer noch recht tadellos gibt, jemals noch einmal das Radio einzuschalten.

    Doch was mich wirklich interessiren würde, ist, wie das sich tatsächlich rechtlich verhält: Einfach ein paar Takte aus dem Musikstück herausschneiden, das ist doch Urheberrechtsverletzung, denn der Künstler hat die Takte dort eingesetzt, weil das für ihn so die stimmige Vollendung seiner Musik ist.
    Ich dachte, dass in so einem Fall das Urheberrechsgesetz greift. Warum hat eigentlich noch kein Künstler wegen Verunstaltung ihrer Musikwerke die Sender angezeigt? -Doch genau das läßt vermuten, dass die Musikbranche bei dieser Unsitte voll mit drinsteckt, weil's... was weiß ich, der Profitsteigerung dient...


    Viele Grüße

    Traumwaldschrat

    (#3)

  12. Nach oben   #12
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    Zitat Zitat von Traumwaldschrat Beitrag anzeigen
    Die öffentlich-rechtlichen Sender könnten es besser!

    Genau das, Skywise,

    könnte ich vermuten, ist das System!
    Die Vergangenheit hat es doch gezeigt: In den 80er Jahren wurde der Rundfunkmarkt liberalisiert, was bedeutete, dass nun auch private Radio- und Fernsehanstalten senden durften. Verkauft wurde dies mit dem Argument, dass so ein belebender Wettbewerb entstünde, der die Qualität anhebe. Doch genau das Gegenteil ist passiert, die Privaten haben keinen Pfifferling auf Qualität gegeben und die Öffentlich-rechtlichen haben, noch bevor die Privaten überhaupt an den Start gingen, das Niveau gleich mal um Welten nach unten geschraubt, um bei diesem Wettbewerb auch ja mithalten zu können.
    Ja-hein. Es gab ein paar kleinere private Sender, die's auch mal mit etwas niveauvolleren Sachen oder regionalen Themen versucht haben, aber da waren zu wenig Titten, zu wenig Krawäng und zu wenig Spannung, daher blieben a) viele Zuschauer und b) im Zuge dessen viele werbewillige Unternehmen diesen Sendern fern, daher hat's die meisten dieser Versuche schon im ersten Jahr hinweggerafft. Auch solche, die sich zeitweise ganz gut etabliert zu haben schienen wie Musikfernsehen Onyx oder so sind in dem Augenblick gescheitert, als sie ihr Programm auf spezielle Randgruppen ausrichten wollten. Daß sich Krawallsender wie 9Live im TV länger halten konnten als Kulturprogramme, spricht eigentlich Bände. Mittlerweile gibt's auch wieder einzelne Sender, die sich darin versuchen, aber die halt nur über digitale Medien und auch nur als Programmergänzung (ZDF neo fällt mir da ein ...). Daß Privat-TV aber nie im Leben eine höhere Qualität mit sich bringen würde, hätte wirklich jeder vernünftige Mensch merken müssen, der zur Zeit der Entscheidung in Amiland schon mal das Fernsehen eingeschaltet hat. Und der Wettbewerb - nun ja, der kam ja dann, aber er hätte um die öffentlich/rechtlichen einen Bogen machen müssen. Heißt nicht, dass ich heute exakt dasselbe Programm sehen möchte wie anno '84, aber ich hätte trotzdem gern, dass sie ihren Auftrag erfüllen.

    Der (vielleicht erwünschte?) Nebeneffekt dieser Entwicklung ist, dass man nun nicht mehr einfach radiohören kann, oder zumindest die entsprechende Sendung einschalten kann, um etwas Hintergründiges über Musik zu erfahren, sondern man muß suchen, in Magazinen und Zeitschriften, auf Börsen und Flohmärkten und ganz besonders im Internet, das die Suche ja nicht perfektioniert hat, sondern lediglich ausgeweitet, denn dank dieser pfiffigen "Das könnte Sie auch interessieren"-Funktion kommt man blitzschnell vom Hundertsten ins Tausenste und findet auf einmal Dinge, die einen nie interessiert haben, verliert sich dann buchstäblich im Internet und versemmelt Stunden, Tage, Wochen mit Suchen!
    Wieso kommt mir das so bekannt vor ... *pfeif*
    Nicht vergessen - es wird auch definitiv in Zukunft nicht leichter werden, denn das Internet hat die ekelhafte Angewohnheit, rein gar nichts zu vergessen. Mittlerweile finde ich zu vielen Themen, bei denen mich der aktuelle Stand interessiert, unzählige undatierte Leichen von anno dunnemals (und ich runde jetzt mal großzügig ab und sage, dass das Internet praktisch erst seit 15 Jahren ein Massenmedium ist). Es hat schon seinen guten Grund, dass im Hintergrund diverse Projekte laufen, die versuchen, die Datenflut wenn schon nicht zu filtern, so doch wenigstens vernünftig zu katalogisieren.
    Um noch einen Schlenker zur Musik zu machen: und wenn da draußen Zigtausende von Leuten rumrennen, die mir das Internet als das "Werbemedium der Zukunft" verkaufen wollen, für das dringend alle möglichen Urheberrechte gelockert werden müssen, damit die Tonaufnahmen der konsumierenden Masse ohne Konsequenzen bis zum Anschlag in den breitbandgepolsterten Arsch geschoben werden können - in dem Augenblick, da ich vor einem völlig unsortierten und unüberschaubaren Datenwust stehe, den ich als Individuum mühsam durchwühlen muß, ist es schlicht kein Werbemedium mehr, weil ich als abgestumpfter Internetnutzer keine Chance habe, auf irgendwas gezielt aufmerksam gemacht zu werden. Und wenn ich Jahre später, nachdem der Künstler seine Aktivitäten längst auf Eis gelegt hat, dann doch mal über eine Tonaufnahme von ihm stolpere, hat er nichts mehr davon. Insofern bin ich - leider entgegen der Masse - der Ansicht, dass es neben einer vernünftigen Rechtslage, die auf internationaler Ebene Künstler und Urheber nicht außen vor läßt, eine Zwischenstation braucht, die an dieser Stelle filtert und in der Lage ist, einem Publikum bestimmte Interpreten oder Aufnahmen ans Herz zu legen, gerne auch im Dialog mit demselben. Natürlich gerne über das Internet, meinetwegen, aber hier sah und sehe ich eine der wichtigsten Aufgaben der Sender. Und die, die ich derzeit über die offziellen Kanäle empfange (privat oder öffentlich/rechtlich), sind davon häufig genug weit entfernt. Wenn, finde ich ein entsprechendes Engagement allerhöchstens bei bestimmten Webradios. Und das ist eigentlich traurig. Große Ausnahme vielleicht noch im Klassiksektor, wo verschiedene Rundfunkorchester gerne auch mal auf Material zurückgreifen, das (noch) nicht auf Tonträger vorliegt.

    Verlorene Zeit, die dann logischerweise nicht mehr übrig ist, sich zu informieren, was es mit der Gentechnik in der Landwirtschaft wirklich auf sich hat, welche Ziele hinter der Euro-/Schuldenkrise stecken könnten, ob das Gerede um den Klimawandel doch nur eine Gewinnmaximierungsmasche ist und und und. DAS ist vielleicht das System! Dieses bischen "möglichst viele Leute einfangen", um dadurch den größten Marktanteil zu erreichen, das sind eventuell "peanuts" im Vergleich zu den Dimensionen, die möglicherweise unerkannt im Hintergrund ablaufen und vor lauter Suchen nicht annähernd durchschaut werden, geschweige denn überhaupt beachtet.
    Aber Du hast recht, ist wahrscheinlich ein rahmensprengendes Thema...
    Isses.

    Was ist denn eigentlich Autotune, nie gehört?
    Die Geißel der Menschheit.

    Ähm. Hast Du bestimmt schon mal gehört, wenn Dir neuere Titel über den Weg gelaufen sind. Man kann es mit einem digitalen Vocoder vergleichen. Mit dem Programm "Autotune" kann man die aufgenommenen Töne beeinflussen, mit einem Effekt belegen oder ähnliches. Einige Leute legen dann ein Vibrato auf bestimmte Tonspuren, viel häufiger wird es in der letzten Zeit aber verwendet, um die Tonhöhe zu manipulieren, heißt: um schräge Töne auszugleichen (klingt dann ziemlich "steril") oder um Tonfolgen zu ermöglichen, die man unmöglich singen oder noch nicht mal jodeln kann. Ursprung des Trends dürfte Cher gewesen sein mit ihrem Hit "Believe". Anhören, "Autotune" dabei denken und Du wirst merken, was ich meine ;-)

    Doch was mich wirklich interessiren würde, ist, wie das sich tatsächlich rechtlich verhält: Einfach ein paar Takte aus dem Musikstück herausschneiden, das ist doch Urheberrechtsverletzung, denn der Künstler hat die Takte dort eingesetzt, weil das für ihn so die stimmige Vollendung seiner Musik ist.
    Isses auch. Und zwar eigentlich ziemlich eindeutig.

    Ich dachte, dass in so einem Fall das Urheberrechsgesetz greift. Warum hat eigentlich noch kein Künstler wegen Verunstaltung ihrer Musikwerke die Sender angezeigt? -Doch genau das läßt vermuten, dass die Musikbranche bei dieser Unsitte voll mit drinsteckt, weil's... was weiß ich, der Profitsteigerung dient...
    Sagen wir mal: ich weiß nicht, wie die Rahmenverträge aussehen, die die GEMA mit den Sendern geschlossen hat. Diese Rahmenverträge ermöglichen ja im Prinzip auch solche Sachen wie das Einbinden von Musiksamples in Dokumentationen, vielleicht auch als Untermalung, als (eventuell sogar soundtechnisch manipulierten) Ausgangspunkt für ein Quiz oder als Kommentar zu aktuellen Ereignissen, ganz eventuell (mit Fragezeichen versehen bitt' schön - reiner Spekulatius) auch im Rahmen von Radiohörspielen oder -sketchen etc. Natürlich werden auch dort die Erzeugnisse der Urheber in Zusammenhängen gebracht, die ihnen nicht immer lieb sein können. Eventuell erlauben die Rahmenverträge diese "Bearbeitungen", zumindest in bestimmtem Maße. Würde mich nicht wundern. Demzufolge wären den Urhebern oft die Hände gebunden. Und den Rechteinhabern an den Aufnahmen, sprich: den Plattenfirmen dürft's ziemlich schnuppe sein, die interessiert doch höchstens, wie oft ein bestimmter Titel im Radio gelaufen ist. Ob der komplett gelaufen ist ... na, wer wird denn so kleinkariert argumentieren, Hörr Traumwaldschrat?

    Gruß
    Skywise

  13. Nach oben   #13

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    Sehe ich das richtig, Skywise,

    Du befürwortest solche "Das könnte sie auch interessieren"-Funktionen oder ähnliche! Weil sonst das Suchen in dieser unüberschaubaren Datenflut des Internets nicht mehr vernünftig möglich wäre? -Das ist ein Argument! Damit könnt ich leben.
    Somit wäre für dich der Hauptnutzen das Suchen und Finden und ein leidvoller Nebeneffekt, dass man sich leicht darin verlieren kann. -Tja, ich sehe es eben düsterer: Der Hauptnutzen ist das Ablenken, weil gewisse Leute so den Rücken frei haben, nur ablenken allein würde halt doch auffallen, weswegen man halt zufällig damit tatsächlich auch noch was finden kann...

    -----------

    Ich hoffe, Du hast mich nicht mißverstanden, wenn ich meinte, dass die Einführung privater Sender als qualitätssteigernder Segen verkauft wurde. Darin sehe ich ja das dahinterstehende, manipulative System: "verkauft". Natürlich hast Du recht, dass jeder, der zu dieser Zeit in Amiland war, sehen konnte, dass das alles Humbug ist. Gewiß waren damals auch genügend Leute, die das auch ohne Amerikareise schon ahnten, nur wurden die systematisch überrollt. Das meinte ich ja genau so, es ging nie um Qualitätssteigerung durch private Sender, mit diesem Argument wurde der Wahnsinn nur VERKAUFT, um die berechtigten Gegner kaltzustellen. Nein, es ging vielleicht alleine darum, mit Hilfe (niveauloser) Privatsender die Bevölkerung noch effektiver zu betäuben und vom weltpolitischen Geschehen und den wirklichen Zusammenhängen abzulenken.
    -Dieses System könnte ich dahinter erahnen!

    ------------

    "Believe" von Cher brauch ich mir nicht anhören, dieses Lied mit dem irgendwie computergenerierten Refrain ist mir noch gut im Ohr, lief ja damals auch die Hitparade rauf und runter.
    Und ich glaube, ich habe da sogar was verstanden: Autotune ist der vierte im Bunde!
    Was ein Synthesizer und im Gegensatz dazu ein Sampler ist, weiß ich. Nur kam dann aus der Technoszene der dritte hinzu: Mit dem Synthesizer kann man einzelne Klänge erzeugen, die zum Beispiel so klingen, als kämen sie aus dem Hintergrund nach vorne (u-o-a-ä-i) (oder auch umgekehrt). Mit dem dritten Gerät konnte man dann, was in der Technoszene gerne gemacht wird und aktuell bei Aviciis "Wake me up"(?) zu hören ist, diesen uoaäi-Effekt nicht nur auf einen einzelnen Ton , sondern auf eine ganze Tonfolge legen. (Stimmt doch, oder?)
    -Mit einem Sampler kann man einzeln aufgenommene Klänge (oder Geräusche) in verschiedenen Tonhöhen wiedergeben. Mit Autotune, dem vierten, kann man einzelne Abschnitte einer aufgenommenen ganzen Klangfolge in verscheidenen Tonhöhen weidergeben.

    So müßte das doch richtig interpretiert sein, oder?
    Ich hatte mir ja schon damals vorgestellt, wie das funktionieren könnte: Cher hat den Refrain in einer konstanten Tonhöhe eingesungen und mit Autotune, wie ich jetzt weiß, wurde die Melodie hergestellt.

    Hmm, Geißel der Menschheit, ich weiß nicht, wie gesagt, ich bin Synthiepopper, deswegen fand ich das Lied damals doof, aber den Effekt interessant, die technische Möglichkeit! Aber es stimmt schon, braucht's das wirklich? Auch ich hätte bei dem noch so künstlichen Synthiepop den Anspruch, dass die Singstimme gesungen ist, ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ich das jemals auch überzeugend finden könnte. Dann lieber gleich 'ne Computerstimme, z.B. Daft Punk.

    Mich erinnert der Autotuneeffekt an manche automatische Bahnsteigansage:
    "Auf Gleiseinsfährt jetzt einInter City Expressacht hundert sieben und sechzignachBerlin OstkreuzüberStuttgart Mannheim Frankfurt..."

    Nur was hat Dosordie mit Autotune bei "Fireflies", ich höre nur Hall- oder Echoeffekte, mit sich selbst singen, ein absichtlich nörgeliger Singsang und der Effekt, als singe man durch ein CB-Funkgerät.

    ------------

    Ach ja, Mensch, was ist denn noch mal ein Vocoder? Ich komm nicht drauf! Ist das so'n Ding, mit dem man den Gesang in Echtzeit verändern kann, zum Beispiel als Roboter mit Computerstimme singen?

    ------------

    Warum so resigniert... sarkastisch (oder so), Hörr Skywise,
    vor mehr als 35 Jahren war jemand so "kleinkariert" und meinte, dass Hühnereier doch wieder nach Ei und nicht nach Fischmehl schmecken könnten. Und siehe da, die Eier schmecken heute wieder!
    Vor einer Woche war jemand so "kleinlich" und meinte, Musik im Radio könnte doch wieder ungeschnitten sein...

    Viele Grüße

    Traumwaldschrat

    (#5)

  14. Nach oben   #14
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    Zitat Zitat von Traumwaldschrat Beitrag anzeigen
    Sehe ich das richtig, Skywise,

    Du befürwortest solche "Das könnte sie auch interessieren"-Funktionen oder ähnliche! Weil sonst das Suchen in dieser unüberschaubaren Datenflut des Internets nicht mehr vernünftig möglich wäre? -Das ist ein Argument! Damit könnt ich leben.
    Bedingt. Ich befürworte ein "Das könnte Sie auch interessieren" im persönlichen Umfeld oder bei Radio-/TV-Sendungen, hinter denen ein Mensch steht, dessen Interessenschwerpunkt recht nahe an meinem liegt. Die sterile Online-Variante, sei es als eigenständiges Programm oder als Querverweis in irgendeinem Online-Shop ist mir häufig mit zwei Worten gesagt: zu billig. Kommt so gut wie nie was Gescheites oder Originelles bei rum. Wie eigentlich meistens, wenn man glaubt, dass sich allein aus Umsatzzahlen etwas über den individuellen Geschmack sagen läßt.

    Somit wäre für dich der Hauptnutzen das Suchen und Finden und ein leidvoller Nebeneffekt, dass man sich leicht darin verlieren kann. -Tja, ich sehe es eben düsterer: Der Hauptnutzen ist das Ablenken, weil gewisse Leute so den Rücken frei haben, nur ablenken allein würde halt doch auffallen, weswegen man halt zufällig damit tatsächlich auch noch was finden kann...
    Das Suchen und Finden ist nicht unbedingt ein leidvoller Nebeneffekt, in der Regel sehr wohl aber die Qualität der gefundenen Daten.
    Ich weiß nicht, ob wir dasselbe verstehen unter "den Rücken freihaben wollen". Von einer Verschwörungstheorie der Marke "Die da oben gegen wir da unten" halte ich in der Regel nicht sonderlich viel, dazu lassen sich viel zu leicht "Shitstorms" selbst gegen die unnahbarsten Persönlichkeiten organisieren, ich bin aber sehr wohl davon überzeugt, dass es Leute gibt, denen die Medien im allgemeinen und das Internet im besonderen auf sensationelle Weise in die Karten spielen, woran allerdings die Nutzer nicht ganz schuldlos sind. Unter "Nutzer" verstehe ich die breite Masse, im Prinzip die Konsumenten 2.0, die auch schon dafür gesorgt haben, dass die Privatsender bezüglich des Erfolges durch die Decke gegangen sind. Pauschalurteil, ich weiß, ich schäme mich ja schon.

    -----------

    Ich hoffe, Du hast mich nicht mißverstanden, wenn ich meinte, dass die Einführung privater Sender als qualitätssteigernder Segen verkauft wurde. Darin sehe ich ja das dahinterstehende, manipulative System: "verkauft". Natürlich hast Du recht, dass jeder, der zu dieser Zeit in Amiland war, sehen konnte, dass das alles Humbug ist. Gewiß waren damals auch genügend Leute, die das auch ohne Amerikareise schon ahnten, nur wurden die systematisch überrollt. Das meinte ich ja genau so, es ging nie um Qualitätssteigerung durch private Sender, mit diesem Argument wurde der Wahnsinn nur VERKAUFT, um die berechtigten Gegner kaltzustellen. Nein, es ging vielleicht alleine darum, mit Hilfe (niveauloser) Privatsender die Bevölkerung noch effektiver zu betäuben und vom weltpolitischen Geschehen und den wirklichen Zusammenhängen abzulenken.
    -Dieses System könnte ich dahinter erahnen!
    Könntest Du. Da die Einführung in die Ära Kohl fiel, hätte die Idee auch einiges für sich.

    ------------

    "Believe" von Cher [...]
    So müßte das doch richtig interpretiert sein, oder?
    Ich hatte mir ja schon damals vorgestellt, wie das funktionieren könnte: Cher hat den Refrain in einer konstanten Tonhöhe eingesungen und mit Autotune, wie ich jetzt weiß, wurde die Melodie hergestellt.
    Exakt. Das wäre eine Form der Anwendung. Ursprünglich war Autotune aber für das genaue Gegenteil gedacht: wenn jemand schräg singt, schafft man es mit Autotune, die Töne akustisch an die richtige Stelle zu rücken, ohne dass es zu sehr auffällt. Das ist praktisch die Arbeit, an der ein Tontechniker früher stundenlang verzweifelt ist, heute gibt's mit Autotune das dazugehörige Programm.

    Hmm, Geißel der Menschheit, ich weiß nicht, wie gesagt, ich bin Synthiepopper, deswegen fand ich das Lied damals doof, aber den Effekt interessant, die technische Möglichkeit! Aber es stimmt schon, braucht's das wirklich?
    Och, der Effekt ist ja in Ordnung. Aber ich brauch' ihn halt eben nicht in vier oder fünf Liedern hintereinander.

    Auch ich hätte bei dem noch so künstlichen Synthiepop den Anspruch, dass die Singstimme gesungen ist, ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ich das jemals auch überzeugend finden könnte. Dann lieber gleich 'ne Computerstimme, z.B. Daft Punk.
    Zum Beispiel. Oder Stückwerk; mit Samples arbeiten. Bei einem Synthiepopper darf ich vielleicht die Kenntnis von z. B. Jean Michel Jarre "Ethnicolor" vom Album "Zoolook" voraussetzen?

    Nur was hat Dosordie mit Autotune bei "Fireflies", ich höre nur Hall- oder Echoeffekte, mit sich selbst singen, ein absichtlich nörgeliger Singsang und der Effekt, als singe man durch ein CB-Funkgerät.
    Wahrscheinlich wurden die Töne wie oben beschrieben mit Autotune nachträglich "gerade gezogen". Der etwas sterile Klang deutet zumindest auf eine entsprechende Manipulation hin.

    ------------

    Ach ja, Mensch, was ist denn noch mal ein Vocoder? Ich komm nicht drauf! Ist das so'n Ding, mit dem man den Gesang in Echtzeit verändern kann, zum Beispiel als Roboter mit Computerstimme singen?
    Genau.
    Beispiele: Kraftwerk "Autobahn", Alan Parsons Project "The Raven", Jean Michel Jarre "Revolution", Herbie Hancock "Rockit", ...
    Auch da lassen sich die Töne in der Tonhöhe anpassen, aber der Klang selbst wirkt halt äußerst künstlich.

    Gruß
    Skywise

  15. Nach oben   #15

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    Hmm, Skywise,

    Du hälst prinzipiell nichts von Verschwörungstheorien der Art "Die da oben gegen uns da unten"?
    Hmmm, solltest Du aber, finde ich! In was für einer Traumwelt lebst Du? Albercht Müller hat mindestens zwei Bücher darüber geschrieben ("Machtwahn", "Reformlüge"), wie die da oben ganz bewußt oder von Lobbyisten ferngesteuert versuchen, uns den Gar auszumachen, und deckt zudem Woche um Woche im Internet die ganzen schädlichen Unwahrheiten der tagesaktuellen Politik in seinen NachDenkSeiten auf.

    Du solltest aber zusätzlich nicht so kurzsichtig sein und nur diese willfärigen Marionetten "da oben" beachten, sondern vielmehr "die da ganz oben", diese obersten 200, von denen die Kabarettistin Lisa Fitz wohl zurecht behauptete, dass die in einem schier unvorstellbaren Maße unser aller Leben in der Hand haben. -Sollte Dich das doch neugierig machen, empfehle ich Dir die Bücher über die Ölmacht (...Ölwaffe...) und über die dunkle Seite der Gen-Manipulation von F. William Engdahl. Und zum Einstieg könntest Du einfach mal meine beiden Kommentare lesen, die ich zum Bilderbergerartikel von 2010 "Das Bilderberger-Syndrom" auf der Internetseite "Feldpolitik"(.de) geschrieben habe.

    Auf jeden Fall solltest Du dich nicht von VerschwörungsTHEORIEN ablenken lassen, versuche es lieber mit VerschwörungsANALYSE, denn selbst die echten und gefählichsten Verschwörungen sind ganz simpel nichts weiter, als dass gewisse Leute einfach das für jeden verfügbare Wissen der Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre sowie der Juristei (und eventuell noch ein paar anderer normaler Disziplinen) in der Art nutzen, daraus schwindelerregende Macht- und erschreckende Abhängigkeitsverhältnisse zu schaffen (was eben keiner durchschauen will). Wenn dann noch diesen Leuten etwas in sensationeller Weise in die Karten spielt, bin ich überzeugt, dass das kein Zufall ist, sondern mit entsprechenden Tricks, den Wirkungszusammenhängen, so hingedreht wurde.

    Im Grund genommen so simpel und durchschaubar, nur es will halt keiner wahr haben. (Die Nutzer sind eben überhaupt nicht schadlos)

    -------

    Bei mir kannst Du tatsächlich die Kenntnis von Jean Michel Jarre vorraussetzen, bei Synthiepoppern generell wäre ich mir aber nicht ganz so sicher, schließlich darfst Du nicht vergessen, dass seine Musik bisweilen als Meditationsmusik beleidigt wird und somit für Popmusikhörer eher abstoßend wirkt. Treffender würde ich sagen, dass er zu anspruchsvoll ist, Jean Michel Jarre kann man nicht nebenzu hören, ist also gewiß nicht popszenetauglich, weswegen ich persönlich ihn ganz grob eher der Klassik zuordne, und welcher Synthiepopper hört schon Klassik.

    -------

    Geißel der Menschheit

    Ich glaube, ich gebe Dir doch recht!
    Die Töne geradebiegen, wenn schräg gesungen wurde, als Hauptverwendungszweck?
    Da kann ich nur sagen, warum wurden die dann überhaupt unter Vertrag genommen, wenn die gar nicht singen können?
    Offenbart sich da das wahre Gesicht der Musikbranche in einem neuen Geschäftsmodell: Hauptsache blond und s*xy, den Rest biegen wir schon mit Autotune hin. Und wenn dann bei den ersten Auftritten es offensichtlich wird, dass sie nur blond, aber nicht singen kann, scheiß egal, aber die Tonträger haben sich gut verkauft und die nächste Verblendete hämmert schon an der Tür!
    ...öhm...fließbandtechnische Menschenverachtung ...? Hauptsache die Kasse stimmt?

    Nun gut, vielleicht etwas arg wild, die Vermutung...
    Aber ich glaube, Autotune finde ich doch nicht akzeptabel. Somit hätte Dosordie in der Weise recht, das heutzutage alles tatsächlich grausam ist, weil immer mehr Leute unter Vertrag genommen werden, die eigentlich als Interpret nicht geeignet sind, wodurch natürlich auch die Musik immer schlechter wird.
    Naja, aber es gibt ja Hoffnung: Nicht alle werden immer schlechter! Zum Beispiel Glasperlenspiel...


    Viele Grüße

    Traumwaldschrat

    (#7)

  16. Nach oben   #16
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    Zitat Zitat von Traumwaldschrat Beitrag anzeigen
    Du hälst prinzipiell nichts von Verschwörungstheorien der Art "Die da oben gegen uns da unten"?
    Hmmm, solltest Du aber, finde ich! In was für einer Traumwelt lebst Du? Albercht Müller hat mindestens zwei Bücher darüber geschrieben ("Machtwahn", "Reformlüge"), wie die da oben ganz bewußt oder von Lobbyisten ferngesteuert versuchen, uns den Gar auszumachen, und deckt zudem Woche um Woche im Internet die ganzen schädlichen Unwahrheiten der tagesaktuellen Politik in seinen NachDenkSeiten auf.

    Du solltest aber zusätzlich nicht so kurzsichtig sein und nur diese willfärigen Marionetten "da oben" beachten, sondern vielmehr "die da ganz oben", diese obersten 200, von denen die Kabarettistin Lisa Fitz wohl zurecht behauptete, dass die in einem schier unvorstellbaren Maße unser aller Leben in der Hand haben. -Sollte Dich das doch neugierig machen, empfehle ich Dir die Bücher über die Ölmacht (...Ölwaffe...) und über die dunkle Seite der Gen-Manipulation von F. William Engdahl. Und zum Einstieg könntest Du einfach mal meine beiden Kommentare lesen, die ich zum Bilderbergerartikel von 2010 "Das Bilderberger-Syndrom" auf der Internetseite "Feldpolitik"(.de) geschrieben habe.

    Auf jeden Fall solltest Du dich nicht von VerschwörungsTHEORIEN ablenken lassen, versuche es lieber mit VerschwörungsANALYSE, denn selbst die echten und gefählichsten Verschwörungen sind ganz simpel nichts weiter, als dass gewisse Leute einfach das für jeden verfügbare Wissen der Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre sowie der Juristei (und eventuell noch ein paar anderer normaler Disziplinen) in der Art nutzen, daraus schwindelerregende Macht- und erschreckende Abhängigkeitsverhältnisse zu schaffen (was eben keiner durchschauen will). Wenn dann noch diesen Leuten etwas in sensationeller Weise in die Karten spielt, bin ich überzeugt, dass das kein Zufall ist, sondern mit entsprechenden Tricks, den Wirkungszusammenhängen, so hingedreht wurde.

    Im Grund genommen so simpel und durchschaubar, nur es will halt keiner wahr haben. (Die Nutzer sind eben überhaupt nicht schadlos)
    Das Hauptproblem, das ich mit Albrecht Müller habe, oder um's ganz allgemein zu formulieren: das Problem, das ich mit unglaublich vielen Autoren habe, die Aufklärungsarbeit in ihrem Sinne leisten möchten, ist, dass sie zu Pauschalaussagen, Übertreibungen oder zu einem zu engen Blickwinkel neigen, meint: Daten ungleich gewichten oder vielleicht sogar als völlig irrelevant einstufen. Das kann ich insofern verstehen, als es schwierig ist, einen Text an die breite Frau von der Straße zu bringen, dessen Innenleben zu komplex ist, klar. Jetzt folgt aber auch noch die gallenbittere Ironie des ganzen Geschehens: dadurch, dass sie übertreiben, machen sie vielleicht den Leuten ihre Sichtweise klar, gleichzeitig übertreiben sie stellenweise so stark, dass sie unglaubwürdig werden und ebenso stellen sie auch eben gerade durch diese Übertreibungen "die da oben" als dermaßen unangreifbar hin, dass ich mich schon wieder frage: was möchten diese Autoren? Aufklärungsarbeit leisten? Eine Diskussion anstoßen? Zur Revolution auffordern? Ich sehe beeindruckt, wie der Deutsche Michel sich ob dieser Enthüllungsgeschichten zur nächsten Revolution rüstet ... Quatsch, der Michel sitzt nach wie vor in sich ruhend auf seiner Parkbank und liest gewohnt schimpfend die unschönen Nachrichten des Tages.
    Es ist natürlich denkbar, dass es gewisse Schaltstellen der Macht irgendwo auf der Welt oder im Staate Deutschland gibt, aber ich behaupte: es sind keine zwei Ebenen von "denen" und "wir", sondern es ist ein ständiges Fallen und Steigen zwischen diesen Extremen, und Schichten, innerhalb derer wir uns bewegen, sind in beide Richtungen durchlässig. An den Stühlen der oberen Was-weiß-ich-ist-auch-egal-wievielen wird unnachlässig von anderen Ebenen aus gesägt, die Leute werden ausgewechselt, sterben weg, die Claims werden pausenlos neu abgesteckt, zerfallen, bauen sich neu auf, schichten sich um, etc. pp. Die, die heute "da oben" sitzen, tragen über weite Strecken andere Gesichter und sie sind aus einem völlig anderen Grund "da oben" als die, die noch vor zehn Jahren "da oben" saßen. Und solange dieses Rad nicht zu Stehen kommt, das mittlerweile bei weitem nicht nur national gedreht wird, ist "die da oben" nicht mehr als nur eine ungreifbare Definition. Und es würde mich in manchem Fall nicht wundern, wenn derjenige "da oben" gar nicht wüßte, dass er "da oben" ist.

    Was den Leuten in die Karten spielt, kann natürlich kalkuliert sein, aber mitunter dürften zusätzliche Faktoren auch eine Rolle spielen, dabei schließe ich den Zufall nicht aus.

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    Bei mir kannst Du tatsächlich die Kenntnis von Jean Michel Jarre vorraussetzen, bei Synthiepoppern generell wäre ich mir aber nicht ganz so sicher, schließlich darfst Du nicht vergessen, dass seine Musik bisweilen als Meditationsmusik beleidigt wird und somit für Popmusikhörer eher abstoßend wirkt. Treffender würde ich sagen, dass er zu anspruchsvoll ist, Jean Michel Jarre kann man nicht nebenzu hören, ist also gewiß nicht popszenetauglich, weswegen ich persönlich ihn ganz grob eher der Klassik zuordne, und welcher Synthiepopper hört schon Klassik.
    Klassik ... na ja, teilweise bestimmt, ich denke gerade an den Aufbau von "Equinoxe" oder an weite Teile von "Rendez-Vous". Andererseits gibt's ja auch Sachen wie "Chronologie" oder "Zoolook", die über weite Strecken eher poppig ausfallen, oder "Concerts In China", "Metamorphoses" oder "Revolutions", die auch Weltmusik-Elemente aufweisen, "Sessions 2000" ist jazzlastig ausgefallen, und so ein Frühwerk wie "Deserted Palace" kommt schon extrem verspielt-experimentell rüber, "Téo & Téa" geht in die Richtung Techno ... er ist schon sehr bunt aufgestellt und es würde mich nicht wundern, wenn sich im Verlauf seiner Karriere seine Hörerschar mehr als nur einmal völlig umgekrempelt hätte.

    -------

    Ich glaube, ich gebe Dir doch recht!
    Die Töne geradebiegen, wenn schräg gesungen wurde, als Hauptverwendungszweck?
    Da kann ich nur sagen, warum wurden die dann überhaupt unter Vertrag genommen, wenn die gar nicht singen können?
    Vielleicht haben sie andere Vorzüge, die sich verkaufen lassen. Es wird schon seinen Grund haben, dass jemand wie "It-Girl" Paris Hilton trotz dünnen Stimmchens plötzlich eine Platte aufnehmen durfte.
    Es ist sicher bei den Plattenfirmen so, dass man irgendwie an sein Geld rankommen muß. Also muß man auch Sachen machen, die sich verkaufen, und das führte ja schon vor Jahr und Tag dazu, dass man jemanden wie Samantha Fox mit einem Plattenvertrag ausstattete und andere wie den geschätzten Mark Shreeve sein Talent an einen neuen Star verschwenden ließ, der zwar höchstens über durchschnittliches Trällertalent verfügte, aber dafür zwei andere und vor allem große Argumente vorweisen konnte, mit denen man auf dem Markt punkten konnte.

    Offenbart sich da das wahre Gesicht der Musikbranche in einem neuen Geschäftsmodell: Hauptsache blond und s*xy, den Rest biegen wir schon mit Autotune hin. Und wenn dann bei den ersten Auftritten es offensichtlich wird, dass sie nur blond, aber nicht singen kann, scheiß egal, aber die Tonträger haben sich gut verkauft und die nächste Verblendete hämmert schon an der Tür!
    Bei Konzerten kann man ja auch nachhelfen, sei es radikal über Playback oder etwas geschickter, indem man die Zuständigkeiten etwas verlagert. Gesang über weite Strecken weg vom eigentlichen Star des Abends und hin zu den BegleitsängerInnen/Außen. Dann kann der Star in einem Kostüm, das allein schon den Anschein macht, als könne man darin nicht vernünftig atmen, auch noch mit diversen Tänzerinnen, die das eine oder andere Fehlerchen in der Choreographie kaschieren, über die Bühne tollen, während Frisur (3-Wetter-Taft) und Stimme (Begleitsängerinnen) halten. Damit man nicht unterstellen kann, dass da gemauschelt wurde, läßt man das Mikro des Stars während der Tanznummern vielleicht auf 20 % runtergeregelt, damit wenigstens noch ein bißchen was beim Mischpult ankommt und die Lippenbewegungen nicht asynchron zum Gesang ausfallen.
    Aber ernsthaft: die Halbwertzeit von "Stars" ist schon sehr kurz geworden. Man läßt den Künstlern keine Möglichkeit mehr, sich zu entwickeln. Der Erfolg muß praktisch sofort kommen, so etwas wie Aufbauarbeit oder so findet praktisch nicht mehr statt. Beziehungsweise so etwas wird heute öffentlich gemacht und nennt sich irreführend "Castingshow".

    ...öhm...fließbandtechnische Menschenverachtung ...? Hauptsache die Kasse stimmt?

    Nun gut, vielleicht etwas arg wild, die Vermutung...
    Nö, das gibt's schon. Ich glaube, es ist die - leider allzu medienwirksame und daher recht präsente - Ausnahme.

    Aber ich glaube, Autotune finde ich doch nicht akzeptabel. Somit hätte Dosordie in der Weise recht, das heutzutage alles tatsächlich grausam ist, weil immer mehr Leute unter Vertrag genommen werden, die eigentlich als Interpret nicht geeignet sind, wodurch natürlich auch die Musik immer schlechter wird.
    Naja, aber es gibt ja Hoffnung: Nicht alle werden immer schlechter! Zum Beispiel Glasperlenspiel...
    Bei Glasperlenspiel kann ich schlecht mitreden; im Augenblick liegen meine musikalischen Interessensschwerpunkte ganz woanders, daher glaube ich nicht, dass ich von denen jemals einen Titel bewußt gehört habe ... Aber das mit dem "Musik wird immer schlechter" würde ich auch nicht unterschreiben. Es gibt schon immer noch eine ganze Menge guter Musik - man muß halt vielleicht ein bißchen mehr Mist aus dem Weg räumen, um sie zu finden, aber weniger ist sie bestimmt nicht geworden.

    Gruß
    Skywise

  17. Nach oben   #17

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    Sag mal, Skywise,

    in was für einer Traumwelt lebst Du denn? Ist ja schlimm! Viele wissen wahrscheinlich gar nicht, dass sie "da oben" sind? Was soll denn der Unfug? Natürlich wissen sie es! Spätestens wenn man nicht Monat um Monat den letzten Pfennig umdrehen muß, sondern sich obendrein sogar noch Lobbyisten leisten kann, mit deren Hilfe man sich die Gesetze so zurechkaufen kann, wie man es für den größtmöglichen, persönlichen Vorteil braucht (anstatt dass Gesetze ja eigentlich da sind, um die Schwächeren vor der Gier der Stärkeren zu schützen), sollte doch klar sein, dass man "oben" angekommen ist!

    -----------

    Was Deine Ansicht angeht, dass "da oben" über Jahrzehnte hinweg immer andere sind, ein stetiger Wechsel stattfindet mit immer neuen Ideen, verleitet mich zu einer ganz anderen, gegensätzlichen Sicht!

    Bisher habe ich nichts auf dieses Verschwörungsgerede gehalten, irgendein Verschwörungszirkel der Erleuchteten, die an einer Weltherrschaft basteln. Doch mit Deinen Gedanken sieht die Sache plötzlich für mich ganz anders aus, und ich frage mich, ob die Bilderberger die modernisierte Fortsetzung der Iluminaten sind. Natürlich saßen in der Bilderbergerkonferenz 2010 ganz andere Leute als 1954 oder 1973 -aber die Zielsetzung hat sich nicht geändert! -Mir kommt es so vor, als hätte ich endlich das mysteriöse Prinzip eines Verschwörungszirkels verstanden: Der Clou ist, dass die einzelnen Mitglieder völlig egal und bedeutungslos sind, diese sind nur die Mittler, um den Grundgedanken über die Generationen hinweg weiterzutragen.

    Au ja! Jetzt spinne ich mal rum! Bin ja ein Waldschrat! Paß mal auf!

    Die Gründer der Iluminaten hatten erkannt, dass eine Weltherrschaft tatsächlich MÖGLICH ist. Nur hatten sie dann aus unerklärlichen Gründen darüber einen Geheimbund gegründet und eine entsprechende Satzung festgesetzt, zum Beispiel: " Mit der Erkenntnis über die Möglichkeiten ist eine Weltherrschaft anzustreben".

    Eventuell wird genau das bis heute gemacht, wobei die fortschreitende Zeit und Technik ständig neue Möglichkeiten liefert, zuerst war es 'keine Ahnung', dann war es vileleicht Geld, dann kam das Erdöl und seit dem Überschreiten des 'Oilpeak' ist es die Gentechnik. Zudem haben sie irgendwann erkannt, dass es dafür nicht zwingend notwendig ist, in asketischer Zurückgezogenheit zu leben, sondern man kann doch trotzdem, weil dabei eh genug abfällt, in Saus und Braus leben, weswegen sie heute nicht mehr Iluminaten, sondern Bilderberger heißen und auch nicht mehr sich in Geheimzirkeln in Kellergewöben verschanzen, sondern in geheimen Konferenzen tagen, schon allen, um dem den Flair des Zeitgemäßen zu geben. Wesentlich dabei ist jedoch, dass die Mitglieder über die Jahre hinweg ständig wechseln, die Zielsetzung aber die Gleiche geblieben ist: Weltherrschaft. Deswegen ist vermutlich eine Bilderbergerkonferenz auch nur für diejenigen gedacht, die an der Idee einer Weltherrschaft gefallen finden und die entsprechenden Möglichkeiten mitbringen. Jede Bilderbergergeneration für sich genommen versucht dann, dem Endziel näher zu kommen! Warum? Wozu? Weil die Satzung es vorgibt, und die ist unantastbar! Vielleicht aber auch ganz einfach: Weil es reizt!

    Ich weiß nicht, rumspinnen befreit, so deutlich habe ich die Problematik bisher noch nicht gesehen! Bliebe nur die Frage: Wie nah ist diese Spinnerei an der Realität?
    Keine Ahnung!

    -----------

    Vor allem aber, abgesägt wird "da oben" bestimmt nicht munter und blindwütig jeder gegen jeden, der grad paßt, sondern der, der sich nicht bilderbergerkonform verhält oder, außerhalb der Bilderberger, der, der in anderer Weise sich gegen das abgesprochene System stellt,sonst niemand, könnte ich mir vorstellen.

    -----------

    Sei nicht so ungeschickt und laß Dir von einem schlechten Schreib- oder Argumentationsstil nicht Weisheiten vorenthalten! Natürlich, so manches Mal scheint Albrecht Müller über das Ziel hinauszuschießen, auch ich dachte mir schon beim Lesen der NachDenkSeiten: "Oh, Mann, kann der wirklich nur rumzetern?" Genauso finde ich den Schreibstil F. William Engdahls in seinem Buch über die Gentechnik und die letzten drei, 2006 nachgetragenen Kapitel des Ölmachbuches eigentlich schlecht und für manch anderen Leser gewiß ein Grund, das Buch ungelesen wegzulegen.
    Aber das ist egal!
    Das, was sie zu sagen haben, ist wichtig!

    Ebenso könnte man Gary Allen vielleicht einen nicht ernstzunehmenden Verschwörungsparanoiker bezichtigen, zumindest erweckt die (originale?) Unschlaggestaltung seines Buches "Die Insider" diesen Eindruck. Doch dagegen habe ich gerade von ihm (und von Hans Weis) ganz wesentliche Puzzleteile erhalten, sodass ich wirklich behaupten kann: "Ich habe verstanden!" Was hinter den Kulissen der (welt-)politischen Bühne läuft. Mir macht keine Nachrichtenmeldung mehr etwas vor.

    Zum Beispiel bezweifle ich bis heute, dass der arabische Frühling eine Revolution der unterdrückten Massen war. Ich gehe sogar so weit, dass mich der Gedanke auch weiterhin nicht losläßt, ob sowohl die Flutkatastrophe in Asien, das Erdbeben in Haiti, als auch die beiden Flutkatastrophen Elbehochwasser vor Jahren und Elbe und Donau dieses Jahr nicht doch menschengemacht sind. Recht aufschlußreich erscheint da ein Artikel vor ein paar Wochen in der Tageszeitung, die ich gelegentlich lese, über die Rosenheimer Wetterflieger, die mit Silberjodid hagelgewittergefährliche Wolken abregnen lassen. -Ja, genau, so wird's gemacht! So kann man auf der anderen Seite Überschwemmungen provozieren!
    So'n Quatsch, wer sollte so etwas machen?
    -Nein, falsch, nicht wer, sondern wozu!
    Um Deutschland und den anderen europäischen Staaten das Geld aus der Tasche zu ziehen!
    Schau Dir doch an, welch schwindelerregende Beträge da trotz Finanzkrise ad hoc freigesetzt wurden für die Katastrophenhilfe in Asien und in Haiti! Und obwohl Deutschland mit dem Eurorettungsschirm hochbelastet ist, auch noch ein nationaler Fluthilfefond! Sicherlich kann es auch eine echte Schlechtwetterlage gewesen sein, die keine Rücksicht auf die finanzielle Lage Deutschlands nimmt, aber vielleicht haben "die da oben" auch nachgeholfen (um nicht so unbestimmt warten zu müssen) und auf diesen Fond spekuliert (oder nochmal nachgeholfen), weil sie genau wissen, wie man einen Staat in den Ruin treiben kann, und zusätzlich, was man damit erreichen kann.

    Schau Dir doch die Schuldenuhr in Frankfurt an! Das ist blanker Hohn! Das ist ein nicht zu beschreibender Irrwitz! Das sind die Schulden eines souveränen Staates! An denen sich die nächsten 250 Generationen die Zähne ausbeißen können. So ein science-fictionhafter Schuldenberg entsteht doch nicht durch mißwirtschaft, weil irgendein Finanzminister zu unachtsam war. Sowas geht doch nur, wenn da jemand willentlich nachhilft, meine ich!

    Nein, mein lieber Skywise, da muß ich Dich leider mit meiner unnachgiebigen Meinung enttäuschen, zum Beispiel die Schuldenkrise: Das ist ein Spiel, ein ganz großes Spiel, doch, -um es mit den Worten des genial bissigen, schonungslosen Geschichtsschreibers Joachim Fernau zu sagen-, doch Deutschland ist nicht in dem Spiel, vielleicht auch nicht Frankreich, Rußland, Indien, China oder Japan und eventuell nicht einmal Graßbritannien oder die USA, nein, dieses Spiel haben die Stärksten unter sich ausgemacht, eine handvoll Großkapitalisten, die genau erkannt haben, wie sie mit entsprechenden, unscheinbaren, aber wirksamen, wirtschaftspolitischen Zaubertricks einen ganzen Planeten übers Knie legen können!

    Nein, Skywise, wir zwei werden da wohl nicht grün, denn ich mache mir keine Hoffnung, Dich doch überzeugt zu haben, genauso wie Du es nicht schaffen wirst, mich zu überzeugen. Ich bleibe dabei: Ich habe verstanden, nicht umfassend, bis ins kleinste Detail, nein, so gut bin ich nicht! Aber ich habe das Grundprinzip des Weltenlaufs verstanden, was eventuell viel wichtiger ist, weil sich daraus der Rest erklärt! Und, was auch nicht zu vergessen ist, ich behalte immer einen Störfaktor im Auge: Ich könnte mich auch getäuscht haben!
    Doch das hält wach, immer nach neuen Erklärungsmöglichkeiten zu suchen!

    ###########

    Was?! So vielseitig ist Jean Michel Jarre? Ich hatte (wenn die Chronologie stimmt) mit dem Rendes-Vouz-Album aufgehört, schon allein, weil er nie mehr an diese vollendete Brillanz des Oxygene-Albums herangekommen ist. Aber "Teo & Tea" (Och, männo, die französischen accents funktionieren hier im Internetcafe nicht) soll in Richtung Techno gehen, das klingt ja spannend!

    ###########

    Stimmt, die Musik ist nicht immer schlechter geworden, das merke ich ja an meiner eingenen Interessenslage! Ich hatte es ja schon erwähnt, dass es auch heute noch lange nach den achtziger Jahren so viele Lieder gibt, die mir echt gut gefallen!
    Vielleicht ist aber doch die Musik im Sinne Dosordies schlechter geworden, dass halt mit den digitalen Möglichkeiten mehr getrickst wird. Ich muß Dir ja gestehen, dass Du mir im Endeffekt mit den Erklärungen zu Autotune ganz schön Angst eingejagt hast: Ich war beim Hören der Glasperlenspielalben sehr begeistert, wie gut Carolin singen kann, hier mal die Melodie mit einem Schlenkerer nach hoch oder tief variiert, da die Melodie nicht so gesungen, wie man es spontan erwartet hätte und dort mal die Melodie mit einer heruntergezogenen Terz verfeinert! Das verunsichert mich sehr: Wenn das alles nur nachträglich hingebogen wurde?
    Aber ich hoffe mal, dass ich damit richtig liege und nicht der fantypischen Verblendung verfallen bin: Glasperlenspiel sind ECHT, "sie sind sie", die brauchen so etwas nicht, die können das auch ohne Autotune! Bliebe nur die bange Frage, in wie weit sie sich solche Tricks gefallen lassen müssen, weil dann vielleicht doch der Produzent das letzte Wort haben darf (Wobei Daniel als Produzent mit aufgeführt ist (glaube ich), das läßt zuversichlich sein!).


    Viele Grüße

    Traumwaldschrat

    (#10)

  18. Nach oben   #18
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    Zitat Zitat von Traumwaldschrat Beitrag anzeigen
    Sag mal, Skywise,

    in was für einer Traumwelt lebst Du denn? Ist ja schlimm! Viele wissen wahrscheinlich gar nicht, dass sie "da oben" sind? Was soll denn der Unfug? Natürlich wissen sie es! Spätestens wenn man nicht Monat um Monat den letzten Pfennig umdrehen muß, sondern sich obendrein sogar noch Lobbyisten leisten kann, mit deren Hilfe man sich die Gesetze so zurechkaufen kann, wie man es für den größtmöglichen, persönlichen Vorteil braucht (anstatt dass Gesetze ja eigentlich da sind, um die Schwächeren vor der Gier der Stärkeren zu schützen), sollte doch klar sein, dass man "oben" angekommen ist!
    Also Dieter Bohlen als eine der Schaltstellen der Macht?
    Dieses Bild vom Patriarchen, der mittels Handzeichen den Lauf der Welt verändern kann, ist doch ein Filmklischee allerbilligster Sorte. Ein künstliches und einfach zu propagierendes Bild von der Macht. Dafür halte ich die Welt für zu komplex und vor allem die Konkurrenz für zu kampfeslustig.
    Da bin ich eher geneigt, an Absprachen verschiedener Stellen oder Gruppierungen zu glauben, die gemeinsam an einem Strang ziehen, um Dinge zu bewegen, die ihnen alleine niemals gelingen würden. Sobald aber eine gewisse Abhängigkeit voneinander vonnöten ist, darf man langsam anfangen, an dem Bewußtsein, als Individuum "da oben" zu stehen, zu zweifeln. Würde mich übrigens auch nicht wundern, wenn mittlerweile einige Fäden der Macht herrenlos im Nichts schweben und das Chaos mehr mitzureden hat als uns beiden lieb sein kann ...

    Bisher habe ich nichts auf dieses Verschwörungsgerede gehalten, irgendein Verschwörungszirkel der Erleuchteten, die an einer Weltherrschaft basteln. Doch mit Deinen Gedanken sieht die Sache plötzlich für mich ganz anders aus, und ich frage mich, ob die Bilderberger die modernisierte Fortsetzung der Iluminaten sind. Natürlich saßen in der Bilderbergerkonferenz 2010 ganz andere Leute als 1954 oder 1973 -aber die Zielsetzung hat sich nicht geändert! -
    Ich weiß nicht, wer die Bilderberger Konferenz als "Zeittotschlagen auf hohem Niveau" bezeichnet hat, aber ich war bislang immer ähnlicher Meinung. Eine ähnlich hohe habe ich auch von den allseits beliebten und stets gern bezahlten G8-Treffen. Ich krieg' hier seit sechs Monaten vier Abteilungsleiter nicht auf eine bestimmte vernünftige Marschrichtung eingenordet, und das Thema ist wirklich nicht komplex und die Meinungen liegen auch nicht weit auseinander. Wenn ich mir vorstelle, ich müßte das mit 130 Personen an drei Tagen schaffen (Bilderberger) oder mit den nicht entscheidungsbefugten Staatschefs aus sieben anderen Ländern, die dann mir zuliebe das jeweilige Machtinstrument (z. B. Parlament) ohne öffentlichen Protest auf ihre Seite bringen müßten, würde ich eher einen Gedanken an Selbstmord verschwenden als an den, eine Machtposition erreicht zu haben.

    Wesentlich dabei ist jedoch, dass die Mitglieder über die Jahre hinweg ständig wechseln, die Zielsetzung aber die Gleiche geblieben ist: Weltherrschaft. Deswegen ist vermutlich eine Bilderbergerkonferenz auch nur für diejenigen gedacht, die an der Idee einer Weltherrschaft gefallen finden und die entsprechenden Möglichkeiten mitbringen. Jede Bilderbergergeneration für sich genommen versucht dann, dem Endziel näher zu kommen! Warum? Wozu? Weil die Satzung es vorgibt, und die ist unantastbar! Vielleicht aber auch ganz einfach: Weil es reizt!

    Ich weiß nicht, rumspinnen befreit, so deutlich habe ich die Problematik bisher noch nicht gesehen! Bliebe nur die Frage: Wie nah ist diese Spinnerei an der Realität?
    Keine Ahnung!
    Nach meinem Dafürhalten ziemlich weit entfernt. Zumindest in Sachen Bilderberger. Die Gästelisten der letzten Jahre sind von verschiedenen Quellen öffentlich zugänglich gemacht worden und auch die Tagesordnungspunkte finden sich an verschiedenen Stellen. Egal, wie ich's dreh und wende - wenn sie sich auch nur halbherzig an die Tagesordnung halten, werden die Themen allesamt viel zu oberflächlich abgehandelt werden können. Wenn sie sich gar nicht an die Tagesordnungen halten und über die Weltherrschaft diskutieren, sind dort die falschen Leute. Mit den Herren Josef Ackermann oder Christian Lindner kann man bestimmt viel Unsinn anstellen und noch viel mehr Unheil anrichten, aber wenn ich mal den Wunsch nach der Weltherrschaft hegen sollte, würde sich kein einziger der geladenen Gäste auf meiner Liste der potentiellen Komplizen finden.

    Sei nicht so ungeschickt und laß Dir von einem schlechten Schreib- oder Argumentationsstil nicht Weisheiten vorenthalten! Natürlich, so manches Mal scheint Albrecht Müller über das Ziel hinauszuschießen, auch ich dachte mir schon beim Lesen der NachDenkSeiten: "Oh, Mann, kann der wirklich nur rumzetern?" Genauso finde ich den Schreibstil F. William Engdahls in seinem Buch über die Gentechnik und die letzten drei, 2006 nachgetragenen Kapitel des Ölmachbuches eigentlich schlecht und für manch anderen Leser gewiß ein Grund, das Buch ungelesen wegzulegen.
    Aber das ist egal!
    Das, was sie zu sagen haben, ist wichtig!
    Bei Engdahl kann ich's nicht beurteilen mangels tieferer Kenntnis.
    Bei Müller wurmt mich der Denkansatz. Er liefert Argumente und Hinweise darauf, dass seine Theorien stimmen. Gut, das machen viele. Aber er hinterfragt seine eigenen Gedankengänge nicht und versucht nicht, für bestimmte Thesen weitere Belege zu finden. Meinetwegen soll er glauben, dass der Ausgang der letzten Bundestagswahl allein auf die Macht der Medien und ihrer Berichterstattung zurückzuführen ist. Wenn ich mir das Wahlprogramm der SPD und die Äußerungen des Herrn Steinmeier ins Gedächtnis zurückrufe, die teilweise auch auf den Seiten der SPD wiederholt wurden, bin ich allerdings der Meinung, dass Frau Merkel die Unterstützung der Medien überhaupt nicht gebraucht hat. Das Grab der SPD wurde von ihr selbst äußerst bereitwillig größtenteils selbst ausgehoben. Warum Müller auf diese Punkte meines Wissens nicht eingegangen ist und stattdessen alles den Medien in die Schuhe geschoben hat? Vielleicht um seinen Theorien mehr Nachdruck zu verleihen ... Kein großer Punkt, sicher - aber wenn man solche Dinge schon etwas anders bewertet als Herr Müller, wie soll man ihm dann die großen widerspruchslos abnehmen können? Wenn er ja wenigstens gesagt hätte, Herrn Steinmeier sei von einer höheren Stelle aufgetragen worden, die Wahl auf gar keinen Fall zu gewinnen ...

    Um Deutschland und den anderen europäischen Staaten das Geld aus der Tasche zu ziehen!
    Schau Dir doch an, welch schwindelerregende Beträge da trotz Finanzkrise ad hoc freigesetzt wurden für die Katastrophenhilfe in Asien und in Haiti!
    Schwindelerregend? Nun ja. Ich gebe zu, ich habe gerade Wikipedia verwendet: dort steht für die Erdbebenhilfe Haiti bei Deutschland ein Betrag von ca. 45 Mio Euro, davon 17 Mio aus staatlicher Quelle. Das sind Peanuts. Es gibt Kommunen mit 200.000 Einwohnern in Deutschland, also wirklich nicht "groß", die mittlerweile Schulden von ca. einer Milliarde Euro mit sich rumschleppen. Was meinst Du, was den Bund 17 Mio Euro jucken. Der merkt das nicht mal.
    Auch wenn ich keine Quelle dazu gefunden habe, gehe ich darüber hinaus davon aus, dass vonseiten des Bundes wahrscheinlich nicht viel Kohle tatsächlich in Richtung Haiti geflossen ist. Tendenziell würde ich eher behaupten, der Bund hat eine Bürgschaft über 17 Mio Ohjo übernommen. Das Geld dürfte dann von den Banken stammen. Die können ja Geld zaubern.

    Schau Dir doch die Schuldenuhr in Frankfurt an! Das ist blanker Hohn! Das ist ein nicht zu beschreibender Irrwitz! Das sind die Schulden eines souveränen Staates! An denen sich die nächsten 250 Generationen die Zähne ausbeißen können. So ein science-fictionhafter Schuldenberg entsteht doch nicht durch mißwirtschaft, weil irgendein Finanzminister zu unachtsam war. Sowas geht doch nur, wenn da jemand willentlich nachhilft, meine ich!
    Ja und nein.
    Hm. Wird jetzt vielleicht wieder ein wenig ausführlicher, aber probieren wir's mal:
    Nein, einen Finanzminister allein trifft da keine Schuld.
    Ja, da hat wahrscheinlich jemand willentlich nachgeholfen. Aber höchstwahrscheinlich eher durch Nichtstun als durch aktive Maßnahmen.
    Tacheles inkl. Geschichtskurs: In Deutschland gab es bis vor einigen Jahren ca. 15.000 Kommunen und Städte; mittlerweile sind's ca. 12.500. Nur mal so als Richtwert. Jetzt gehen wir zurück in die 60er Jahre, als die Wirtschaft hier noch dolle Blüten trieb. Alle Verantwortlichen aus dieser Zeit waren gebrandmarkt durch den Krieg. Wer jetzt auf welche Weise ist zunächst wurscht und sollte auch bis Ende des Jahrzehnts nicht weiter hinterfragt werden, aber allen waren verschiedene Prinzipien gemeinsam: sie alle haben mehr oder weniger direkt in der Scheiße gelegen oder hatten Angehörige, die diese Erfahrung gemacht hatten. Alle haben etwas verloren, nicht zuletzt die Heimat und ihren Glauben daran. Viele liefen zeitweise nicht mit mehr rum als mit dem nackten Leben. All diese Leute wollten etwas Neues entstehen lassen und ihren Kindern etwas Passendes bieten. Zu dem damaligen Zeitpunkt fand man in sämtlichen Verwaltungen das Budget-Denken vor: "Das Geld ist knapp, da haste was ab, mach' was draus!".
    Dieses System wurde in den 70er Jahren pervertiert, als die ersten Gerade-noch- und Garantiert-Nachkriegskinder im öffentlichen Dienst aufschlugen, die die Not nicht am eigenen Leib erfahren hatten. Stück für Stück entwickelte sich hier dieselbe Vorgehensweise, wie man sie auch in der Wirtschaft teilweise vorfinden konnte: "Pro Jahr wird das Budget neu verhandelt. Wenn du gute Argumente haben willst, dann sorge dafür, dass von deinem Budget so gut wie nix übrig bleibt und jammer' im Anschluß noch ein wenig rum, dann klappt's vielleicht. Kann ja eh keiner überprüfen, weil nur die Ausgaben gebucht werden, nicht aber deren Sinnhaftigkeit überprüft wird". Dieses Denken "Es ist Jahresende, ich hab' noch Geld übrig, das dringend weg muß!" gilt praktisch bundesweit in allen Kommunen, auf sämtlichen Landesebenen und auf Bundesebene bis zum heutigen verf*ckten Tag. Keine Übertreibung, Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn Du nach diesem Schema jahrzehntelang Geld zum Fenster raushaust, brauchst Du da wirklich noch Verschwörungstheorien, um den Schuldenstand zu erklären? Laß noch zusätzlich Geld abfließen für verschiedene Maßnahmen, die nicht richtig gefruchtet haben - oder nicht so stark, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat, laß noch Geld abfließen für Zinsen, für Kredite, die irgendwann mit Zinsen wieder zurückfließen (wir wollen hoffen, dass sie mit höheren Zinsen zurückfließen als wir dafür blechen), laß noch Geld rausfließen für Löcher, die gestopft werden mußten, weil da irgendwer größeren Mist gebaut hat ... alles okay, aber das allermeiste Geld wird schlicht verschwendet durch ein Wirtschaften, das den Namen nicht verdient.
    Ich hab' meiner Kommune in einem Halbjahr mal einen fast sechsstelligen Betrag gespart, weil ich denen gezeigt habe, wie man eine angeblich so heikle Sache wie Kopierpapier mit kaufmännischen Methoden und mit dem entsprechenden Hintergrundwissen vernünftig dem Wettbewerb unterstellt. Rahmenvertrag für ein halbes Jahr, Qualitätsmerkmale X und Y, Lieferkonditionen: alles frei Schaukelstuhl, das Risiko und die Schuld bei Falschbestellungen trägt allein der Verkäufer, Sonderpapiere: blablabla, wahlweise FSC-Siegel oder Blauer Engel, Menge: soundsoviel Millionen Blatt DIN A4, soundsoviel tausend Blatt DIN A3, Weißegrad, Grammatur, und damit's gut kommt, liefert der, der den Auftrag haben will, nach Absprache ein paar Kisten des angebotenen Papiers zur Bemusterung. Basta. Wie gesagt: fast 100.000 Euro für ein halbes Jahr gespart. Kann ich deshalb ruhigen Gewissens behaupten, weil es exakt dasselbe Papier wurde wie vorher, es wurde derselbe Lieferant wie vorher - die einzigen Punkte, die sich geändert haben: es liegt jetzt ein Vertrag vor und der Preis ist deutlich niedriger als vorher. Weil der Händler ja auch nicht doof ist - der hat es genauso gemacht wie ich, ist zu seinem Großhändler gegangen und hat ihm was vorgejammert von wegen "Der eine Kunde von mir weiß jetzt, wie's geht. Wenn du mir jetzt keine guten Preise machst, ist der weg!", er hat noch ein bißchen Papier von anderen größeren Kunden auf die Anfrage draufgehauen und dieses somit auch günstiger bezogen (aber natürlich keinen Cent günstiger verkauft, weil - warum den Verkaufspreis senken ohne Not?) und hat damit sogar seinen Gewinn deutlich vergrößert. Hat mir von ihm eine Flasche Sekt eingebracht ("Weiterhin auf gute Zusammenarbeit"), obwohl ich noch damit gerechnet habe, dass er mir beim nächsten Treffen mit dem nackten Hintern ins Gesicht springt, weil ich ihm einen kleinen Ferrari aus dem Kreuz geleiert habe. Aber egal. Jedenfalls: ca. 100.000 Euro Einsparungen nur bei einem einzelnen Posten wie Papier. Dauerhaft, denn jetzt, wo die Kommune weiß, wie's funzt, macht sie's natürlich weiterhin so und bewegt sich so dauerhaft Halbjahr für Halbjahr 100.000 Euro unterhalb des ursprünglichen Werts. Wie viele Millionen die Kommune also über die Jahre hinweg überflüssigerweise nur für Papier ausgegeben hat, habe ich nicht wissen wollen. Ich habe auch nicht hochgerechnet, was das bedeutet, wenn man mal davon ausgeht, dass praktisch jede Kommune in Deutschland - nicht beim Papier, sondern einfach mal grundsätzlich beim Einkauf solcher "Winz-Artikel", die nix wert sind - 100.000 Euro einspart ... ich behaupte: im Mittel geht das! Jetzt geht's noch weiter: wenn das bei diesen kleinen Artikeln schon so ist - wie schaut's dann bei den großen aus? Beim Bauen ein vernünftiges Nachtragsmanagement zum Beispiel. Wenn ein Bau hochgezogen werden soll von einer Kommune, überlegt sie vorher, was es kosten könnte, legt dann ein Budget an, macht konkrete Pläne, schreibt dann aus, meistens liegt das Ergebnis unterhalb der Kostenschätzung, es wird beauftragt ... und der Bau kostet trotzdem zufälligerweise exakt das Budget. Weil noch nachträglich Aufträge vergeben werden für die goldenen Türgriffe oder die Klorollenhalter aus Perlmutt. Oder weil unerlaubterweise noch Gelder aus diesem Pott für eine andere Baumaßnahme verwendet werden. Hier sind einige Kommunen bereits aufgewacht, andere - die Mehrheit - schlafen noch tief und fest.
    Ein weiteres Problem liegt darin, dass die Kommune gelenkt wird von der Politik (dort sitzen sie ca. fünf Jahre lang, mit etwas Glück auch länger) und der Verwaltung (meist bis zur Rente). Die Ansichten dieser beiden Gruppen haben sich über die Jahre immer weiter auseinander entwickelt und der, der sich in der Verwaltung vernünftig auskennt, kümmert sich kaum noch um das, was die Politik will. Die Politik schachert sich vielleicht untereinander rentable Pöstchen zu, aber von der Verwaltung und wie man damit etwas bewirken kann, haben die wenigsten 'ne Ahnung ... und die Ansprechpartner in der Verwaltung weigern sich meistens mehr oder weniger offen, ihre Geheimnisse preiszugeben oder die Hebel im Sinne der Politik in Bewegung zu setzen, wenn es ihnen gegen den Strich geht. Das große gemeinsame Ziel haben die wenigsten Politiker und Verwaltungen der jeweiligen deutschen Kommunen.
    Mit den Erkenntnissen aus den letzten beiden Artikeln geh' ich seit Jahr und Tag in Deutschland hausieren. Es ist wirklich nicht so, dass ich ein Geheimnis draus mache, dass es Möglichkeiten gibt, vernünftig zu wirtschaften. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass die meisten in meinen Vorträgen nicht mal ansatzweise kapieren, was ich überhaupt will, weil ihnen das kaufmännische Denken abgeht. Oder konkreter: die meisten scheinen das normale wirtschaftliche Denken, das sie im täglichen Leben anwenden, in dem Augenblick auszuschalten, da sie sich mit ihrer Zeitkarte eingestochen haben.
    Die großen Verschwender sind wir alle, punktum. Wir alle als Bürger interessieren uns viel zu wenig für das, was unsere Verwaltung macht. Und damit meine ich nicht diesen Rotz, der's in die Zeitung schafft. Die allerwenigsten Bürger wissen heute überhaupt noch, wofür eine Verwaltung da ist, und lassen die halt einfach mal machen. Gleichzeitig schimpfen sie über die Verwaltung und die Unfähigkeit der Politiker statt sich selbst mal etwas mehr zu engagieren, Fragen zu stellen, die Kommunen mittels Öffentlichkeitsarbeit unter Druck zu setzen etc. Und da wundert es mich wirklich nicht, dass eine Kommune es nicht für nötig hält, vernünftig zu wirtschaften: die Kommune ist nicht auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet, den Bürger interessiert's nicht und die Politik wäre dumm, wenn sie diesen Status nach außen publik machen würde, weil sie selbst sich damit ans Bein pinkeln würde.
    Laß sämtliche Kommunen in Deutschland vernünftig wirtschaften. Nach meiner ersten Theorie vor einigen Jahren müßte das sogar dazu führen, dass solche Sachen wie die Mehrwertsteuer drastisch gesenkt werden, weil sie einfach nicht mehr gebraucht würden. Nein, daran glaube ich nicht wirklich. Wenn alle Kommunen nachweislich vernünftig wirtschaften und der Schuldenstand auf der Schuldenuhr dann trotzdem noch weiter explodiert, können wir gerne diesbezüglich nochmal über Verschwörungstheorien sprechen. Vorher ist das verschwendete Liebesmüh.

    Nein, Skywise, wir zwei werden da wohl nicht grün, denn ich mache mir keine Hoffnung, Dich doch überzeugt zu haben, genauso wie Du es nicht schaffen wirst, mich zu überzeugen. Ich bleibe dabei: Ich habe verstanden, nicht umfassend, bis ins kleinste Detail, nein, so gut bin ich nicht! Aber ich habe das Grundprinzip des Weltenlaufs verstanden, was eventuell viel wichtiger ist, weil sich daraus der Rest erklärt! Und, was auch nicht zu vergessen ist, ich behalte immer einen Störfaktor im Auge: Ich könnte mich auch getäuscht haben!
    Doch das hält wach, immer nach neuen Erklärungsmöglichkeiten zu suchen!
    Kannst Du gerne machen. Davon halte ich Dich nicht ab.

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    Was?! So vielseitig ist Jean Michel Jarre? Ich hatte (wenn die Chronologie stimmt) mit dem Rendes-Vouz-Album aufgehört, schon allein, weil er nie mehr an diese vollendete Brillanz des Oxygene-Albums herangekommen ist. Aber "Teo & Tea" (Och, männo, die französischen accents funktionieren hier im Internetcafe nicht) soll in Richtung Techno gehen, das klingt ja spannend!
    Die Idee klingt spannend, die Umsetzung ließ aber nach meinem Dafürhalten zu wünschen übrig.

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    Stimmt, die Musik ist nicht immer schlechter geworden, das merke ich ja an meiner eingenen Interessenslage! Ich hatte es ja schon erwähnt, dass es auch heute noch lange nach den achtziger Jahren so viele Lieder gibt, die mir echt gut gefallen!
    Vielleicht ist aber doch die Musik im Sinne Dosordies schlechter geworden, dass halt mit den digitalen Möglichkeiten mehr getrickst wird. Ich muß Dir ja gestehen, dass Du mir im Endeffekt mit den Erklärungen zu Autotune ganz schön Angst eingejagt hast: Ich war beim Hören der Glasperlenspielalben sehr begeistert, wie gut Carolin singen kann, hier mal die Melodie mit einem Schlenkerer nach hoch oder tief variiert, da die Melodie nicht so gesungen, wie man es spontan erwartet hätte und dort mal die Melodie mit einer heruntergezogenen Terz verfeinert! Das verunsichert mich sehr: Wenn das alles nur nachträglich hingebogen wurde?
    Aber ich hoffe mal, dass ich damit richtig liege und nicht der fantypischen Verblendung verfallen bin: Glasperlenspiel sind ECHT, "sie sind sie", die brauchen so etwas nicht, die können das auch ohne Autotune! Bliebe nur die bange Frage, in wie weit sie sich solche Tricks gefallen lassen müssen, weil dann vielleicht doch der Produzent das letzte Wort haben darf (Wobei Daniel als Produzent mit aufgeführt ist (glaube ich), das läßt zuversichlich sein!).
    Ich glaube, letzten Endes holt man sich hier nur Gewißheit über ein paar passende Konzerte. Oder der persönliche Kontakt ;-)

    Gruß
    Skywise

  19. Nach oben   #19

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    Ach so, jezat, solche Leut' wie Dieter Bohlen meinst Du, die gar nicht wissen, oben zu sein. Stimmt, die hatte ich übersehen. Obwohl...? -Wissen die wirklich nicht, dass sie "oben" sind? Wenn sie sich, -war doch erst vor nicht allzu langer Zeit-, die Rechtslage so zurechtkaufen können, dass sie relativ unbeschadet aus einem Strafprozeß herausgehen, dann ist man doch "oben" angekommen, oder? Wenn man auf geltendes Recht keine Rücksicht mehr nehmen braucht, weil man genügend Mittel hat, das Recht zu umgehen, dann kann man sich doch ganz entspannt in dem Bewußtsein zurücklehnen, nicht mehr "unten" leben zu müssen!

    Aber gut, was macht man daraus! Da könnte ich dir zustimmen! Dieter Bohlen sonnt sich wohl hauptsächlich in seinem Ansehen und genießt die, relativ geringe, Macht, wie Cäsar mit dem Daumen über Teenies, zukünftige Möchtegernstars und Einschaltquoten herrschen zu können. Er weiß vielleicht wirklich nicht, welche Möglichkeiten ihm offenstünden. Genauso wie den redlichen unter denen da oben, die sich nicht aufführen wie Sau, sondern ihren Einfluß nutzen, um sich für gemeinnützige Dinge einzusetzen. Und sicher gibt es noch die, die genau wissen, wie man Recht umgehen kann und daraus den größtmöglichen, persönlichen Vorteil schlagen, und vielleicht muß ich Dir sogar recht geben, dass die drei zusammengenommen den Großteil "derer da oben" ausmachen. Aber deswegen unterscheide ich ja noch nach "die da ganz oben", weil unter "denen da oben"eben auch solche sind, die genau erkannt haben, wenn man Recht umgehen kann, dann kann man alles erreichen, und sich deshalb daran gemacht haben, dieses irre komplexe Weltgefüge (gebe ich Dir absolut recht) bis ins allersetzte Detail hin zu durchschauen und abzuklopfen, an welchen Stellen man mit welchen Mechanismen ansetzen muß, um daraus schwindelerregenden Profit und ungeahnte Macht zu ziehen.

    Zum Beispiel die Ölkrise 1973.
    Ich weiß nicht, was Du darüber weißt, aber wenn Du glaubst, dass "die da (ganz) oben" völlig unschuldig sind und gewiß nichts dafür können, weil Krisen nunmal unberechenbar und nur schwer vorherzusehen sind, dann muß F. William Engdahl Dich leider enttäuschen, denn die Ölkrise mitsamt ihrem Vorspiel und all ihren verheerenden Auswirkungen war laut ihm eine von den angeblich so untätigen Bilderbergern geplante und Schritt für Schritt in die Tat umgesetzte Aktion.

    Sie haben mit gezielten diplomatischen Fehlinformationen den Jom-Kippur-Krieg provoziert, weil dadurch, genau ihrem Plan folgend, die arabischen OPEC-Länder ein Ölembargo verhängten, wodurch der Ölpreis, wie geplant, um 400 Prozent stieg.

    Eine Folge war, dass durch den erhöhten Ölpreis die Ölfelder in Alaska und der Nordsee endlich Gewinn abwarfen. Eine weitere (aber noch zusätzlich abgespochene) Folge war, dass der Dollar dadurch gestützt wurde und nicht abgewertet werden mußte. Das wiederum hatte zur Folge, dass die amerikanische Wirtschaft schweren Schaden nahm, nicht jedoch die Finanzbranche, die dadurch ihre Vormachtstellung gegenüber der Industrie festigen konnte.

    Eine Folge der Verteuerung des Öls war außerdem, dass die europäischen Industriestaaten von einer Wirtschaftskrise heimgesucht wurden und, vor allem, dass sämtliche damaligen Entwicklungsländer unwiderruflich ihre Zukunft verloren und ins Elend stürzten, weil deren Ölrechnungen jedliches Geld, das für Investitionen nötig gewesen wäre, auffraß und sie fortan auf einem stetig größer werdenden Schuldenberg saßen.

    Doch jede einzelne dieser Folgen waren nicht etwa dumm gelaufen, sondern erklärtes Ziel der Bilderberger, gerade letzteres, das Elend in den Entwicklungsländern, weil einige unter ihnen der Auffassung waren, dass die "Reduktion der Überbevölkerung" (durch Hunger in Folge der Ölkrise) ein wichtiges Ziel der amerikanischen Sicherheitspolitik sein müsse. (Diese Idee veranlaßte auf der anderen Seite Stiftungen, die prinzipiell den bilderbergerschen Gedanken angetan sind, in Mittelamerika, eine Impfkampagne zu starten, in der der Tetanusimpfstoff, ohne dass es öffentlich bekannt gemacht wurde, mit einem Genozid präpariert wurde, der die damit geimpfen Frauen sterilisierte [siehe das Buch über die Gentechnik]). Auf jeden Fall aber hatten sie auf Kosten der Menschheit "schamlos abgezockt"!

    Parallel zur Ölkrise entwarfen die Bilderberger aber noch die Anti-Atomkraft-Bewegung. Oh ja, von wegen, nicht weitsichtige, intelligente, umweltbewußte Menschen haben diese Bewegeung ins Leben gerufen, sondern Ölmultis, und zwar zu dem Zweck, trotz Ölkrise die weltweite Abhängigkeit von Öl zu erhalten (Die Atomkraft sollte ja das Öl ablösen) und zusätzlich, um durch kostspielige Verzögerungstaktiken, durch die Protestbewegungen provoziert, sowie der dadurch insgesamt ins Leere laufenden Investitionen Deuschland finanziell zu schaden (das Geld aus der Taschen zu ziehen[!])

    F. William Engdahl schreibt in seinem Buch (...Ölwaffe...) im Zusammenhang mit der Ölkrise über die Bilderberger: "Niemals in der bisherigen Geschichte hatte ein so kleiner Kreis von Männern einen so tiefen Einschnitt in die Geschicke der Weltwirtschaft und der davon betroffenen Menschheit gewagt." Ich meine, er hat recht in seiner Ansicht über die nach der Weltherrschaft strebenden Bilderberger. Doch Du darfst gerne mich eines besseren belehren, wenn Du etwas Stichhaltiges weißt, aber vorläufig bleibe ich dabei, es nicht für ernsthaft zu nehmen, dass "die da oben" größtenteil unschuldig und unbedeutend sind, sich doch sowieso nur lustig gegenseitig absägen und außerdem gar nicht wissen, dass sie "oben" sind.

    -----------

    Daß Du Deine liebe Not hast, vier Abteilungsleiter auf eine Linie zu bringen, ist für mich keine Bestätigung Deiner Ansichten über die nicht vorhandene Konsensfähigkeit einer größeren Menschenmenge, sondern ich würde es eher so sehen, dass in gewisser Weise trotz ihrer beruflichen Profession (sie haben diesen Beruf gewählt, weil der ihnen am meisten Freude bringt) die Motivation fehlt: Für diese Fünf ist es vermutlich doch größtenteils "nur ein (verdammter) Job", den sie haben, um ihre Familien ernähren zu können und ihnen ein angenehmes Leben zu bieten. Sie haben bestimmt nicht diese Besessenheit, die ich den Bilderbergern zuschreiben würde, weil ihre Arbeit als Abteilungsleiter eben nicht ein höhergestecktes Lebenswerk ist, bei dem sie sich irgendwann in dem Bewußtsein sonnen können, in einer gewissen Art in die Annalen der Menschheitsgeschichte eingegangen zu sein, weil sie als einzelne Person so massiv in das Weltgefüge eingegriffen haben. Doch mit so einem Anreiz, da könnte ich es mir sehr gut vorstellen, dass selbst 130 Personen wie zauberhaft ohne Unstimmigkeiten am gleichen Strang ziehen.

    -----------

    Ich glaube, ich würde Dir dringend empfehlen, "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht" und "Saatgut der Zerstörung" von F. William Engdahl zu lesen. Der Klappentext des ersteren beschreibt das Buch als faszinierend und schockierend zugleich. Dem kann ich nur zustimmen: es ist faszinierend, einen vermutlich realitätsgetreuen, gänzlich neuen, schonungslosen Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik werfen zu können, aber es ist schockierend, verstörend, sich bewußt zu werden, wie hilflos man diesem ausgeliefert ist.

    ###########

    Deine Beschreibungen aber über die Einsparungen beim Kopierpapier finde ich enorm (trotzdem könnte ich auch DAhinter ein vielleicht, unter Umständen, möglicherweise System wittern [gedankliche Spielerei, die den Blick weitet]). Mich erinnert das sogar an irgendetwas, was ich gelesen hatte. Das jedoch treibt mich wieder in den Zorn: Warum liest diese Bücher (über die (unangenehmen) Wahrheiten) eigentlich keiner! Warum passiert da eigentlich nichts, warum geht alles immer fröhlich weiter in den Untergang?

    ###########

    Stimmt, das wär's eigentlich gewesen (in Ulm), da hätte ich hören können, wie gut Carolin von Glasperlenspiel singen kann. Aber ich war so angetreten von der fürchterlichen Akustik, weil ich neben dem Gesang eigentlich nur das Dröhnen der Bässe gehört hatte und sonst nichts, sowie ich trotzdem hin und weg war, die beiden lebendig auf der Bühne zu sehen, dass ich darauf gar nicht geachtet habe.

    Aber, genau, kennst Du Dich da vielleicht aus, liegt das am Standort im Publikum, in einem bestimmten Bereich vor oder zwischen den Lautsprechern, wo durch Amplitudenaddition einen die Bässe erschlagen? Kann man diesen Bereich auch geometrisch beschreiben?

    Und Deine Bemerkung von wegen persönlicher Kontakt, sehe ich das aufgrund des Smileys richtig: Späßle gmacht! Ich kann doch wohl getrost davon ausgehen, dass selbst die beiden von Glasperlenspiel, auch wenn sie noch lange nicht so berühmt sind wie Pink oder Robbie Williams, trotzdem schon von der Außenwelt hermetisch abgeriegelt und somit unerreichbar sind, oder kennst du da Möglichkeiten...?


    Viele Grüße

    Traumwaldschrat

    (#11)

  20. Nach oben   #20
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    Zitat Zitat von Traumwaldschrat Beitrag anzeigen
    Ach so, jezat, solche Leut' wie Dieter Bohlen meinst Du, die gar nicht wissen, oben zu sein. Stimmt, die hatte ich übersehen. Obwohl...? -Wissen die wirklich nicht, dass sie "oben" sind? Wenn sie sich, -war doch erst vor nicht allzu langer Zeit-, die Rechtslage so zurechtkaufen können, dass sie relativ unbeschadet aus einem Strafprozeß herausgehen, dann ist man doch "oben" angekommen, oder?
    Wenn's Leute gibt, die in dieser Richtung mitziehen ... dafür gibt es aber eben auch keine Garantie, selbst wenn bei einem noch so dicke Geldscheine rumliegen.

    Wenn man auf geltendes Recht keine Rücksicht mehr nehmen braucht, weil man genügend Mittel hat, das Recht zu umgehen, dann kann man sich doch ganz entspannt in dem Bewußtsein zurücklehnen, nicht mehr "unten" leben zu müssen!
    Ich glaube, die Entspannung dürfte von kurzer Dauer sein. Wenn man die Straßen des Ghettos hinter sich gelassen hat, heißt das noch lange nicht, dass damit auch die Zeit der Straßenkämpfe für einen vorbei ist. Das heißt in den höheren Etagen wahrscheinlich anders und wird mit anderen Waffen bestritten, aber das Prinzip ist nach wie vor dasselbe.

    Aber gut, was macht man daraus! Da könnte ich dir zustimmen! Dieter Bohlen sonnt sich wohl hauptsächlich in seinem Ansehen und genießt die, relativ geringe, Macht, wie Cäsar mit dem Daumen über Teenies, zukünftige Möchtegernstars und Einschaltquoten herrschen zu können. Er weiß vielleicht wirklich nicht, welche Möglichkeiten ihm offenstünden.
    Ich denke, er weiß schon, was er noch alles erreichen könnte, aber im Augenblick dürfte er sich mit der Position, die er sich erwerkelt hat, sicher zufrieden sein.

    Ich weiß nicht, was Du darüber weißt, aber wenn Du glaubst, dass "die da (ganz) oben" völlig unschuldig sind und gewiß nichts dafür können, weil Krisen nunmal unberechenbar und nur schwer vorherzusehen sind, dann muß F. William Engdahl Dich leider enttäuschen, denn die Ölkrise mitsamt ihrem Vorspiel und all ihren verheerenden Auswirkungen war laut ihm eine von den angeblich so untätigen Bilderbergern geplante und Schritt für Schritt in die Tat umgesetzte Aktion.

    Sie haben mit gezielten diplomatischen Fehlinformationen den Jom-Kippur-Krieg provoziert, weil dadurch, genau ihrem Plan folgend, die arabischen OPEC-Länder ein Ölembargo verhängten, wodurch der Ölpreis, wie geplant, um 400 Prozent stieg.

    Eine Folge war, dass durch den erhöhten Ölpreis die Ölfelder in Alaska und der Nordsee endlich Gewinn abwarfen. Eine weitere (aber noch zusätzlich abgespochene) Folge war, dass der Dollar dadurch gestützt wurde und nicht abgewertet werden mußte. Das wiederum hatte zur Folge, dass die amerikanische Wirtschaft schweren Schaden nahm, nicht jedoch die Finanzbranche, die dadurch ihre Vormachtstellung gegenüber der Industrie festigen konnte.
    Wenn man sich die Bilderberger als großen Bastelbogen vorstellt mit Vertretern aus Politik, Finanzsektor, Industrie und Handel, Dienstleistungen, etc. und das alles noch über mehrere Nationen verteilt - wer stimmt einem Plan zu, bei dem es außer dem Finanzsektor, vorrangig dem der USA, ausschließlich Verlierer gibt, und selbst dieser Finanzsektor später ordentlich ins Schlingern geraten sollte, weil es nicht ausreicht, im Finanzsektor tätig zu sein, wenn die Inflation den Wert der Kohle, auf der man hockt, in den Keller treibt, und die potentiellen Firmen- und Privatkunden im In- und Ausland massenweise in die Insolvenz gescheucht werden? Die Ölkrise hat nicht nur die Industrie der Amilanden angeknabbert, sondern den weltweiten Handel, mit anderen Worten: auch die Hände, die die USA mit Gütern und Dienstleistungen gefüttert haben.
    Nur zur Erinnerung: bereits vor 1973 saß der Finanzsektor in den USA doch schon fest im Sattel, immerhin wurden mit seiner Hilfe so lustige Sachen wie der Vietnam-Krieg finanziert, Richard Nixon durchlebte gerade die Zeit des Watergate-Skandals und hatte im Vorfeld bereits gründliche Arbeit geleistet, um Gelder auszugeben zwecks Wappnung gegen einen möglichen heißen Schlag im Kalten Krieg bzw. Abschottung seiner Person aus Gründen der Spionageabwehr, das Raumfahrtprogramm lief auf vollen Touren, und dann war da auch noch dieser chilenische Freudenspender Salvador A., der sich erdreistet hat, USA-Eigentum in Chile im schönsten sozialistischen Sinn seinem Volk zuzuführen, und Fidel Castro mußte ja auch noch irgendwie weiterhin die Zähne gezeigt bekommen ... Ab Vietnam begann die Kurve der US-Staatsverschuldung immer drastischer anzusteigen, und daran hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert. Es war abzusehen, dass sich unter Nixon daran auch nichts ändern würde, denn der hatte ein paar andere Schwerpunkte in seiner Politik, die Verschuldung hatte er gar nicht so sehr auf seiner Liste. Das Eindämmen der Inflation wahrscheinlich (was ihm auch zeitweise gelang), aber dieser Punkt wurde unter anderem wegen der Ölkrise gründlich untergraben.
    In anderen Staaten sah es noch ein wenig düsterer aus. Die Bundesrepublik hatte überhaupt keine Erfahrung mit weltweiten Krisen, immerhin mußte sie sich dank Wirtschaftswunder nie wirklich mit diesem Punkt auseinandersetzen. Als sie kam, wurden von der Regierung Maßnahmen ergriffen, die teils am Problem vorbei gingen (Sonntagsfahrverbot) und teils nicht die gewünschte Wirkung hatten (Wirtschaftsförderung); rückblickend würde ich behaupten: wir können verdammt froh darüber sein, dass die Wirkungen dieser Maßnahmen minimal blieben, das hätte auch sehr schnell ein Beschleunigungsmotor für die Wirtschaft in Richtung Abgrund werden können.
    Nüchtern betrachtet dürfte die Ölkrise bei vielen Leuten eher an den Beinen der Stühle gesägt haben, auf denen sie saßen. Mag natürlich sein, dass das im Sinne einiger Leute war, aber bestimmt nicht im Sinne der Bilderberger, denn wenn wir voraussetzen, dass sich dort die wirklich Mächtigen treffen, über denen niemand mehr hockt, dann waren das zwangsläufig ihre eigenen Stuhlbeine.

    Eine Folge der Verteuerung des Öls war außerdem, dass die europäischen Industriestaaten von einer Wirtschaftskrise heimgesucht wurden und, vor allem, dass sämtliche damaligen Entwicklungsländer unwiderruflich ihre Zukunft verloren und ins Elend stürzten, weil deren Ölrechnungen jedliches Geld, das für Investitionen nötig gewesen wäre, auffraß und sie fortan auf einem stetig größer werdenden Schuldenberg saßen.
    Möglich, aber im Gegenzug ging's für die Industriestaaten auch nicht so richtig vorwärts.

    Doch jede einzelne dieser Folgen waren nicht etwa dumm gelaufen, sondern erklärtes Ziel der Bilderberger, gerade letzteres, das Elend in den Entwicklungsländern, weil einige unter ihnen der Auffassung waren, dass die "Reduktion der Überbevölkerung" (durch Hunger in Folge der Ölkrise) ein wichtiges Ziel der amerikanischen Sicherheitspolitik sein müsse. (Diese Idee veranlaßte auf der anderen Seite Stiftungen, die prinzipiell den bilderbergerschen Gedanken angetan sind, in Mittelamerika, eine Impfkampagne zu starten, in der der Tetanusimpfstoff, ohne dass es öffentlich bekannt gemacht wurde, mit einem Genozid präpariert wurde, der die damit geimpfen Frauen sterilisierte [siehe das Buch über die Gentechnik]). Auf jeden Fall aber hatten sie auf Kosten der Menschheit "schamlos abgezockt"!
    Ich halte diese Methode für reichlich kurzsichtig. Ähm ... so ähnlich wie bei diesem Scheißfilm "Blade" mit Wesley Snipes als Halbvampir gegen Vampire und so. Der Oberschurke hat in diesem Film einen Spruch losgelassen wie "Ich werde die Menschen ausrotten und ein Imperium der Vampire erschaffen!" Tolle Sache, Bubi, und von was ernährst du dich und deine Brut dann, wenn du den letzten Blutproduzenten ausgewrungen hast?
    Übertragen auf unser Problem: wenn man den Menschenschlag ausrottet, den man bislang ausgebeutet hat, dann hat man niemanden mehr zum Ausbeuten.

    Parallel zur Ölkrise entwarfen die Bilderberger aber noch die Anti-Atomkraft-Bewegung. Oh ja, von wegen, nicht weitsichtige, intelligente, umweltbewußte Menschen haben diese Bewegeung ins Leben gerufen, sondern Ölmultis, und zwar zu dem Zweck, trotz Ölkrise die weltweite Abhängigkeit von Öl zu erhalten (Die Atomkraft sollte ja das Öl ablösen) und zusätzlich, um durch kostspielige Verzögerungstaktiken, durch die Protestbewegungen provoziert, sowie der dadurch insgesamt ins Leere laufenden Investitionen Deuschland finanziell zu schaden (das Geld aus der Taschen zu ziehen[!])
    Die große Lücke in dieser Theorie ist meiner Ansicht nach, dass "Öl" nicht die korrekte Antwort ist auf die Frage nach einer Alternative zur Atomkraft. Historisch betrachtet war in Deutschland die Atomkraft eine Alternative zur bis dahin üblichen Gewinnung von Strom - und die lief über Kohlekraftwerke. In Amiland war man da schon ein bißchen variabler aufgrund weniger Zerstörung durch Kriege zum fraglichen Zeitpunkt und natürlich anderer geographischer Gegebenheiten (Stichwort: Hoover-Damm).
    Rechnet es sich wirklich, den kompletten Markt für Öl als Rohstoff (Plastik, Medikamente, Farben etc.) sowie den vollständigen Markt für Öl als Treibstoff hochgehen zu lassen, also mal zusammen geschätzt vier Fünftel des kompletten aktuellen Marktes inkl. sämtlicher dahinter wedelnden Rattenschwänze, um das letzte Fünftel, nämlich das für Öl als Heizstoff, wieder ein wenig im wahrsten Sinne des Wortes "anzuheizen", und das, obwohl die Alternative nicht aus Öl bestehen muß, also eventuell an meinem Geldbeutel vorbei marschiert?

    F. William Engdahl schreibt in seinem Buch (...Ölwaffe...) im Zusammenhang mit der Ölkrise über die Bilderberger: "Niemals in der bisherigen Geschichte hatte ein so kleiner Kreis von Männern einen so tiefen Einschnitt in die Geschicke der Weltwirtschaft und der davon betroffenen Menschheit gewagt." Ich meine, er hat recht in seiner Ansicht über die nach der Weltherrschaft strebenden Bilderberger. Doch Du darfst gerne mich eines besseren belehren, wenn Du etwas Stichhaltiges weißt, aber vorläufig bleibe ich dabei, es nicht für ernsthaft zu nehmen, dass "die da oben" größtenteil unschuldig und unbedeutend sind, sich doch sowieso nur lustig gegenseitig absägen und außerdem gar nicht wissen, dass sie "oben" sind.
    Ist völlig in Ordnung. Ich mach' mir nur meine Gedanken ;-)

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    Daß Du Deine liebe Not hast, vier Abteilungsleiter auf eine Linie zu bringen, ist für mich keine Bestätigung Deiner Ansichten über die nicht vorhandene Konsensfähigkeit einer größeren Menschenmenge, sondern ich würde es eher so sehen, dass in gewisser Weise trotz ihrer beruflichen Profession (sie haben diesen Beruf gewählt, weil der ihnen am meisten Freude bringt) die Motivation fehlt: Für diese Fünf ist es vermutlich doch größtenteils "nur ein (verdammter) Job", den sie haben, um ihre Familien ernähren zu können und ihnen ein angenehmes Leben zu bieten. Sie haben bestimmt nicht diese Besessenheit, die ich den Bilderbergern zuschreiben würde, weil ihre Arbeit als Abteilungsleiter eben nicht ein höhergestecktes Lebenswerk ist, bei dem sie sich irgendwann in dem Bewußtsein sonnen können, in einer gewissen Art in die Annalen der Menschheitsgeschichte eingegangen zu sein, weil sie als einzelne Person so massiv in das Weltgefüge eingegriffen haben. Doch mit so einem Anreiz, da könnte ich es mir sehr gut vorstellen, dass selbst 130 Personen wie zauberhaft ohne Unstimmigkeiten am gleichen Strang ziehen.
    Ob sie besessen sind, weiß ich nicht. Ich meine, in den meisten "meiner" vier Fälle hat das eher etwas damit zu tun, dass sie erstens alte Kompetenzen abgeben müßten, was ihnen nicht gefällt, da sie darunter eine "Entmachtung" verstehen, und zweitens - gewissermaßen als "neue Kompetenz" - ein wenig mehr Transparenz garantieren müßten, was bestimmte Vorgehensweisen angeht, was von ihnen als "drohende Bevormundung" verstanden wird. Also mal runtergebrochen auf einen kurzen Teilsatz: sie befürchten eine Einmischung in ihre Angelegenheiten. Und wahrscheinlich dann noch von so einem wie mir, der nach ihrer Vorstellung keine Ahnung hat von der Historie, den besonderen Gegebenheiten und Absprachen, den langjährigen Geschäftspartnern und so weiter und so fort. Mal ein wenig weiter aufgefächert hat jeder von ihnen ein anderes persönliches oder berufliches Ziel und jeder von ihnen bedient sich momentan anderer Wege, dieses zu erreichen. Ihnen fällt nicht ein, sich in manchen bewährten Punkten auf andere Leute zu verlassen oder sich durch die Abgabe von Kompetenzen die Butter vom Brot nehmen zu lassen.
    Übertragen auf den großen Haufen von Bilderberger: wir brauchen nur ein paar wenige Leute, deren Geld- oder Machtquelle mittel- oder unmittelbar auf Öl, dessen Gewinnung, Veredlung oder Verbrauch, beruht und wir haben genau die Leute, die als erstes für Stunk sorgen, sobald ein entsprechender Vorschlag laut wird. Bei der Abhängigkeit der damaligen (und eigentlich auch heutigen) Welt von Öl und dessen Einsatzmöglichkeiten glaube ich nicht, dass bei einem solchen Treffen kein einziger Bilderberger war, der mal ein bißchen lauter gezweifelt hätte.

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    Ich glaube, ich würde Dir dringend empfehlen, "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht" und "Saatgut der Zerstörung" von F. William Engdahl zu lesen. Der Klappentext des ersteren beschreibt das Buch als faszinierend und schockierend zugleich. Dem kann ich nur zustimmen: es ist faszinierend, einen vermutlich realitätsgetreuen, gänzlich neuen, schonungslosen Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik werfen zu können, aber es ist schockierend, verstörend, sich bewußt zu werden, wie hilflos man diesem ausgeliefert ist.
    Vielleicht, wenn ich mal wieder ein bißchen mehr Zeit zum Lesen habe ... um Weihnachten rum eventuell. Ich kann's mir ja schon mal zulegen.

    ###########

    Deine Beschreibungen aber über die Einsparungen beim Kopierpapier finde ich enorm (trotzdem könnte ich auch DAhinter ein vielleicht, unter Umständen, möglicherweise System wittern [gedankliche Spielerei, die den Blick weitet]). Mich erinnert das sogar an irgendetwas, was ich gelesen hatte. Das jedoch treibt mich wieder in den Zorn: Warum liest diese Bücher (über die (unangenehmen) Wahrheiten) eigentlich keiner! Warum passiert da eigentlich nichts, warum geht alles immer fröhlich weiter in den Untergang?
    Weil man immer nur liest oder aus dem Geschriebenen deutet, wie macht- und hilflos man doch eigentlich ist gegen die Mühlen der Macht und so ...
    Wie Ludwig Hirsch dereinst forderte:
    "Und trotzdem, ich fordere Sie auf gnädige Frau,
    und auch Sie, mein Herr:
    ein bisserl den Hintern bewegen!
    Ja, ich weiß, er wiegt zwar zeimlich schwer,
    aber wollen wir nicht auch einmal ein bissl was riskier'n?
    Weil alles geht. Es müssen nur mehr probier'n!"

    ###########

    Stimmt, das wär's eigentlich gewesen (in Ulm), da hätte ich hören können, wie gut Carolin von Glasperlenspiel singen kann. Aber ich war so angetreten von der fürchterlichen Akustik, weil ich neben dem Gesang eigentlich nur das Dröhnen der Bässe gehört hatte und sonst nichts, sowie ich trotzdem hin und weg war, die beiden lebendig auf der Bühne zu sehen, dass ich darauf gar nicht geachtet habe.

    Aber, genau, kennst Du Dich da vielleicht aus, liegt das am Standort im Publikum, in einem bestimmten Bereich vor oder zwischen den Lautsprechern, wo durch Amplitudenaddition einen die Bässe erschlagen? Kann man diesen Bereich auch geometrisch beschreiben?
    Man geht exakt an den Punkt mittig vor der Bühne, an der der Tontechniker seinen Stand hat (zentral, weiter vorne oder weiter hinten), und dann steckt man dem einen Zettel zu, dass er sich gefälligst ein paar neue Ohren besorgen möchte, wenn er nicht will, dass er sich nach dem nächsten Konzert ein paar neue Zähne oder einen neuen Job besorgen muß.
    Ist leider mittlerweile so, dass man manchmal glaubt, die Tontechniker hätten den Platz am Mischpult im Lotto gewonnen oder würden den ganzen Mist auspegeln nach dem Motto "Hauptsache laut".
    Gut, es gibt Veranstaltungsorte, gerade im Bereich Mehrzweckhallen, die sind von der Akustik her grundsätzlich eine mittelschwere Katastrophe, sei es aus architektonischen Gründen oder weil an der eingebauten Anlage gespart wurde (bzw. diese schon das eine oder andere abgekriegt hat); wenn dann noch Leute an den Reglern sitzen, die keine Ahnung oder Erfahrung haben, kann dabei auch nix Gescheites rauskommen.
    Häufig ist aber gerade das eine Frage der Absicht des Künstlers. Wenn der natürlich an diesem Tag nicht bei Stimme ist oder grundsätzlich keinen Ton trifft, soll halt der Tontechniker sein Bestes tun, um das zu verschleiern. Wenn er, der Künstler, dagegen seine Kunst vermitteln möchte, wird er darauf achten, dass die Balance auch für das Publikum stimmt.
    Wenn der Sound in der Halle beschissen ist, muß das noch lange nicht heißen, dass der Künstler das auch mitbekommt. Erstens ist er mit seiner Konzentration gerade ganz woanders, zweitens bekommt er mittels Kopfhörer oder Monitor seinen eigenen Mix auf die Ohren, und der stimmt in der Regel nicht mit dem überein, den die Masse abkriegt. Wenn der Klang also unter aller Sau war, wär's für ihn vielleicht ganz hilfreich, die Kritik mitgeteilt zu bekommen, auf dass er bei der nächsten Tour darauf achte, Beethoven bei der Wahl des Tontechnikers außen vor zu lassen. Entweder also eine Meckermail an das Management des Künstlers oder an den Verantwortlichen, das wäre also der Veranstalter des Konzerts.

    Und Deine Bemerkung von wegen persönlicher Kontakt, sehe ich das aufgrund des Smileys richtig: Späßle gmacht! Ich kann doch wohl getrost davon ausgehen, dass selbst die beiden von Glasperlenspiel, auch wenn sie noch lange nicht so berühmt sind wie Pink oder Robbie Williams, trotzdem schon von der Außenwelt hermetisch abgeriegelt und somit unerreichbar sind, oder kennst du da Möglichkeiten...?
    Ich weiß nicht, inwieweit sie abgeschirmt werden, aber manchmal überrascht es einen schon, wie zutraulich manche Künstler doch sein können. Erfahrungsgemäß ist es natürlich so, dass die Bande zu den "Fans" etwas inniger ausfallen, wenn diese schon zu einem gehalten haben, als man noch in der Straße "Blowin' In The Wind" in Grund und Boden schrammelte. Aber auch dann, wenn sie schon größere Namen haben, kann sich durchaus der eine oder andere nette Kontakt ergeben. Ein Patentrezept für eine passende Vorgehensweise habe ich aber leider nicht. Außer vielleicht: nichts forcieren.

    Gruß
    Skywise

  21. Nach oben   #21

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    Weil man immer nur liest oder gleich daraus schließt, wie macht- und hilflos man gegen die Mühlen der Macht ist.

    Deswegen meinst Du, passiert nichts in Richtung Besserung?

    Hach, das wurmt mich wieder!
    Ich habe immer wieder die Idee, dass sich deswegen nichts ändert, ganz einfach, weil jeder glaubt, dass man nichts ändern kann, also tut auch keiner was, also ändert sich auch nichts.

    Vielleicht bin ich zu naiv, aber ich meine, abgesehen von den tatsächlichen Möglichkeiten könnte man eine ganze Menge bewegen, oder zumindest diejenigen davon abhalten, die es nur aus egoistischem Eignnutz tun und damit ganzen Volksgruppen schaden.
    Dazu, meine ich, müßte man aber auch die Zusammenhänge verstehen und zwar bedingungslos alle, auch die, die für den ersten Moment nach blödsinniger oder unlogischer Verschwörungstheorie aussehen.

    Das wiederum wurmt mich nicht nur, sondern treibt mich zur Verzweiflung, wo ich mich wieder resigniert als Waldschrat in Traumwäldern wandeln sehe, weil so viele Leute einfach partout nicht verstehen wollen, welche schwindelerregenden oder gar abstoßenden Wahrheiten es anzunehmen gelte, wenn man ernsthaft etwas Bewegen will.

    Enttäuschenderweise scheinst Du auch dazuzugehören.
    Ich will ja gar nicht sagen, dass das alles schlecht ist, was Du geantwortet hast, es sind ein paar gute Aspekte dabei, doch es scheint mir dennoch ein bischen so, als sähest Du absichtlich um mögliche Wahrheiten herum: Sich die eigenen Stuhlbeine absägen, den Menschenschlag ausrotten, den man ausbeuten will, den ganzen Ölmarkt hochgehen lassen, wodurch man auf seinen eigenen Sachen sitzenbleibt, stimmt, das erscheint unsinnig, aber ich vermute halt, diese Leute sind absolut nicht blöde und wissen ganz genau, was sie machen: Es erscheint nur so unsinnig! Weil sie genau wissen, wie man mit scheinbar abgesägten eigenen Stuhlbeinen und dergleichen mehr einen Profit und eine Machtfülle anhäufen kann, dass Dir und auch mir die Spucke wegbleiben würde!

    Es geht nicht direkt um das, was sie im Einzelnen anstellen, sondern um das dahinterstehende Prinzip, das vieles oder sogar alles erklärt, wie bei Dir mit Albrecht Müller. Für mich sieht es so aus, als störtest Du Dich hauptsächlich an ganz konkreten argumentativen Schwachpunkten, doch darum geht es doch vielleicht gar nicht, das sind nur Beispiele, die in der Summe das Grundprinzip verdeutlichen, wie man mit manipulativem Vorgehen eine Realität erzeugen kann, die eben nicht die Lebensbedingungen der Bundesbürger verbessert, sondern nur die Profitgier bedient und die man vielleicht nur treffend mit "systematischer Verblödung" bezeichnen kann. Genauso die Bilderberger mit ihren Aktionen, die du nur belächeln kannst. Darum geht es nicht, es geht um das Prinzip dahinter. Es tut mir schrecklich leid, ich kann Dir nicht erläutern, wie man mit abgesägten eigenen Stuhlbeinen, auf denen man selber sitzt, eine Weltherrschaft erreichen kann, aber ich habe durch das Verständnis des Grundprinzips ein Gespür entwickelt, aus dem heraus ich eine Antwort erahnen kann, weil es sich ganz einfacher, nachvollziehbarer Mechanismen bedient.

    Nur will das trotzdem keiner wahrhaben!
    Scheinbar auch Du!
    Deswegen mach ich mir doch keine Hoffnung, dass F. William Engdahl Dir die Zusammenhänge der Welt aufzeigen kann, weil Du gewiß Kleinigkeiten findest, weswegen Du ihn nicht glaubhaft finden kannst.


    Ich will ja nicht behaupten, recht zu haben, aber ich würde so gerne auf ein paar Dinge aufmerksam machen, die man sich vielleicht doch einmal näher anschauen sollte.

    Ich glaube, da muß ich dann kapitulieren, weil es mir einfach nicht gelingt, diese möglichen Wahrheiten, die ich (mit Sorge) sehe, zu vermitteln.

    #######

    Du machst mich ja nicht gerade sehr zuversichlich, was einen eventuellen weiteren Konzertbesuch angeht.
    Ich hätte vielleicht gehofft, der Publikumshalbkreis zwischen den Lautsprechern und möglicherweise noch die Raumdiagonalen, wo's besonders schlimm ist, oder die ganz einfache Rechnung: je kleiner die Leut' auf der Bühne, desto besser die Akustik; also wenn man die Künstler direkt vor der Nase haben will, muß man auch dafür "bezahlen", oder so...

    Vielleicht sollte ich mich einfach darauf versteifen, dass ich die Studioalbenmusik sowieso tausendmal besser finde als jede Bühnenvorführung...


    Viele Grüße

    Traumwaldschrat

    (#13)


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  22. Nach oben   #22
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    Ich glaube, dass früher Musiker zuerst erfolgreich werden mussten, bis sie von Plattenfirmen entdeckt wurden und diese Ihre Musik rausbrachten. Die Musik kam von den Musikern. Dann sahen die Manager der Musikindustrie, wieviel Geld man damit verdienen kann, drängten die Musiker zur seite nach dem Motto: Weg da, ich kann das besser. Als gute Geschäftsleute aber ohne Gefühl für Musik, studierten sie : Was zieht wen an. Das resultat war, dass vielleicht 80% der Leute bloss tanzen wollen und dass CD käufer mehr auf die CD cover schauen als bei der Musik zuhören. So produzierte man ein paar Nischen. Eine mit gutaussehenden jungs die zu tanzbaren songs hampeln , eine Nische für die die immer das härteste vom harten mögen, eine für jene denen die Texte am wichtigsten sind usw. Man sucht nicht mehr gute Musiker mit guten songs, sondern produziert produkte mit berechnung und rekrutiert dafür die optisch passenden Leute. Wer gute Musik macht hats hingegen schwer einen Plattenvertrag zu bekommen.
    Kurz gesagt, gute Musik muss von Musikern kommen, das war früher mal so. Heute reden die Manager in die Musik rein, statt bloss ihren Job zu machen und das ist der untergang der Qualität.
    Zu viel berechnung des Publikumgeschmacks ist nicht nur langweilig, sondern auch eine Beleidigung und unterschätzung der Musikhörer

  23. Nach oben   #23

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    He, super, Bruno61,

    Deine Gedanken sind spitze!
    Natürlich, nicht in der Konsequenz für die Musik, aber in ihrem verständigen Durchblick!
    Ja, da könnte war dran sein, sogar sehr viel dran sein, weshalb Musik heutzutage tatsächlich schlechter geworden ist als früher.
    Was mich an Deinen Gedanken jedoch noch mehr begeistert, ist ihre aktuell gültige, allgemeine Gesellschaftskritik! Für mich eigentlich ärgerlich, denn ich hätte auch selbst drauf kommen können, schließlich hatte ich solche Gedanken zu irgendeinem Thema schon selbst, nur nicht so greifbar deutlich, doch mein satirisch bissiger Lieblingsgeschichtsschreiber Joachim Fernau hätte mich darauf bringen können mit fast den gleichen Worten wie Deinen, als er beschrieb, wie im 13ten Jahrhundert zum ersten Mal das Geld bzw. das Bankenwesen erste zarte Versuche unternahm, die Weltherrschaft zu übernehmen: Laßt uns mal ran [anstelle der Fürsten und Könige], die Welt kann man auch ebenso gut vom Kontor aus lenken.

    Und heute befindet sich dies, das ist eben die Gesellschaftskritik, in abartiger Vollendung pestartiger Auswüchsigkeit, wenn zum einen wirklich noch der letzte Mist zu Geld gemacht wird und zum anderen es hemmunglos zerstörerische Züge annimmt, vielleicht unpassend mit "Kaputtmodernisieren" umschrieben, wenn hohe Qualitätsstandards und bewährte Strukturen schamlos zerstört werden, weil irgendjemand doch noch auf die Idee gekommen ist, auch noch damit sich ein goldenes Näschen zu verdienen. So, wie es mit der Popmusik geschehen zu sein scheint. Und mit der Bundesbahn und mit der Rente und mit der Bundespost und mit dem Arbeitsamt und mit dem Aufbau Ost und mit der Stromversorgung und mit dem Sozialwohnungsbau und mit der Europäischen Idee...

    Wobei da dann noch eine gewisse Brachialpenetranz hinzukommt, die eventuell wesentlich mitverantwortlich ist für das hohe Zerstörungspotenzial dieses aktuellen, anhaltenden Weltenwandels, wenn nämlich gleichsam eine Gewinnkalkulation automatisch schon fast einer Kriegserklärung gleichkommt, weil sie nicht von rücksichtsvollem Ehrgeiz geleitet ist, sondern ohne Rücksicht auf die eigentliche Materie wie ein unveräußerliches Grundrecht notfalls mit Gewalt eingefordert wird, getrieben von diesem ungeheuerlichen Anspruch, dass ein errechneter Gewinn nicht eventuell und wenn alles gut läuft zu erwirtschaften ist, sondern regelrecht nach Plan sich einzustellen hat.

    Wirklich keine schöne Welt mehr...


    Grüße

    Traumwaldschrat

    (#21)



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  24. Nach oben   #24

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    Es läßt mir keine Ruhe!


    Nicht wahr haben wollen, dass "die da oben" wissen, dass sie "da oben" sind und dies zusätzlich unter Mißachtung allem, was gut und recht ist, schamlos und ohne Rücksicht auf Verluste für sich selbst ausnutzen, -anstatt dessen daran festhalten, dass auch die weiter oben nicht irgendwo oben sind, sondern genauso fehlerhaft und kleinkariert sind wie alle anderen Menschen auch, halte ich für Unvernunft. Natürlich, sich andererseits darin verrennen, man habe die Welt verstanden, aber man könne es nicht richtig erklären, das war, zugegeben... nein, nicht dumm, -ungeschickt! Oder besser: dumm gelaufen! Denn ein deutlicheren Querverweis, dass meine Beiträge hier keine paranoiden Spinnereien sind, sondern offenbar bitter ernstzunehmende Realität, kam erst viel später auf und von mir noch später erst als solcher beachtet:

    Man sehe sich die allerletzte Sendung "Neues aus der Anstalt" mit Urban Priol und Erwin Pelzig an, ganz speziell den Soloauftritt Georg Schramms als seine Kunstfigur Dombrowski. Darin zitiert er einen amerikanischen Großkapitalisten, der in einem Interview gesagt haben soll, dass die derzeitige weltpolitische Lage nichts anderes ist als ein Krieg 'Reich gegen arm', und dass die Reichen wahrscheinlich gewinnen werden, weil sie im Besitz monetärer(!) Massenvernichtungswaffen(!) sind.

    Mit der Selbstsicherheit, dass man gegen ihn eh nichts ausrichten kann (weil er "oben" ist und vor allem "dort" unter Gleichgesinnten vernetzt), stellt er sich hin und läßt seiner globalen Menschenverachtung freien Lauf.

    Zwar liefert auch das keine direkte Erklärung, wie das im einzelnen genau funktionieren soll, aber im Grunde genommen nichts wesentlich anderes, als was ich hier zum Ausdruck bringen wollte. Und ich halte das für eine absolut ernstzunehmende, reale Gefahr. Willst Du, Skywise, etwa behaupten, Georg Schramm habe sich das alles nur ausgedacht, um einfach eine besonders reißerische, sensationsheischende Vorstellung auf die Bühne zu bringen? Ich denke nicht, das hat er gewiß nicht nötig, dafür hat er bestimmt schon viel zu viel von dieser Welt verstanden.
    -Nein, ich bin sehr überzeugt, das ist die bittere Wahrheit; -die keiner wahr haben will!


    Doch sogar ganz aktuell gibt es einen Hinweis, das ich mit meinem scheinbar verspinnerten Gestöpsel richtig liege, dass "die da oben" genau wissen, dass sie "oben" sind und ohne irgendwelche Rücksichten machen, was sie wollen, und damit den ganzen Planeten ins Verderben ziehen:

    Entweder in "Die Anstalt" oder in der "heute show" wurde erst kürzlich von einem Kabarettisten die Frage aufgeworfen, ob der Vertrauensbruch durch die Abhöraffäre kein Grund wäre, das nordatlantische Freihandelsabkommen erst einmal auf Eis zu legen. Als Antwort gab es die Einblendung einer entsprechenden Redneransprache der Bundeskanzlerin Merkel im Bundestag mit etwa folgender Aussage: "Dieser kleine Vorfall darf uns nicht daran hindern, das nordatlantische Freihandelsabkommen zügig voranzubringen"

    Also: Erstens war das keine vertrauensmindernde Abhöraffäre, sondern eine belanglose, bestenfalls medienwirksame Lapalie, und zweitens ist das oberste Ziel, von dem kein Millimeter abgewichen werden darf, die Erfüllung privatwirtschaftlicher Interessen gegen die Interessen der europäischen Bürger.


    Letzten Freitag gab es genau dazu in der "heute show" einen entlarvenden Beitrag, in dem ein Vertreter der Industrie offen zugestand, dass die genaueren Reglementarien dieses Freihandelsabkommens aus seiner Sicht eigentlich den Mitgliedern des europäischen Parlaments gar nicht zugänglich gemacht werden sollten.

    Also: Das Abkommen soll ohne jedliche politische, rechtlich legitimierte Grundlage einfach aus einer Konferenz unter Ausschluß der Öffentlichkeit heraus in die Welt gesetzt werden! Somit nichts anderes als ein Untergraben bzw. Abschaffen der Demokratie.
    Und man beachte: Das sagt der einfach so in die Kamera und ist sichtlich auch noch stolz drauf!


    Ich weiß nicht, ist das nicht deutlich genug:
    "Die da oben" wissen absolut ganz genau, dass sie "da oben" sind und machen genau deswegen Kraft ihrer finanziellen Möglichkeiten und ohne jedliche Rücksicht auf irgendwelche Bürger über alle Rechtsgrundlagen hinweg einfach, was sie wollen!
    Sie wollen ein Freihandelsabkommen, mit dem sie eine noch höhere Profitausschöpfung haben, indem sie unsere europäischen, sehr hohen Standards aushöhlen und letztlich wahrscheinlich auch mehr und mehr unser aller Leben durchkapitalisieren, auf das auch endlich in Europa nichts anderes mehr zählt als der Gewinn, und mit dem wir uns wahrscheinlich, ohne dass es jemand begreifen würde, unwiderruflich und nicht mehr rückgängig zu machen über die Hintertür die Gentechnik auf den Kontinent holen, deren Hauptgefahr aus meiner Sicht nicht in den gesundheitlichen oder biologischen Risiken liegt, sondern wesentlich schwerwiegender in rechtlichen: So wie ich es verstanden habe, bietet die Gentechnik die Möglichkeit, Ansprüche geltend zu machen, die so eigentlich nicht gegeben sind, nur kann man sich dann dagegen nicht mehr wehren, eben wegen rechtlicher Probleme. -Und eventuell ist ja der wirkliche Grund für dieses Freihandelsabkommen der, den Europäern endlich ihre Landwirtschaft wegzunehmen:
    Sie sollen nicht selbst ihr Getreide aus ihren eigenen Saatgutbeständen anbauen und schon gar nicht bio und nachhaltig, sondern auch Europa soll bitteschön endlich gefälligst das notwedige Saatgut bei Monsanto oder Pioneer kaufen. Ganz einfach, weil sie sich dieses Geschäft nicht entgehen lassen wollen. Und außerdem sollen die Europäer sich nicht selbst um ihre Grundnahrungsmittelversorgung kümmern, sondern Monsanto und Pioneer wünschen, darüber kontrollieren zu können; weil das lukrativer ist. -Möglicherweise spekulieren einige sogar darauf: Fällt Europa, fällt der Rest der Welt. Ist die Gentechnik erst einmal in Europa, ist die letzte Bastion gefallen und weltweit nicht mehr aufzuhalten. Und weil Europa eben so "stur" ist und sich gegen Gentechnik sträubt, muß Europa eben über ein Freihandelsabkommen zu seinem "Glück" gezwungen werden. (Das, genau das ist es, was ich meinte, wie man mit kleinen, unbeachteten Tricks (Abkommen) viel Macht auf sich leiten kann {oder dem Gegner seinen eigene Entscheidung aushebeln kann}) -Ist das vielleicht dieser Krieg 'Reich gegen arm'? Und die Gentechnik die monetäre Massenvernichtungswaffe?
    -Und sie bekommen dieses Freihandelsabkommen, weil sie es sich einfach selbst einrichten, ohne jemanden nach der politischen Legitimität zu fragen.
    --Ganz sicher "die da oben", und sie machen, was sie wollen, weil sie ganz einfach unbeachtet bleiben, da sie keiner wahr haben will!
    (Eigentlich ganz schön pfiffig!)


    Traumwaldschrat

    (#32)


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  25. Nach oben   #25
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    Zitat Zitat von Traumwaldschrat Beitrag anzeigen
    Zwar liefert auch das keine direkte Erklärung, wie das im einzelnen genau funktionieren soll, aber im Grunde genommen nichts wesentlich anderes, als was ich hier zum Ausdruck bringen wollte. Und ich halte das für eine absolut ernstzunehmende, reale Gefahr. Willst Du, Skywise, etwa behaupten, Georg Schramm habe sich das alles nur ausgedacht, um einfach eine besonders reißerische, sensationsheischende Vorstellung auf die Bühne zu bringen? Ich denke nicht, das hat er gewiß nicht nötig, dafür hat er bestimmt schon viel zu viel von dieser Welt verstanden.
    Das glaube ich auch nicht, aber ich glaube sehr wohl, dass auch ein Herr Schramm sich Gedanken machen muß, wie er seine Gedanken transportiert und mitunter zu Abstrahierungen und Pauschalaussagen gezwungen ist, denn das Darstellen sämtlicher Hintergründe und das Aufdröseln aller Netzwerke wäre zu zeitraubend und für viele Leute zu uninteressant. Zumal ich selbst bei jemandem wie Herrn Schramm davon ausgehe, dass er nicht bis ins Detail durchblickt. Unterstelle ich mir übrigens ebenso.
    Herr Schramm hat in der Vergangenheit häufiger Roß und Reiter namentlich benannt, wenn es unschöne Einzelleistungen oder Zusammenhänge gab, die man an bestimmten Personen festmachen konnte. Dasselbe gilt auch für andere politische Kabarettisten wie die Herren Butzko, Pispers, Pelzig, Priol, Jonas oder Richling, und das scheint Tradition zu haben, denn selbst Alterwürdige wie Neuss, Hildebrandt, Günter Neumann & Co. zogen sich auf Allgemeinplätze zurück und wurden nur wenig konkret in dieser Hinsicht. In dem Augenblick, da Pauschalschelten wie "die da oben" als Stilmittel herhalten müssen, obwohl alle genannten Leute in der Vergangenheit keine Skrupel hatten, auch mal Personen öffentlich an den Pranger zu stellen, muß man sich fragen, wie greifbar "die da oben" sind. Sind es Einzelpersonen, sind es die von ihnen bekleideten Positionen, sind es ihre Zuarbeiter, sind es die Medien, die berühmt-berüchtigten "kleinen Männer im Ohr", irgendwelche infiltrierten Gremien oder sind es unter Umständen sogar Netzwerke, die die Entscheidungen treffen oder voran treiben, und weiter natürlich auch: wie wurden diese Entscheidungen umgesetzt und wirken auf "uns", gibt es vielleicht beim Stille-Post-Spiel zwischen einem Ideengeber, demjenigen, der für die Umsetzung oder für eine anschließende Korrektur sorgt, und demjenigen, der diese Umsetzung letzten Endes in Taten umsetzt, irgendwelche Brüche?
    Im Prinzip sind "die da oben" in etwa so konkret wie "die Leute", die gerne über bestimmte Dinge reden und mit ihrer "öffentlichen Meinung" dem einen oder anderen schon mal ein Messer in den Rücken gesteckt haben.

    Also: Erstens war das keine vertrauensmindernde Abhöraffäre, sondern eine belanglose, bestenfalls medienwirksame Lapalie, und zweitens ist das oberste Ziel, von dem kein Millimeter abgewichen werden darf, die Erfüllung privatwirtschaftlicher Interessen gegen die Interessen der europäischen Bürger.
    Ich bin mir nicht sicher, ob es rein privatwirtschaftliche Interessen sind, die hier eine Rolle spielen. Ich würd' nicht ausschließen, dass Deutschland in der Vergangenheit durchaus auch von der Arbeit der NSA profitiert hat ... nehmen wir mal an, die NSA hätte in der Vergangenheit bereits einige Hinweise auf Aktivitäten in Deutschland gefunden und die entsprechenden Stellen darüber informiert - und die Hinweise hätten bereits Erfolge eingebracht ... könnte man die NSA dann tatsächlich öffentlich so abwatschen, wie man es in den Medien fordert? Wenn ich ehrlich bin, würde es mich darüber hinaus wundern, wenn Deutschland nicht umgekehrt auf amiländischem Boden ebenfalls sein Menschenmaterial plaziert hätte, das für Datenmaterial von lieben Kumpel aus den USA sorgt. Die gehen nur vielleicht etwas geschickter vor und lassen sich nicht erwischen, oder eventuell haben sie sich bereits erwischen lassen und die US-Regierung weiß von ihnen und könnte die deutschen Aktivitäten ihrerseits an die große Glocke hängen, was aber nun wirklich nicht in beiderseitigem Interesse wäre ... keine Ahnung. Politik ist ein schmutziges Geschäft, und die Angelegenheit sicher beängstigend, allerdings glaube ich, dass zu wenig Faktoren öffentlich bekannt sind, um eine objektive Einschätzung abgeben zu können.

    Letzten Freitag gab es genau dazu in der "heute show" einen entlarvenden Beitrag, in dem ein Vertreter der Industrie offen zugestand, dass die genaueren Reglementarien dieses Freihandelsabkommens aus seiner Sicht eigentlich den Mitgliedern des europäischen Parlaments gar nicht zugänglich gemacht werden sollten.

    Also: Das Abkommen soll ohne jedliche politische, rechtlich legitimierte Grundlage einfach aus einer Konferenz unter Ausschluß der Öffentlichkeit heraus in die Welt gesetzt werden! Somit nichts anderes als ein Untergraben bzw. Abschaffen der Demokratie.
    Und man beachte: Das sagt der einfach so in die Kamera und ist sichtlich auch noch stolz drauf!
    Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang dieses Zitat fiel. Und vor allem nicht, aus wessen Mund.
    Meinetwegen soll er stolz darauf sein; mir liegen nur wenige Informationen über den Inhalt des Freihandelsabkommens vor, aber diese zeigen mir mindestens genauso viel Licht wie Schatten, und darüber hinaus eine ziemlich große Wundertüte, bei der sich gerade einige Vertreter aus der deutschen Industrie besser mal etwas wärmer anziehen sollten, denn der Spaß könnte vor allem langfristig bitterbös' nach hinten losgehen. Gilt auch für die europäische Juristerei, denn die dürfte plötzlich einen völlig neuen Stellenwert erhalten, und das nicht nur in positiver Hinsicht.
    Demokratie aushebeln muß nicht nur positive Effekte haben ...

    Sie wollen ein Freihandelsabkommen, mit dem sie eine noch höhere Profitausschöpfung haben, indem sie unsere europäischen, sehr hohen Standards aushöhlen und letztlich wahrscheinlich auch mehr und mehr unser aller Leben durchkapitalisieren, auf das auch endlich in Europa nichts anderes mehr zählt als der Gewinn
    Wie man's nimmt. Umgekehrt ist es so, dass durch das Freihandelsabkommen in den USA verschiedenen Initiativen in die Hand gespielt wird, die ganz gerne auf dem amerikanischen Kontinent ähnliche Regeln sehen würden wie auf dem europäischen. Durch das Freihandelsabkommen werden gerade Monopolisten angreifbar, was mit Sicherheit auch der eine oder andere im Laufe der Zeit bemerken dürfte.

    Und eventuell ist ja der wirkliche Grund für dieses Freihandelsabkommen der, den Europäern endlich ihre Landwirtschaft wegzunehmen:
    "Wegnehmen" wird schwierig, immerhin bildet die Landwirtschaft in einigen EU-Ländern quasi das Rückgrat des jeweiligen Bruttosozialprodukts. Genau diese Länder dürften sehr schnell dafür sorgen, dass das Freihandelsabkommen nachgebessert wird, denn an den finanziellen EU-Tropf will ja eigentlich niemand. Ich denke momentan gerade an Spanien und Portugal, teilweise auch an die skandinavischen Länder, denen so etwas bestimmt nicht gefallen dürfte. Im Augenblick sehe ich für die Landwirtschaft aufgrund des Freihandelsabkommens eigentlich nur eine große "Gefahr": dass man sich vonseiten einiger Regierungen endlich mal Gedanken über die Subventionspolitik macht, die die Landwirtschaft überhaupt in einem Maße am Leben hält, das so gar nicht notwendig wäre. Hin zu mehr Qualität statt Quantität - vielleicht nicht unbedingt das Schlechteste, auch wenn's letzten Endes der Bürger wieder bezahlen darf, dieses Mal jedoch als Konsument und nicht als Steuerzahler ... also wie gesagt - nur meine Prognose.

    -Und sie bekommen dieses Freihandelsabkommen, weil sie es sich einfach selbst einrichten, ohne jemanden nach der politischen Legitimität zu fragen.
    Noch isses ja nicht soweit, und nicht nur hierzulande regt sich in den letzten Wochen immer mehr der Widerstand gegen das Freihandelsabkommen, was mir persönlich eigentlich auch ... na, zumindest mittelprächtig gefällt, wenn es mir auch deutlich lieber gewesen wäre, wenn sich nicht Widerstand regen würde, sondern vor allem diejenigen, die an den Verhandlungen beteiligt waren - ein bißchen Menschenverstand und Weitblick darf man durchaus auch mal seinen Bürgern zumuten. Daß die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen geführt wurden, kann ich ja nachvollziehen, mach' ich ja selbst aus vielerlei Gründen nicht anders, aber selbst nach einigen Berichten und Aktionen von Aktivistenseite kommt von jenen Stellen immer noch Schwammiges bis Allzu-Schwammiges, obwohl doch die Verhandlungen recht weit fortgeschritten scheinen.
    Denselben Scheiß hat man in der Vergangenheit auch mit ACTA gemacht und anscheinend nix daraus gelernt. Grundsätzlich fand ich ACTA eine äußerst interessante und vielversprechende Idee, wenn auch vor allem a) sprachlich verbesserungswürdig - da hätte man sicher einige Formulierungen finden können, die allen Gerichten Europas weniger Probleme bereitet hätten - und b) in einigen Fällen äußerst fragwürdig bezüglich der Absichten - es kam mir so vor, als hätten da ein paar Sesselfurzer ihre Vorstellung von der Realität eingebracht, ohne die Leute zu Rate zu ziehen, die mit der Wirklichkeit in all ihren Facetten tagtäglich konfrontiert werden. Nachdem damals plötzlich einige Leute, die von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten (und vom ACTA-Inhalt schon mal gar nicht), Sturm gelaufen sind, wurde dieser Entwurf sehr, sehr schnell zu den Akten gelegt, obwohl daran im Prinzip erst mal nichts grundlegend Verwerfliches war ... das Dingens war halt eben nur nicht spruchreif und in einigen Punkten verbesserungswürdig. Im Augenblick vermute ich, dass das Freihandelsabkommen denselben Weg gehen wird.
    Nebenbei: als wirklich schlimm in Sachen Freihandelsabkommen würde ich den Umgang der Medien mit diesem Thema bezeichnen. Da hab' ich in den letzten drei, vier Wochen Dinger gelesen, bei denen ich mich frage, ob die Verlage plötzlich keine Juristen mehr haben, die mal mit Verstand über ein paar Berichte drüberlesen, die sich mit juristischen Fragen beschäftigen ...

    Gruß
    Skywise

  26. Nach oben   #26

    Dabei seit
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    Huch!
    28.2.14
    Hätte ich mir doch nicht so überaus großzügig Zeit lassen sollen!

    ##############

    Hmm?
    Ich wär mir gar nicht so sicher, ob Georg Schramm die Zusammenhänge nicht bis ins Detail durchschaut hat. Wie gesagt, ich bin überzeugt, dass es nicht so schwer zu verstehen ist, schließlich sind die, die mit "die da oben" pauschalisiert werden, auch keine Übermenschen mit besonderen Fähigkeiten, eher das Gegenteil, laut dem österreichischen Kabarettisten Gunkl geht aus einem Test hervor, dass sehr viele dieser, zum Beispiel Konzernchefs, die psychologische Struktur eines Psychopaten haben...
    Aber es ist wahrscheinlich äußerst ermüdend, die Zusammenhänge bis ins kleinste Detail zu verstehen, gerade dann, wenn man sich eigentlich nicht dafür interessiert. Tja, das ist der große Trumpf "derer da oben", weil viel zu viele einfach zu bequem sind, deren schutzige Geschäfte bis ins Detail zu durchschauen.

    Und noch mal hmmm!
    Du meinst, mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Freihandelsabkommen wieder im Sande vrelaufen?
    Hmmmmm?
    Das wäre ja eine ermunternd optimistische Einschätzung! Teile ich aber nicht!
    Ich könnte mir vorstellen, dass es bei dem Freihandelsabkommen noch viel mehr als bei dem ACTA um Gewinnmaximierungsmöglichkeiten geht, und diese goldigen Aussichten lassen diejenigen, die dieses Abkommen in die Wege geleitet haben, sich gewiß nicht entgehen und werden deswegen vermutlich alles daran setzen, es durchzupeitschen, oder es unter anderem Namen ziemlich bald neu aufrollen.

    Auch teile ich nicht unbedingt Deine Ansicht, dass der Spaß nach hinten losgehen könnte. Ich schließe es nicht aus, aber ich denke mir, die, die in Europa hinter diesem Abkommen stehen, sind auch keine Übermenschen, aber auch keine Schussel, sondern wirtschaftspolitische Profis, sie haben bestimmt diese Details bis ins Kleinste ausgelotet und daher darauf geachtet, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen.

    Viel gravierender, wie der Spaß nach hinten losgehen könnte, sähe ich in der bequemlichen Gleichgültigkeit gegenüber der Materie, die dazu führt, sich keine tiefergehenden Gedanken dazu zu machen, gerade über die Details und erst recht keine utopisch anmutenden Visionen, welche Konsequenzen diese Details eventuell möglicherweise noch haben könnten, sondern ganz bequem im Sinne "so schlimm wird es schon nicht werden" verfährt. -Oh doch!
    Ich könnte mir weiter ausmalen, dass dieses Freihandelsabkommen bestimmt irgendwie in den Formulierungen versteckte Bestimmungen beinhaltet, die Europa letztlich regelrecht verplichten, sich der Gentechnik zu öffnen (wenn ich es mir genau überlege, welchen anderen Zweck sollte es haben, als endlich auch Europa, das sich dagegen so vehement wehrt, die Gentechnik aufs Auge zu drücken.), weil eben Monsanto, Pioneer und andere noch freier und uneingeschränkter ihren Markt erweitern wollen.
    -Doch dann könnten wir reichlich alt aussehen, wenn wir uns nicht endlich die Mühe machen, die möglichen schmutzigen Geschäfte, die die Gentechnik vielleicht ermöglicht, zu durchschauen, eben zum Beispiel, den Europäern endlich ihre Landwirtschaft wegzunehmen, bzw. mit geradezu hinterhältigen Tricks sie einfach gleich zu zerstören, denn ich bin auch weiterhin überzeugt, dass die größte Gefahr der Gentechnik nicht die biologische oder gesundheitliche ist, sondern die rechliche:
    Wenn Saatgut schon genmanipuliert ist, -und somit auch nachweislich identifizierbar-, fände ich es nicht unlogisch, es auch dahingehend zu manipulieren, dass sich die Pflanze auch wirklich dominant weitervererbt und dies auch in höheren Generationen. Genau dies hätte aber zur Folge, dass diese Pflanzen über den Pollenflug ungehindert, weil dominant, andere Felder kontaminieren können, "sich einheiraten" und ihr gentechnisch verändertes Erbgut weitervererben können. Das wiederum hätte allerdings zur Folge, dass die Gentechnikfirmen auch bei Landwirten, die von ihnen kein Saatgut gekauft haben, ihr gentechnisch verändertes Saatgut nachweisen können, wahrscheinlich sogar mit genauer Bestimmung der Sorte, wodurch diese Firmen, und dies bestimmt durch das Freihandelsabkommen rechtlich abgesichert, sogar bei Landwirten, die niemals Kunde dieser Gentechnikfirmen waren, Nutzungsgebühren für die "Verwendung" gentechnisch patentierten Saatguts einfordern können. Und da sich die meisten europäischen, eher kleinen landwirtschaftlichen Betriebe einen Rechtsstreit gegen ein "Vergehen", das sie im eigentlichen Sinne gar nicht begangen haben (unberechtigtes Verwenden patentierten Saatguts) nicht leisten können und sich per diesem Freihandelsabkommen sicherlich sowieso nicht wehren können, werden sie an dieser "Rechtslage" zugrunde gehen. -So könnte man den Europoäern ihre Landwirtschaft wegnehmen, indem man sie mit Rechtsstreitigkeiten zerstört!
    -Hat sich irgendeiner dieser Politiker, die sich mit der Materie Freihandelsabkommen befassen sollten, eigentlich einmal DARÜBER Gedanken gemacht?!


    Was mir an Deinen Ansichten zum Freihandelsabkommen noch ein wenig entgegen kommt, ist die Idee, dass einige in Amerika sich für dieses Abkommen stark gemacht haben, um die europäischen Standards auch in Amerika einführen zu können bzw. zu müssen. Daß dadurch aber gerade Monopolisten angreifbar werden, halte ich jedoch für exterm unrealistisch, ich halte es für sehr viel wahrscheinlicher, dass dieses Abkommen genau dies verhindern soll, schließlich stehen doch bestimmt ausgesprochene Gewinnmaximierungsprofis hinter dieser Idee, die eher die Devise verfolgen, dass die Politik den Markt vor den Bürgern schützen muß. Deswegen ja FREIhandelsabkommen, damit sich die Monopolisten frei entfalten können.

    Aber wie gesagt, diese Deine Ansichten kommen mir noch ein wenig entgegen, nur dass es mich anders herum zur Kritik veranlaßt, weil es so betimmt von europäischer Seite nicht genutzt wurde:
    Warum bietet Europa diesem ach so großen Bruder nicht Paroli mit der Forderung, Freihandelsabkommen ja, aber nur, wenn die europäischen Standarts das Maß der Dinge sind, Begründung: weil wir von unseren hohen Standards nicht ablassen. Aber weil es so eben nicht passiert, kann man dann vielleicht doch nur das Schlimmste von diesem Freihandelsabkommen erwarten. Der Kabarettist Christoph Sieber hat es in der letzten "Die Anstalt" trefflich formuliert, welche ungeahnten "Gefahren" dieses Abkommen für uns haben könnte: "Die Amerikaner haben Lebensmittel, die sind bei uns sogar im Hausbau verboten!"

    --------------

    Eigentlich bin ich dagegen, ich finde es geradezu abstoßend, wenn an Fußgängerampelmasten irgendwelche fragwürdigen Werbeaufkleber bappen. Doch dieses eine Mal bin ich um diesen einen richtig froh: Das Umweltinstitut München wirbt für eine Kampagne gegen das Freihandelsabkommen. Das klingt sehr ermunternd! Noch ist nicht alles verloren!



    Traumwaldschrat

    (#33)



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  27. Nach oben   #27
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    Ich wär mir gar nicht so sicher, ob Georg Schramm die Zusammenhänge nicht bis ins Detail durchschaut hat. Wie gesagt, ich bin überzeugt, dass es nicht so schwer zu verstehen ist, schließlich sind die, die mit "die da oben" pauschalisiert werden, auch keine Übermenschen mit besonderen Fähigkeiten, eher das Gegenteil, laut dem österreichischen Kabarettisten Gunkl geht aus einem Test hervor, dass sehr viele dieser, zum Beispiel Konzernchefs, die psychologische Struktur eines Psychopaten haben...
    Ein vernünftiger Mensch würde eine solche Stelle wahrscheinlich auch gar nicht antreten wollen.

    Und noch mal hmmm!
    Du meinst, mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Freihandelsabkommen wieder im Sande vrelaufen?
    Hmmmmm?
    Das wäre ja eine ermunternd optimistische Einschätzung! Teile ich aber nicht!
    Ich könnte mir vorstellen, dass es bei dem Freihandelsabkommen noch viel mehr als bei dem ACTA um Gewinnmaximierungsmöglichkeiten geht, und diese goldigen Aussichten lassen diejenigen, die dieses Abkommen in die Wege geleitet haben, sich gewiß nicht entgehen und werden deswegen vermutlich alles daran setzen, es durchzupeitschen, oder es unter anderem Namen ziemlich bald neu aufrollen.
    ACTA war nie auf Gewinnmaximierungsmöglichkeiten ausgelegt, sondern war nach meiner Lesart der erste Schritt zu einem gemeinsamen Urheberrecht.

    Auch teile ich nicht unbedingt Deine Ansicht, dass der Spaß nach hinten losgehen könnte. Ich schließe es nicht aus, aber ich denke mir, die, die in Europa hinter diesem Abkommen stehen, sind auch keine Übermenschen, aber auch keine Schussel, sondern wirtschaftspolitische Profis, sie haben bestimmt diese Details bis ins Kleinste ausgelotet und daher darauf geachtet, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. [...]

    Aber wie gesagt, diese Deine Ansichten kommen mir noch ein wenig entgegen, nur dass es mich anders herum zur Kritik veranlaßt, weil es so betimmt von europäischer Seite nicht genutzt wurde:
    Warum bietet Europa diesem ach so großen Bruder nicht Paroli mit der Forderung, Freihandelsabkommen ja, aber nur, wenn die europäischen Standarts das Maß der Dinge sind, Begründung: weil wir von unseren hohen Standards nicht ablassen. Aber weil es so eben nicht passiert, kann man dann vielleicht doch nur das Schlimmste von diesem Freihandelsabkommen erwarten. [...]
    In Amiland hat sich teilweise in den letzten Wochen recht medienwirksam ebenfalls von anderen Gruppierungen Wiederstand geregt, weil auch einige Amerikaner glauben, dass das Freihandelsabkommen eine Abschwächung ihrer Standards zur Folge hätte ... bizarre Welt.
    Interessanterweise glaube ich sogar, dass deren Sorgen in gewisser Hinsicht begründeter sind als die Sorgen manch europäischer Bedenkenträger, denn die USA sind eigentlich kein Exportland. Sarkastisch formuliert haben sie sich die meisten ihrer regulären Kunden selbst herbeigebombt oder haben Kunden an der Angel, die sich auch gerne Kundschaft herbeibomben wollen, und entsprechend sehen Auftragslage und Bruttoinlandsprodukt aus. Ich gehe im Augenblick also eher davon aus, dass der US-amerikanische Markt viel deutlicher mit europäischen, meint vorrangig: deutschen Produkten in Berührung kommen dürfte als umgekehrt. Und da der europäische Markt anscheinend derzeit den US-Standards kritischer gegenübersteht als umgekehrt, gehe ich weiter davon aus, dass da auch ein vernünftiger Markt für EU-Produkte entstehen könnte, sprich: dass es da um Beträge geht, die diese Bezeichnung auch verdienen, allerdings mit einer riesengroßen Einschränkung: wenn es in den USA zu rechtlichen Problemen kommt, geht es auch da um Beträge, die diese Bezeichnung wirklich verdienen.
    Ich weiß nicht, ob Europa grundsätzlich die höheren Standards hat - tendenziell würde ich sagen, dass es auf die Produkte ankommt -, insofern glaube ich nicht, dass man dem großen Bruder ein solches Ultimatum stellen will. Letzten Endes soll der Markt entscheiden, welches Produkt angenommen wird und welches nicht ...
    Daß das Freihandelsabkommen in der aktuellen Form zustande kommt, glaube ich nach wie vor nicht, zumal auch in den USA eigentlich allen klar sein dürfte, dass Europa derzeit zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um in irgendeiner Form für größere Geschäfte links und rechts des eigenen Handlungsraumes aktiv zu werden. Was in Sachen Ukraine/Krim von der EU kam, war mitunter schwerstens erbärmlich. Mit Regionen, die sich im großen und ganzen in einer Wirtschaftskrise befinden, ist ohnehin nicht sonderlich gut Geschäftemachen. Wenn, dann dürfte sich das Interesse der Amiländer vor allem auf Kooperationen im asiatischen Raum konzentrieren, weil - da brummt's gerade. Insofern halte ich die Leidenschaft, mit der Obama & Co. dieses Freihandelsabkommen nach vorne drücken, für ziemlich gering.

    Eigentlich bin ich dagegen, ich finde es geradezu abstoßend, wenn an Fußgängerampelmasten irgendwelche fragwürdigen Werbeaufkleber bappen. Doch dieses eine Mal bin ich um diesen einen richtig froh: Das Umweltinstitut München wirbt für eine Kampagne gegen das Freihandelsabkommen. Das klingt sehr ermunternd! Noch ist nicht alles verloren!
    *pfff* Sagen wir's mal so: es wäre mir deutlich lieber, wenn erst mal Aufklärungsarbeit betrieben werden würde statt Panikmache. Das, was ich gerade in den letzten zwei Wochen vom Freihandelsabkommen und seinen Inhalten gelesen habe, fand ich zunächst deutlich harmloser als das, was in einigen Kommentaren zu lesen war. Sticker haben den großen Nachteil, dass man damit nicht auch gleichzeitig Argumente in Umlauf bringen kann ...

    Gruß
    Skywise

  28. Nach oben   #28

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    Zitat Zitat von Skywise Beitrag anzeigen
    Daß das Freihandelsabkommen in der aktuellen Form zustande kommt, glaube ich nach wie vor nicht, zumal auch in den USA eigentlich allen klar sein dürfte, dass Europa derzeit zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um in irgendeiner Form für größere Geschäfte links und rechts des eigenen Handlungsraumes aktiv zu werden. Was in Sachen Ukraine/Krim von der EU kam,...
    Ach so!
    Du bringst mich auf Ideen! (Die Dir garantiert nicht gefallen wird)
    So könnte das..., vielleicht..., oder auch nicht..., sein!
    Nicht so kleinkariert denken!
    Man sollte einfach mal verstehen, Wirkungszusammenhänge verstehen!
    Vielleicht...

    Ist das der Grund für die Krimkrise?
    Um Europa von den Detail dieses Freihandelsabkommens ein wenig abzulenken, um dadurch mit geschickt platzierten Klauseln, für die Europa durch die Krise keinen Nerv hat, sie zu durchschauen, zum einen den US-Firmen den größtmöglichen Nutzen des Abkommens zu garantieren und zum anderen einen weiteren Schritt anzusetzen, Europa weltpolitisch in die Knie zu zwingen.

    Man sollte einfach nicht ignorieren, dass mit dem dubios und unglaubwürdig anmutenden, aber dadurch vielleicht umso gefährlicher, weil es keiner ernst nehmen will, mit dem dubios und unglaubwürdig anmutenden PNAC ("P"rogramm for a "N"ew "A"merican "C"entury) ein neuer amerikanischer (Wirtschafts-)Imperialismus begründet wurde.
    -Und bei Imperialismus geht es wahrscheinlich immer um Weltherrschaft, das versteht bestimmt Großbritannien ganz gut und Rußland bestimmt auch noch, aber der Rest von Europa denkt doch für so etwas viel zu kleinkariert, so kleinkariert, das es nicht mal die Möglichkeit für möglich hält.
    -Und dieser Imperialismus bedient sich der moderne Kriegführung von heute: Mit monetären Massenvernichtungswaffen (siehe oben) und mit Krisen, die vom Eigentlichen ablenken oder mit Krisen und den dadurch überregionalen Folgeerscheinungen, mit denen man ganz bequem nationale Politik außerhalb der Krisenregion destabilisieren kann, bei gleichzeitiger Erhaltung der Absatzmärkte für McDonalds, BurgerKing, CocaCola, Pepsi, Chrysler, Mobil, Chevron, ehemals Esso heute ?, ehemals Texaco heute Dea?, Sony, Apple, Microsoft, Kodak, Teva, Nike, GoldenToast, Kellog's, Fanta, Sprite, Wrigley's, MeisterProper, Always, Gilette, Pampers, Subway's, Whiskas, Frolic, Trill, Mars, Twix, MilkyWay, UncleBen's, HeinzKetchup...(*)


    Zitat Zitat von Skywise Beitrag anzeigen
    denn die USA sind eigentlich kein Exportland.
    Ach ja? Gut okay, vielleicht nicht im Sinne des Erdkundeunterrichts...



    [(*)=Sarkasmus mit Verblüffung: Wirklich eine echt extrem saubere Kriegsführung]



    Zitat Zitat von Skywise Beitrag anzeigen
    Mit Regionen, die sich im großen und ganzen in einer Wirtschaftskrise befinden, ist ohnehin nicht sonderlich gut Geschäftemachen.
    Gut, Wirtschaftskrisen im Speziellen weiß ich jetzt nicht, aber was soll das, natürlich ist mit Regionen, die in einer Krise sind, gut Geschäftemachen, Waffen, Munition, Panzer... was anderes braucht es doch zum Geschäftemachen eh nicht, das ist doch schon das Profitabelste überhaupt!


    Zitat Zitat von Skywise Beitrag anzeigen
    Sticker haben den großen Nachteil, dass man damit nicht auch gleichzeitig Argumente in Umlauf bringen kann ...
    Das stimmt! Aber dafür macht dieser eine darauf aufmerksam, wo die Argumente zu finden sind!


    ---

    Ach nee, komm, was soll denn das noch!
    Ist doch nutzlos.
    Ich kann Deine Sicht der Welt nicht annehmen oder akzeptieren und Du bestimmt genausowenig meine!
    Dabei sollte man es belassen!

    Außerdem sollte es hier in diesem Thema eigentlich um grausame Musik gehen.



    Traumwaldschrat

    (#34)


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  29. Nach oben   #29
    Avatar von Murmel
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    Wir zoomen in Zeit und Raum hinaus aus unserem Auto, aus unserer Region, aus unserem Kontinent... hinaus in den Weltraum von wo aus die Erde so ein wunderschöner und doch fragiler graublauer Planet zu sein scheint:
    Und Kontinentalplatten wandern.

    Sie wandern, für uns kaum merkbar, in der Geschwindigkeit gerademal wachsender Fingernägel.
    Manchmal bleiben sie einander an ihren Ecken und Kanten hängen, stauen dann kurz ihre Kraft auf, und ruckeln sich dann frei.
    Was wir Menschen dann doch sehr eindringlich zu spüren bekommen.
    Kontinentalplatten sind dabei im Planetaren Maßstab doch kaum mehr als die Haut auf unserem heissen Kakao.

    Nun schauen wir auf unsere Kultur.
    Wir zoomen heraus aus unserem persönlichen Geschmack, dann heraus aus unserem formenden Umfeld unserer Lebensjahre, heraus aus den technischen Errungenschaften und den damit verbundenen kulturellen Einflüssen. Vor uns liegt ein Planet auf dem alles möglich ist was jedwelcher Geist sich auszudenken vermag. Stets stehend auf einer Haut in unserer Kakao Tasse.

    Wir sehen in diesem Kopfszenario nun einen Steinzeitmann der rythmisch zu seinen Himmelsgöttern nicht nur einfach so seine Steine zusammen klopft, sondern entdeckt dass es irgendwie anders ist wenn er dabei unterschiedliche Steine oder gar Hölzer nimmt.
    Die erste Melodie ist geboren, doch noch hat niemand in seiner Welt Verständnis oder gar einen Begriffslaut dafür. Doch ihm macht es einfach nur, nun, Spaß. Und einigen anderen ebenfalls - auch wenn sie zunächst von ihrem Dorfpriester get*tet wurden.

    Die Steine und Hölzer die man aneinander schlug wurden sehr schnell mehr, und bald entdeckte man Mathematik und Elektrizität, und erfand feine Hölzer und Steine und Schlagrythmen die nun eine schiere Unendlichkeit an Möglichkeiten eröffneten ihre Töne so zu gestalten und zu formen wie die Götter selbst es vermutlich nicht besser könnten.

    Doch niemandem war die Melodie und der Rythmus und der Klang des Vorgängers genug, denn der Mensch neigt dazu Ideen zu bilden und einem Druck nicht wiederstehen zu können diese Ideen auch in Töne umzusetzen.
    Und so ging er immer weiter hinaus um alles was er fand für seine Töne und Rythmen zu verwenden... Erst waren es die vielen Hölzer und feinen Steine aus den sich so schöne Nuancen formen liessen. Doch bald nahm er auch alles andere dazu: Schildkrötenpanzer - manchmal auch mit Schildkröten drin - Häute von Mitspezies, auch ohne deren Einverständnis - bis er begann die Kontinentalplatten, die dünne Haut im Kakaobecher auf der er lebt selbst zum Instrument zu machen.

    Doch die Kontinentalplatten waren ihm zu langsam, weil ja immer mehr andere ebenfalls neue Töne und neue Rythmen entdecken wollten. Und so wurde der Steinzeitmensch bald sehr ungeduldig und aggressiv.
    Und er nahm den Kontinenten ihre Gelenkschmiere heraus damit kein anderer sie habe, und um so schneller bevor die anderen ihm zuvor kämen. Und er verbrannte sie, und verpestete mit dem Qualm die ganze Erde bis kein Lebewesen mehr atmen konnte, und auch keinen Rythmus mehr schlagen konnte.
    So starb dann die Erde, und mit ihm der Steinzeitmensch, noch bevor er zu einem wahren Musiker heranwachsen konnte.

    Im sterben sagte die Erde zum letzten Steinzeitmenschen, in einer Sprache die niemand mit den Ohren sondern nur mit dem Herzen hören konnte:
    Ich habe Dir alles gegeben. Du hättest den vollkommenen Rythmus schlagen, dem vollkommenen Klang der Hölzer lauschen können.
    Doch Du hast mir das Leben genommen weil Du nicht wolltest dass ein anderer mit uns zusammen hören kann.
    Darum wirst Du nun einen kalten Stein bekommen, mit dem Du nur den einen Rythmus schlagen kannst: den des Kommen und Gehens.

  30. Nach oben   #30
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    Äääääh, nur mal so gefragt. Wenn du schon so viel über Steinzeitler und deren Instrumente schreibst, warum bringst du es nicht auf den Punkt und schreibst einfach dass es sich um Idiophone, also Selbstklinger gehandelt hat? Die wurden anfangs als reine Rhythmusinstrumente verwendet, und erst nach langer, ja, seeeehr langer Zeit wurden dann daraus Melodieinstrumente wie z.B. das allseits bekannte Lithophon. Was? das kennst du nicht? Da siehste, immer gut wenn man sich an ein früheres Leben in der Steinzeit erinnern kann, oder wenn man einfach mal ein bisschen mit Fachliteratur auseinander setzt.
    Sorry, ich weiß es auch nur weil ich im Studium über die verschiedenen Instrumentengruppen referiert habe. Fällt also nicht unter Allgemeinbildung. Andererseits freu ich mich aber immer, wenn auch hier im Forum, gerade wenn es um Musik geht etwas dazu lernen kann.
    Allerdings lieg ich glaube ich nicht ganz daneben wenn ich feststelle, dass das Ganze jetzt mittlerweile schon seht weit vom Thema: Warum klingt alles was mit Popmusik...entfernt ist.
    Gruß toni maroni

    PS.: Den ersten Rhythmus den der Mensch wahr nimmt, ist der Herzschlag der Mutter im Mutterleib.

  31. Nach oben   #31
    Avatar von GlitchMob
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    @Traumwaldschrat interessante Thesen! Kannst du mir ein paar Buchempfehlungen geben oder woraus beziehst du dein Wissen? Interessiere mich auch für solche Verschwörungstheorien.

  32. Nach oben   #32

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    Hallo GlitchMob!

    Du verwunderst mich etwas!
    Du fragst nach Buchempfehlungen, weil Du Dich für Verschwörungstheorien interessierst?
    Ich meinte, schon die wesentlichsten genannt zu haben:

    Albrecht Müller: "Reformlüge"
    Albrecht Müller: "Machtwahn"
    F. William Engdahl: "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht"
    F. William Engdahl: "Saat der Zerstörung"
    Gary Allen: "Die Insider"
    Joachim Fernau: "Deutschland, Deutschland über alles..." (Die Geschichte Deutschlands)
    Joachim Fernau: "Halleluja (Die Geschichte der USA)"


    Oder meintest Du speziell noch Bücher zu folgenden Aspekten aus meinen Beiträgen:

    -Die Qualität der Radiosender ist deshalb so minderwertig und mit den Suchmaschinen kommt man deswegen so sehr schnell vom hundertsten ins tausendste, weil dadurch der Bürger mit suchen abgelenkt ist und keine Zeit mehr hat, die Weltpolitik zu durchschauen.

    -Wie sich aus den Illuminati die Bilderberger entwicklet haben.

    -Der Arabische Frühling ist keine Revolution der unzufriedenen Massen, sondern von Geheimdiensten eingefädelt.

    -Katastrophen sind vielleicht häufig nicht natürlichen Ursprungs, sondern menschengemacht, um so den geschadeten Staaten, bzw der Staatengemeinschaft aufgrund von Hilfsprogrammen das Geld aus der Tasche zu ziehen und so in die Schuldenspirale zu ziehen.

    -Mit dem Freihandelsabkommen soll auch in Europa endlich Gentechnik eingeführt werden, und mit der Rechtslage, die aus dem Feihandelsabkommen folgt, werden die europäischen landwirtschaftlichen Kleinbetriebe zerstört und so die Monopolisierung vorangetrieben.

    -Der amerikanische Imperialismus mit seiner modernen Kriegsführung, die während des "Krieges" die Absatzmärkte der Konzerne erhält.


    Da muß ich Dich leider... "enttäuschen", oder erstaunen, denn diese Gedanken habe ich mir alle selbst erschlossen mit dem Wissen und den Wirkungszusammenhängen, die ich meine, schon verstanden zu haben.



    Aber vielleicht hätte ich doch noch etwas für Dich, denn erstaunlicherweise entdeckte ich noch ein Buch, das verblülffend gut zu meiner Meinung über den arabischen Frühling paßt. Zwar finde ich das Buch etwas zwiespältig, da es sehr reißerisch und überheblich geschrieben ist, aber die Gedanken finde ich durchaus beachtenswert. Wenn ich mich nicht täusche, behauptet der Autor, das Hintergrundmächte Deutschland in der Weise zerstören wollen, indem sie durch Populismus zugunsten der Zuwanderung den Deutschen ihre nationale Identität rauben wollen, als auch mit der Überfremdung Deutschland zu untergraben und dadurch zu destabilisieren. -Für mich würde sich daraus eine logische Erklärung ergeben, was die Geheimdienste mit dem arabischen Frühling bezwecken wollten: Mit der dadurch einsetzenden Flüchtlingswelle Europa destabilisieren.
    -Zwar stellt das der Autor so nicht da, aber ich finde den Gedanken schlüssig:

    Gustav Sichelschmidt: "'Deuschland verblödet - Wem nutzt der dumme Deutsche"



    Was ich dir sonst noch auf alle Fälle empfehlen könnte:

    Andreas von Retyi: "Die Terr*r(f)lüge"
    Christian C. Walther: "Der zensierte Tag"
    Mathias Bröckers, Christian C. Walther: "11.9. - Zehn Jahre danach: Der Einsturz eines Lügengebäudes"

    oder auch, obwohl ich sie selbst noch nicht gelesen habe:

    Albrecht Müller: "Meinungsmache"
    Thilo Bode: "TTIP - die Freihandelslüge" (ganz aktuell!)

    (#50)



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  33. Nach oben   #33

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    Ach, GlitchMob,

    ich mache es eigentlich nicht gerne, aber ich möchte doch noch etwas nachtragen:

    Wenn Du Dich für Verschwörungstheorien interessierst: Hast Du auch schon mal meine Beiträge im Forum unter Politik & Weltgeschehen im Thema "AIDS: Nur eine lukrative Lüge" gelesen, ab Beitrag #31? Ist aber echt... haarsträubend, geb ich ganz ehrlich zu, weil auch diese Gedanken ich mir selbst erschlossen habe! (Und, weil auch die Diskussion etwas verunglückt ist).


    Ansonsten hätte ich tatsächlich noch weitere Buchempfehlungen, wobei es nicht direkt um Verschwörungstheorien geht, aber ich finde, man kann gut daraus lernen, wie Verschwörungen entstehen, Wirkungszusammenhänge zu durchschauen, mit denen man andere täuschen oder überlisten kann:

    C. Northcote Parkinson: "Alles von unserem Geld"
    Das Buch hat mir nicht gefallen, ist auch schon sehr altbacken, aber ich glaube, man kann sehr gut lernen, wie zum Beispiel weniger Bürokratie letztlich mehr Bürokratie erzeugt, oder so ähnlich.
    Eigentlich dann ein kleines Lehrbuch über die von mir so häufig zitierten Wirkungszusammenhänge.

    Gabriel Laub: "Der leicht gestörte Frieden"
    Schon der zweideutige Titel ist sensationell! Ist eine Satire! Ist aber etwas beklemmend, denn in der Gesamtheit entsteht dieser seltsame Eindruck, als würden Menschen nur geboren, um Kanonenefutter zu sein. So ging es mir zumindest.

    Hans Weiss, Ernst Schmiederer: "Asoziale Marktwirtschaft"
    Ich fand es ein wenig schwer zu lesen, aber zu verstehen, mit welch simplen Tricks wir kapitalistisch regelrecht übers Ohr gehauen werden, ist verblüffend, bis hin zu verstörend, dass zum Beispiel wirklich anscheinend überhaupt kein Politiker auch nur annähernd verstanden hatte, wie sie mit einen gutgemeinten Gesetz die neuen Bundesländer größtenteils zerstört und gleichzeitig duzend Millionen damaliger DM an Privatpersonen VERSCHENKT(!) haben. Irgendwo um Seite 255 (gebunden) herum findet sich diesbezüglich das Unterkapitel "Dunkle Gestalten". Leider etwas sarkastisch oder flapsig bzw. unkommentiert geschrieben, aber wirklich atemberaubend absurd!


    Oder aber schließ Dich doch mal mit Para-Para-Paranoid und seinem Thema "Die Bilderberg-Konferenz - Zentralisierung von Macht, Kolonialpolitik" (Politik & Weltgeschehen) zusammen, weil Bilderberger ist doch die Verschwörungsvereinigung Nummer 1.


    Traumwaldschrat

    (#51)



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